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Anlagebetrug UBS-Händler Adoboli muss ins Gefängnis

Kweuku Adoboli brachte die Schweizer Großbank UBS um 2,3 Milliarden Dollar. Er selbst will nur zum Wohl des Unternehmens gehandelt haben, das laut Anklage kurz vor dem Ruin stand.

© REUTERS Kweku Adoboli auf dem Weg in das Londoner Gericht

Ein Jahr nach Bekanntwerden eines milliardenschweren Falles von Zockerei bei der Schweizer Großbank UBS ist der 32 Jahre alte Ex-Händler Kweku Adoboli zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Dem Gericht zufolge muss er mindestens die Hälfte der Zeit absitzen.

Zuvor hatte eine Jury den Mann in zwei Fällen des Betrugs für schuldig befunden. Die Fälschung der Bücher konnte die Jury am Southwark Crown Court dem heute 32 Jahre alten Mann nicht nachweisen.

Es handelt sich um einen der größten Betrugsfälle in der europäischen Bankengeschichte. Adoboli steht damit in einer Reihe mit dem französischen Betrüger Jérôme Kerviel, der die französische Bank Société Générale um fünf Milliarden Euro gebracht hat und dem britischen Zocker Nick Leeson, der mit seinen Risikogeschäften die Barings Bank in die Knie zwang.

Adoboli hatte mit risikoreichen Börsengeschäften die UBS um insgesamt 2,3 Milliarden Dollar gebracht. Er selbst hatte den Betrug bis zuletzt bestritten. Er habe lediglich versucht, zum Wohl der Bank zu arbeiten, gab er an. Kollegen und Vorgesetzte hätten von den Geschäften, bei denen er das Risikomanagement der Bank umgangen hatte, gewusst.

Der junge Händler hatte Schattenkonten gebildet und darüber Börsengeschäfte  abgewickelt, die weit oberhalb des erlaubten Handelsrahmens gelegen hatten. Er nutzte dazu Geld der Bank. Deshalb hätte er zwingend Gegengeschäfte zur Absicherung machen müssen - was er unterließ. Der junge Händler hatte Erfahrungen im Back Office - wo die Risikomechanismen überwacht werden. Das nutzte er für den Betrug.

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Die Verteidigung warf der Bank vor, sie hätte zulange zugeschaut. In der Tat griff das Risikomanagement der UBS erst ein, als Adoboli massiv Verluste angehäuft hatte. Ein Sprecher der Londoner City Police sagte hingegen: „Es handelt sich hier um einen jungen Mann, der alles wollte, aber nicht bereit war zu warten.“

Der Angeklagte hatte deshalb vor Gericht angegeben, sich nicht persönlich bereichert zu haben. Er habe die Geschäfte zum Wohl der Bank machen wollen, die der Sohn eines Diplomaten aus Ghana als „seine Familie“ bezeichnete. Kollegen und Vorgesetzte hätten von den Praktiken gewusst.

Die UBS war durch die Verluste vorübergehend in Schwierigkeiten geraten und rutschte phasenweise in die Verlustzone. Vorstandschef Oswald Grübel und weitere führende Banker mussten gehen. Dennoch war bis kurz vor Schluss des Prozesses fraglich, ob das Vorgehen strafrechtlich relevant war.

Die Staatsanwaltschaft warf Adoboli vor, mit seiner Zockerei die UBS an den Rande des Untergangs gebracht zu haben. UBS sei „ein oder zwei Wetten vom Ruin entfernt“ gewesen, hatte Staatsanwältin Sasha Wass erklärt. Phasenweise habe UBS durch die Geschäfte Adobolis mit bis zu  zwölf Milliarden Dollar in der Kreide gestanden. Er habe geglaubt den „Magic Touch“ zu haben und seine eigene Karriere vorantreiben wollen.

Quelle: dpa/AFP/Bloomberg/Reuters

 
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