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Anleihenkäufe der EZB Die Blase muss platzen

 ·  Die Europäische Zentralbank stellt in Aussicht, Staatsanleihen von Krisenstaaten zu kaufen. Das ist der falsche Weg. In den Krisenstaaten platzt gerade eine Blase. Das sollte die EZB nicht verhindern.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (36)

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Markus Faßbender

Insolvenzverschleppung

Was wir hier gerade bzgl. Rettungspaketen und -Schirmen für Griechenland und weitere Länder erleben ist nichts anderes als Insolvenzverschleppung.
Alle Beteiligten hätten gleich in den sauren Apfel beißen und den griechischen Insolvenzfall akzeptieren sollen.
Je mehr und je länger wir "retten", desto mehr Geld schmeissen wir in ein Fass ohne Boden,
und desto höher wird am Ende der finanzielle Verlust der "Retter" sein.
Je eher wir damit aufhören, desto eher platzt die (kleinere) Blase und desto überschaubarer werden die Verluste sein.

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Michael Peters

Richtige Einschätzung

Die EZB macht sich jetzt endgültig zum Spielball der Finanzmärkte. Die Probleme der Währungsunion löst sie aber nicht, sondern beginnt ein gefährliches Spiel. Die Ungleichgewichte in den Zahlungsbilanzen der Euro-Länder lassen sich weder durch ESM, ESFM, noch durch die EZB als lender of last resort lösen. Wie bitte soll eine Umkehr aus Verschuldung, fehlender Konkurrenzfähigkeit auf Gütermärkten, zu hohen Löhnen und Preisen gelingen ohne Abwertung? Die Abwertung des Euro würde ja an der Verschuldung und den Zahlungsbilanz-Ungleichgewichten innerhalb der Währungsunion nichts ändern. Nein, die Krise ist inzwischen eine Solvenz-Krise, die ohne Einführung eigenständiger Währungen der Süd-Länder nicht lösbar ist. Alles andere schafft nur Stagflation, die, weitaus verheerender als Inflation, nur sehr schwer zu bekämpfen ist. Der EURO wird scheitern. Macht lieber rechtzeitig "Schichtende im Schacht"! Lieber einen GAU, der beherrschbar sein wird, als einen Super-Gau, der böse enden wird.

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Klaus Michael Strauss

Kluge Einschätzung, hervorragend erläutert!

Dank für diesen in preiswürdiger Klarheit alle wichtigen Einzelheiten betrachtenden Beitrag.

Die feine Ironie ist großartig. Zwischen den Zeilen steht absolut Richtiges.

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Martin Gutensohn

Kohl und Merkel

haben wohl mit rosaroten Europa-Brillen nicht deutlich genug gesehen, dass überall der Spaß aufhört, wenn's ums Geld geht. Und dass es zu einer Schlacht kommt, wenn keines da ist. Und dass dann Dreistigkeit und Beschiss keine Grenzen mehr kennen. Mit dem Euro war Europa am Ende. Schon unter Kohl hat Deutschland immer blechen müssen. Und Merkel schafft es nicht mal nach dem Franzosen einen deutschen EZB-Chef durchzusetzen. Welcher Wahn diese Frau wohl geritten hat, Kanzlerin werden zu wollen? Welcher Wahn reitet Schäuble gegen spanische, italienische und griechische Windmühlen gewinnen zu wollen? Wo ist noch einmal die Mafia zuhause? Komm' ich grad nicht drauf.

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Maurizio Livraghi

Guten Glueck...

Vielleicht Sie haben recht.
Aber es ist unmoeglich, fuer zwei mit 550 Spread differenzierentert Zinsen Staaten in der selbst Europa zu leben.
So,auf wiedersehen Europa, auf wiedersehen Gemeinmarkt; jedermann fuer sich und guten Glueck...

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Karl-Heinz Klär

Ach, Herr Bernau

Sie diagnostizieren "eine Blase an Staatsanleihen, die möglicherweise befördert war von einer großen Geldschwemme", und dann ist Ihr Stück zu Ende.

Klug wäre gewesen, hier anzufangen: bei der Überakkumulation von Kapital, das keines werden konnte und kann, weil keine Hände da sind, sich dafür zu rühren in der realen Wirtschaft weltweit.

