11.04.2009 · Fachleute wissen: In wirtschaftlich schlechten Zeiten sinken die Krankenstände in den Betrieben. Das scheint sich auch jetzt wieder zu bewahrheiten. Im ersten Quartal ging der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent zurück.
Trotz einer starken Grippewelle in diesem Winter ist der Krankenstand in Deutschland einem Bericht zufolge auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums berichtete, fehlten die Arbeitnehmer von Januar bis März 2009 durchschnittlich 3,26 Prozent der Sollarbeitszeit. Die Fehlzeiten entsprechen demnach 1,8 Arbeitstagen.
Dem Blatt zufolge ist das der niedrigste Wert für die ersten drei Monate eines Jahres seit der Wiedervereinigung. Gegenüber dem ersten Quartal 2008 sank der Krankenstand laut „Welt“ um fünf Prozent. Frauen fehlten in den ersten drei Monaten dieses Jahres wegen Krankheit mit 3,5 Prozent der Sollarbeitszeit deutlich häufiger als Männer mit 3,06 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Krankenstand im ersten Quartal laut „Welt“ noch um 25 Prozent höher.
Steigende Jobangst und weniger schwere Arbeit
Arbeitsmarktexperten machen vor allem die steigende Jobangst in Zeiten der schweren Wirtschaftskrise für die Entwicklung verantwortlich. Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller, sagte: „In wirtschaftlichen Krisenzeiten haben die Beschäftigten mehr Angst, ihren Job zu verlieren. Tendenziell sinken in solchen Zeiten die Krankenstände.“
Das Blatt führte die Entwicklung aber auch auf Veränderungen am Arbeitsplatz zurück: So nehme der Anteil der Menschen ab, die körperlich schwer arbeiten müssten. Diese Berufsgruppen haben normalerweise einen hohen Krankenstand. Das Bundesgesundheitsministerium erfasst den Krankenstand nur für Pflichtversicherte in den Kassen. Aussagen über die Arbeitszeit sind darin nicht enthalten. Die Behörde konnte deswegen die Berechnungen der Zeitung nicht bestätigen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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