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Amerikas Manager Auch in schlechter Zeit weich gebettet

04.11.2009 ·  Trotz fallender Aktienkurse wuchs der Wert von Pensionspaketen amerikanischer Manager im vergangenen Jahr um durchschnittlich 19 Prozent. Damit erhält die Diskussion um die Vergütung von Führungskräften neue Nahrung.

Von Norbert Kuls
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Die betrieblichen Rentenansprüche amerikanischer Manager sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr trotz fallender Aktienkurse um durchschnittlich 19 Prozent gestiegen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ und gibt damit der fortgesetzten Debatte um die Vergütung von Managern in den Vereinigten Staaten neuen Treibstoff. Für 200 amerikanische Manager haben sich die Pensionspakete sogar um mehr als 50 Prozent vergrößert. Die Daten basieren auf einer Analyse von 340 im Aktienindex S&P 500 abgebildeten Unternehmen. Die Aktienkurse der untersuchten Unternehmen waren angesichts der Finanzkrise im vergangenen Jahr um durchschnittlich 37 Prozent gefallen.

Aktiengesellschaften müssen der Wertpapieraufsicht seit 2007 den geschätzten Wert der Betriebsrenten von Spitzenmanagern und deren Wachstum gegenüber dem Vorjahr melden. Der Trend hat in der allgemeinen öffentlichen Kritik an einer vielfach als überhöht empfundenen Vergütungspraxis bisher keine große Rolle gespielt. Dabei handelt es sich oft um Pakete in zweistelliger Millionen-Dollar-Höhe.

„Einige Anreizzahlungen“ bringen Millionen

Triebfeder der steigenden Pensionszusagen ist der generelle Anstieg von Gehalts- und Bonuszahlungen, die in der Regel mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit multipliziert werden. Im Fall von Richard Clark, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmakonzerns Merck & Co., war der Teil der Vergütung, die der Berechnung seiner Betriebsrente zugrunde liegt, 2008 um 6 Millionen Dollar gestiegen. Der Wert seiner Pension stieg deswegen von 11,9 Millionen Dollar auf 21,7 Millionen Dollar. Für den Vorstandschef des Ölkonzerns Conoco Phillips, Jim Mulva, spielten „einige Anreizzahlungen“ in der Gesamtvergütung eine Rolle, als sein Rentenwert kalkuliert wurde. Das trug dazu bei, dass der Wert von Mulvas Pension um 9,5 Millionen Dollar auf 68,2 Millionen Dollar kletterte.

Auch für Rex Tillerson, den Vorstandschef des Konkurrenten Exxon Mobil, zahlte sich sein 4-Millionen-Dollar-Bonus zusätzlich aus. Seine Pensionszusage stieg deswegen um 8 Millionen auf 31 Millionen Dollar. Exxon Mobil berechnet die Pensionszahlungen an Manager auf Basis der drei höchsten Bonuszahlungen in den fünf Jahren vor der Rente. Ein Sprecher von Exxon rechtfertigt das mit einem zusätzlichen Anreiz besonders für ältere Manager. „Indem wir die Boni auf die fünf Jahre vor der Rente beschränken, gibt es eine starke Motivation für Manager, weiter hohe Leistung zu bringen“, sagte der Sprecher.

Ebenfalls positiv auf die Pensionszahlungen wirkt es sich aus, wenn Unternehmen einfach die Dauer der Betriebszugehörigkeit von Managern verlängern. Diese vielfach kritisierte Methode führte im Fall von Peter Darbee, dem Vorstandschef des Versorgers PG&E, zu einem Anstieg seines Rentenpakets um 38 Prozent auf 5,2 Millionen Dollar. Das Unternehmen verlängerte die Länge seines Dienstes für das Unternehmen um 5 Jahre. Damit wollte PG&E ein Ungleichgewicht zwischen dem Pensionspaket von Darbee und anderen Spitzenmanagern des Konzerns ausgleichen, hieß es.

Auch wenn Manager einen runden Geburtstag feiern, kann sich das auf die Höhe der Rente auswirken. So stieg der Wert der Pensionsansprüche von Michael Szymanczyk, Vorstandschef des Zigarettenherstellers Altria, auf 23,5 Millionen Dollar, nachdem er im vergangenen Jahr 60 Jahre alt wurde. Der Manager profitierte von einem Zuschuss, der eigentlich als Anreiz für Vorruhestand gedacht war.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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