In anderen Worten: Sie hätten mit einer Krise des Kapitalismus beginnen sollen, die der Dominanz des Finanzkapitals seit den 80er Jahren geschuldet ist und der davon abgeleiteten Dominanz der Reichen und Superreichen über eine nach Luft japsende Mittelklasse und eine in beachtlichen Teilen prekär gewordene Arbeiterschaft. Und der Staaten, die eine Rendite für das Geld garantieren sollen - notfalls durch Staatsverschuldung bis zum Nanga Parbat.

Statt von den Ursachen zu reden und über Remedur radikal, wollen Sie einfach die Blasen platzen lassen. Sehen Sie: Und an dieser Stelle verstehe ich Mario Draghi. Der hält das für unprofessionell. Ich auch.

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Katharina Amann
Katharina Amann (Amann1) - 02.08.2012 21:16 Uhr

Kontrollen? Auflagen? Wer's glaubt

Wie das aussieht, wenn "internationale Kontrolleure hochoffiziell prüfen", kann man ja in regelmäßigen Abständen in Griechenland beobachten. Pünktlich zum nächsten Auszahlungstermin sind wie durch ein Wunder alle Auflagen erfüllt und der Geldhahn kann wieder aufgedreht werden - oder wie der Finanzminister das formuliert: "Griechenland (Spanien, Italien, Portugal, was gerade anliegt) ist auf einem guten Weg".
Seit die Krise ausgebrochen ist - und wohl auch schon zu oft vorher - gibt es keine Vereinbarung, die nicht gebrochen wurde, kein EU-Gesetz, das nicht übertreten wurde, kein Versprechen, das gehalten wurde. Wozu überhaupt noch Richtlinien, Gesetze, Kontrollen? Wenn "systemische" Banken zu stürzen drohen, sind sie null und nichtig. Die EU in der Krise wird zunehmend zu einem rechtsfreien Raum. Mit Solidarität hat das schon lange nichts mehr zu tun. Es gilt das Recht des Frecheren.

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ulrike wolf
ulrike wolf (belg) - 02.08.2012 21:11 Uhr

nicht mehr zu beschreiben

ist die Situation. Man wird wirklich sprachlos - verständnislos - ohnmächtig angesichts dieser fulminanten Entwicklung. Ich habe das sehr mulmige Gefühl, dass wir von ungeheuer großen Hohlköpfen oder tatsächlich im Kern Kriminellen ausgeraubt,zerschlagen,ruiniert,zermalmt werden. Wahrscheinlich ist die eigene Tasche wohl gefüllt und sicher verpackt.....Europa wird wissentlich,ungerührt,despotisch und wohlüberlegt der Todesstoss verabreicht

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 02.08.2012 21:01 Uhr

Die Verlierer sind die wenigen Investoren, die immer noch europäische Staatsanleihen halten

Was allerdings nicht mehr allzuviele Europäer sein dürften. Allerdings erstreckt sich die Blase auch auf deutsche Staatanleihen - und auch diese müssen und werden zusammenbrechen. Es geht einfach nicht auf Dauer, das Schuldner weniger als die Inflationsrate zahlen. Dabei muss auch nicht der Euro zerbrechen - aber er wird gegenüber vielen Währungen noch weiter abwerten (und er ist ja bereits in einem Jahr ca. 6 bis 12 % gegenüber den meisten wichtigeren Währungen gefallen, aber sowohl von der Kaufkraft als auch in Hinsicht auf die mittelfristigen Erwartungen überbewertet). Heute haben wir an den Börsen einen Vorgeschmack erhalten - nachdem tagelang zum Teil durch Kursstützungen (durch staatskontroliierte Institute) Euro und Aktienkurse "vertrauensbildend" nach oben getrieben wurden. Bei einem Zusammenbruch sehen aber auch nur wenige DAX-Aktien gut aus, da dann viele Firmen oder Aktionäre vom Staat unter Beifall der Medien ausgeplündert werden.

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Hans Jürgen Reisch

in was für einer Welt leben wir???

da werden bestehende Gesetze andauernd gebrochen, da wird geltendes Recht mit Füßen getreten, da werden ganze Völker für dumm verkauft, nur um der irren Idee einer gemeinsamen Währung nachzuhängen, welche von den Südländischen Pleitestaaten seit Jahren missbraucht wird!
Es reicht!!!
Verlassen wir diesen Laden, egal was es uns kostet, aber ich möchte wissen, dass ich als Deutscher für mich und meine Kinder arbeite!!!

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Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 02.08.2012 18:53 Uhr

Die Gewinner....

sind wie immer die Investoren! Ganz klar, dass der Bankenverband für den Anleihekauf ist! Das ist eine Unverschämtheit und einem kommt der saukomische Verdacht, dass Draghi hier denen gut ist, dessen Mitglied er auch ist. Was ich aber nicht wirklich glaube. Aber das dieser Typ die Bedenken der Bundesbank einfach weg wischt, die letzten Endes den größten Anteil zu übernehmen hat, dass nenne ich den deutschen Steuerzahler vor "vollendete" Tatsachen zu stellen. Warum stoppt diesen Irrsinnigen niemand???

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Ulla Nachtmann

Jede Blase ist in der Geschichte geplatzt!

Auch wenn Draghi und Konsorten noch so oft beschwören, dass ,der € ist nicht RÜCKGÄNGIG zu machen'. Das ist eine Frechheit. Der € ist also ein Gefängnis für Steuerzahler?
Es gibt NICHTS im Leben was man nicht rückgängig machen könnte, das wissen wir alle.
Die ,deutsche Zinsen' Profiteure sind zu junkies geworden:
,Hoch verschuldete Staaten mit defizitären Haushalten haben annähernd so wenig Zinsen gezahlt wie Staaten, die solide dastehen'.
Ja, leider! Dieser nicht marktkonforme Irrsinn hätte NIE sein dürfen.
Ich frage mich jetzt nur noch warum Draghi sich letzte Woche in einer Investorenkonferenz in London soweit aus dem Fenster gelehnt hat! DAS sollte man untersuchen.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.08.2012 12:06 Uhr
Ulla Nachtmann

,Entzug', Herr Rabe,

wird niemals erfolgreich sein wenn er durch Rechtsbrüche, gebrochene Versprechen, Korruption und mangelde Akzeptanz begleitet wird.
Auch sollten wir unseres eigenes Leben, unser Überleben, das unserer Kinder und Kindeskinder vermehrt im Auge haben.

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Paul Rabe

@Frau Nachtmann "Junkies" darf man nur langsam entwöhnen

Ja, die Südländer sind Junkies, abhängig vom billigen Eurogeld. Aber wie auch sonst bei Junkies darf man die DRoge nicht zu plötzlich absetzen, das kann für den Patienten lebensgefährlich enden oder er wird die Entzugs-Therapie zu früh abbrechen.
Entzug ist auf Dauer nur erfolgreich wenn er plan- und maßvoll passiert.

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Ulla Nachtmann

Ja, Herr Meyer

diese seltsame Geschichte geht mir seit vergangener Woch durch den Kopf.
Ist Draghi ein Risiko eingegangen? Falls ja, warum?
WIE steht er jetzt da? Ist sein Ruf jetzt völlig ramponiert? Falls ja, was heißt das für uns?
Fragen über Fragen.
Ich möchte, dass dieser in meinen Augen mehr als dubiose ex-GS Mann Draghi verschwindet und Herr Weidmann seinen Platz einnimmt.

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Martin Hofmann-Apitius

nun ja ....

Zitat "Der € ist also ein Gefängnis für Steuerzahler?"

.... hängt ganz davon ab, wo in Europa Sie leben.

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Thomas Meyer

Warum wohl?

Genau, zuerst sich weit aus dem Fenster lehnen und dann zurückkrebsen. Wer hat denn daran verdient und sich das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Müsste untersucht werden, sehr richtíg Frau Nachtmann.

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Thomas Meyer

Draghi veranstaltet Akrobatik Millimeter vorm Abgrund

Was sagte noch Mario Draghi heute? "Der Euro ist irreversibel", ja eben das ist ja die Causa im eigentlichen Sinne. Die Akrobaten der Eurozone nageln sich am Euro fest, statt ehrlich besser zuzugeben daß man haaresbreite am Abgrund steht und eben nicht mehr zurückrudern will. Kein Mensch blickt mehr durch das ganze Chaos, das den Menschen in Europa von eitlen, machtgeilen und verantwortungslosen Europapolitikern eingebrockt wurde. Alle wünschen sich Geldgeschenke von der EZB. "Allen Leuten recht getan ist eine Kunst die niemand kann", pflegte mir meine Mutter zu sagen, wenn Sie mal eben wieder im Fettnapf saß. Die EZB ist ein Laden von Gesetzesbrechern nicht mehr und nicht weniger. Der Laden müsste so lange belagert und ausgeräuchert werden bis er nicht mehr existiert. Kein Mensch in Europa würde dem eine Träne nachweinen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.08.2012 18:49 Uhr
Elisabeth Dreier

Wahr gesprochen Hr. Meyer!

Besser kann man es nicht formulieren. Und die öffentlich rechtliche Rundfunkanstalt macht mit, wird wohl heute Abend diese Maßnahmen loben. Und der dumme Arbeitnehmer spart in Rieserrentenvertägen für seine Rente. Oh weh, da werden welche gefedert werden!

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Otto Meier

Offensichtlich dominiert das Kapital die Politik.

Daher wird die Blase erst platzen, wenn das Kapital sich abgesichert hat. Am Ende wird der gemeine Bürger wieder bei Null beginnen dürfen, während als Gläubiger und Investoren bezeichneten Zocker reicher sein werden, als jemals zuvor.

Es hilft nichts, wir müssen uns eingestehen, daß unser Gesellschaftsmodell den Ansprüchen an eine menschenwürdige Gesellschaft nicht genügt. Und das liegt nicht nur an den Unzulänglichkeiten des Systems, sondern vor allem an der Unzulänglichkeit des Menschen selbst.

Da das Platzen der Blase zwangsläufig geschehen wird, stellt sich heute vor allem eine Frage: Wie muß das Gesellschaftssystem der Zukunft aussehen, um diesem ewig gleichen Kreislauf, diesem Teufelskreis zu entkommen? Nun, es muß ein Verteilungssystem geben, welches dem Zugriff aller Interessensgruppen entzogen ist. Nur wenn absolut gilt, daß das Allgemeinwohl über allem steht und alle existenziellen Bedürfnisse bedingungslos auf angemessenem Niveau garantiert, kann es besser werden.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.08.2012 23:55 Uhr
Ulla Nachtmann

@ Otto Meier

,und alle existenziellen Bedürfnisse bedingungslos auf angemessenem Niveau garantiert'...
.
Und wer zahlt? So war das in der DDR. Wir wissen wie das geendet und was es gekostet hat. Bitte nicht nochmal.

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Rainer Schmid

Systemwechsel

Nur ein radikales Schrumpfen der Geldmenge, ein frei sich entwickelnder Zinssatz und eine wirklich freie Marktwirtschaft mit einem extrem schlanken Staat ohne Geldmonopol kann die Krise beenden. Kollektivismus (links wie rechts) muß zwangsläufig scheitern!

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Klaus Seilberger

Das von Ihnen herbeigesehnte Modell gibt es doch schon!

Es heißt "Kommunismus".

Da stand doch das Allgemeinwohl, definiert von der Parteielite, "über allem". Und "alle existenziellen Bedürfnisse wurden bedingungslos auf angemessenem Niveau garantiert", und zwar in allen 5-Jahresplänen.

Leider hat die Sache nicht so richtig hingehauen...

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Steven Schwarz

Schön für die Sekundärmärkte,

die nun doch keine Verluste einfahren werden. Wer letztendlich für die Ausgaben der EZB gerade stehen wird, seht aber auf einem anderen Blatt. Und dieses wurde bestimmt nicht vom Großkapital beschrieben...

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Eric Arnesen

...wer soll denn unter diesen Umständen noch Staatsanleihen kaufen ?...

...kein privater Investor der sein eigenes oder ihm anvertrautes Geld verwaltet kann dieser Politik und ihren Akteuren vertrauen.
Also versuchen wir es wie Münchhausen und ziehen uns an unseren eigenen Haaren aus dem Sumpf...

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Paul Rabe

Das "Platzen" würde das deutsche BIP schwer beschädigen

Die Lehmann Pleite hat die Deutschen hunderte Milliarden gekostet, das BIP ist deutlich gesunken. Würde ein europäischer Staat "platzen" dann wäre der Schaden für die deutschen Bürger noch wesentlich größer, weil dann eine unkontrollierte Kettenraktion die Weltwirtschaft insgesamt herunter ziehen würde.
Das kann nicht im deutschen Sinne sein, da ist es besser mittels weiterer EZB Milliarden die Staaten zu stützen und die Luft langsam und kontrolliert aus der Blase zu lassen.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.08.2012 15:53 Uhr
Johannes Grün
Johannes Grün (ppjjll) - 03.08.2012 15:53 Uhr

Es gibt Reformen

tatsächlich und bei Portugal scheinen diese auch zu greifen. Dies ist auch Spanien zuzutrauen. Ob derzeit die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, ist allerdings zu bezweifeln.

Man braucht nicht nur "schmerzhafte Einschnitte", sondern es sind Strukturreformen nötig, die teilweise noch nicht einmal was kosten. Dann fehlt in Griechenland ein fähiges Finanzamt, welches in der Lage wäre Steuern einzutreiben. Ich befürchte Griechenland ist nicht zu retten.

Höhere Zinsen würden m. E. den Ländern helfen, denn dies hätte zur Folge mehr Reformdruck zu bekommen und gleichzeitig führt ja ein höherer Zins dazu, dass die Blase nicht platzt sondern der Überdruck zunehmend entzogen wird.

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Paul Rabe

@Herr Martin Hofmann-Apitius

Ich glaube man tut den Südeuropäern Unrecht, wenn man sagt es gäbe gar keine Reformen. In Griechenland oder Spanien gibt es grade sehr schmerzhafte Reformen, welche ja auch hunderttausende zu Protesten auf die Straßen treiben.
Aber man wird realistisch bleiben müssen, mann kann nicht in wenigen Jahren ändern was in vielen Jahrzehnten in die falsche Richtung gelaufen ist.

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Paul Rabe

@Frau Dreier ja, das Kapital fließt nach Deutschland und schafft hier(!) Arbeitsplätze

Frau Dreier, sie haben es ja selber gesagt, die Milliarden fließen zu großen Teilen nach Deutschland, denn im Moment exportieren die Südländer massenhaft Kapital.Das mag ein Problem für Spanien oder Griechenland sein, aber ist natürlich gut für Deutsche und deren Arbeitsplätze.
Wenn ein Grieche in Deutschland investiert, dann entsteht hier Arbeit und Wohlstand, warum sollte man das als Deutscher unterbinden wollen ?

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Martin Hofmann-Apitius

Lieber Herr Rabe ...

... im Grunde gebe ich Ihnen Recht: ein langsames und kontrolliertes "ablassen" des Drucks aus der Blase wäre sicherlich einem Platzen und den damit verbundenen, heftigen Ausschlägen im Finanzsystem vorzuziehen .... aber wo bitte findet momentan das "langsame und kontrollierte Ablassen der Luft" statt?

Wo ist der von allen Politikern beschworene "Systemwechsel", wo ist der "Strukturelle Wandel" in Ländern wie Griechenland oder Spanien? Es wird häufig angeführt, die Deutschen dürften nichts sagen, weil sie ja selbst schon die Maastricht-Kriterien gerissen hätten. Dieses Argument greift aber zu kurz, denn es hat in Deutschland eine Reihe schmerzhafter Reformen (Stichwort Hartz - Gesetze) gegeben. Wir haben also reagiert ... wo sind die Reformen unserer südeuropäischen Partner?

Mal ganz abgesehen von schneller oder langsamer entweichender Luft: ein System, welches sich ordnungspolitisch so dermaßen desavouiert hat wie der Euro, wird niemals funktionieren.

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Elisabeth Dreier

Was schadet mehr weniger Wachstum oder kein Volksvermögen mehr?

Jetzt werden Euros nach Südeuropa transferiert, sei es über die Target II Salden oder über Kredite, Bürgschaften bzw. Anleihekäufe. Und was machen die Südeuropäer damit. Die legen es in Deutschen,... Werten an, d. h. Immobilien, Firmen, fetten Autos... Und was bleibt uns am Ende, Euros die nichts mehr wert sind und Forderungen die nicht mehr bedient werden.
Unter diesen Bedingungen verzichte ich gern auf Wachstum des Bruttoinlandproduktes. Und mit Sicherheit auch die Daimlermitarbeiter, denn deren Rieserrentenverträge sind später auch nix mehr wert. Der Euro wird entweder durch dauerhafte Inflation und Transaktion am Leben gehalten oder zerfallen. Letzteres wäre mir lieber, da hat das Spiel endlich ein Ende.

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Ulrich Becker

Das klingt vernünftig!

Ob der Euro weg muss oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen - das sollen Fachleute tun, dafür sind sie da (Politiker meine ich damit nicht..). Aber ich bin auch der Meinung, dass die Blase platzen muss, damit der Ursache die spürbare Wirkung folgt. Ständig neue Regeln, gegen jede Vernunft sind Augenwischerei, helfen nicht und bestätigen lediglich die Klientel, die für die Krise verantwortlich ist, so weiter zu machen wie bisher.

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Rolf-Dirk Maehler

Nein, die Politik hat bisher an keiner Stelle geholfen, sondern die Situation nur verschlimmert

Der Fall Griechenlands kann als Paradebeispiel genommen werden: Daß die Schuldenlast dieses Landes mittlerweile eine Größenordnung erreicht hat, die andere mit in den Abgrund reißen kann, ist darauf zurückzuführen, daß immer neue Kredite gewährt worden sind, denn auch Hilfsmaßnahmen können kaum als Geschenk gewährt werden, obwohl sie es faktisch sind. Und auch die Kontrollen der Troika haben trotz der Feststellung, daß man weit hinter den Zusagen geblieben ist, bisher keine Konsequenzen gehabt. Und auch in Spanien sind alle zugesagten Sparmaßnahmen kaum ausreichend. Und nur bei den Ärmsten zu sparen dürfte kaum zu den gewünschten Resultaten führen, weil die absoluten Beträge zu gering sind. Die Krisengewinnler sind immer noch außen vor. Wer z.b. die Löhne der Müllwerker um 25% kürzen will, aber bei Regierung und Administration nur von 7-10% spricht und evtl das 14. Gehalt streichen will, lässt Gerechtigkeit vermissen. Und auch der Königshaushalt steuert bestenfalls ein Trinkgeld bei.

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Elisabeth Dreier

Die Schuldenblase muss platzen. Genauso ist es, der Euro muss weg.

Die Steuereinnahmen und die Wachstumseinschätzungen der Südeuropäer sind unrealistisch. Aber es werden weiter Schulden gemacht, mehr denn je um brennende Probleme xyz zu lösen. Mit den Target II Salden werden unter der Hand Werte aus den starken Volkswirtschaften abgezogen. Jetzt wo die Kreditvergabe klemmt, beginnt das Hauen und Stechen um das Vermögen gewichtiger Gläubigerländer, wie Deutschland und Niederlande. Das wird weiter ausufern, warten wir ab, ob Griechenland neue Kredite erhält, dann dreht sich der Kreisel noch schneller.
Aber was wird übrig bleiben, Misstrauen in die Demokratie und Hass unter den Ländern der EU. Danke im Voraus Fr. Merkel und Hr. Schäuble. Für was war dies nötig?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.08.2012 19:13 Uhr
Elisabeth Dreier

Das ist nicht das Problem Hr. Uhlig!

Wenn der Händler nicht zahlen kann, so verliert die Firma die Forderung, also wird sie z. B. Griechen kaum etwas ohne Vorkasse verkaufen.

Die negativen Target II Salden basieren darauf das Südeuropäer mehr Geld abheben(teils auf Kredit) als einzahlen, damit also die Banken Geld von ihrer Zentralbank abziehen bzw. anfordern als Kredit. Dieses abgehobene Geld wird weitertransferiert nach Deutschland um zu investieren in feste Werte, d. h. in Immobilien, Aktien, auch Autos und anderes. Es sind ja auch Euros, kommen aber von Südeuropa. Damit hat Deutschland Geldzufluss und Südeuropa Geldabfluss. Für Spanien wachsen die negativen Target Salden um täglich 1 Milliarde Euro. Das wird toleriert, in den USA werden negative Target II Salden nicht toleriert. Wahnsinn. Ich stimme Ihnen zu, wer so etwas toleriert ist selbst schuld.

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Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 02.08.2012 17:51 Uhr

Kehrseite von Target II nicht übersehen !

"Mit den Target II Salden werden unter der Hand Werte aus den starken Volkswirtschaften abgezogen." Wer Ware exportiert, die der andere gar nicht zahlen kann, ist selber Schuld. Die hohen Target II Salden von D sind unsere eigene Schuld, denn es ist lange bekannt, dass z.B. der griechische Usu-Händler den 7er BMW gar nicht zahlen kann, den er allen Ernstes geliefert bekommt, weil die Bundesbank das "Geschäft" (!!!) garantiert.

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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