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Amerikanische Notenbank Obama schürt Spekulation über Bernankes Abschied

 ·  Die Hinweise auf einen Abschied Ben Bernankes als Vorsitzender der amerikanischen Notenbank verdichten sich. Bernanke sei schon länger geblieben, als von ihm erwartet wurde, sagte Präsident Obama. Nachfolgerin könnte Janet Yellen werden.

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© AP Vergrößern Janet Yellen

Der Frage, ob er Bernanke wieder ernennen würde, falls dieser wolle, wich Obama aus. In bemerkenswerter Weise sprach er vom Fed-Vorsitzenden in der Vergangenheitsform. Bernanke sei „ein herausragender Partner gewesen, um uns dabei zu helfen, uns wirtschaftlich viel stärker zu erholen als beispielsweise unsere europäischen Partner“, sagte Obama.

Bernankes Amtszeit als Vorsitzender der Federal Reserve endet im Januar 2014. In Amerika zählt es zu den wichtigsten Rechten des Präsidenten, den Fed-Vorsitzenden zu berufen. Dieser muss vom Senat bestätigt werden. Bernanke war ursprünglich vom Republikaner George W. Bush ernannt worden. Obama betätigte ihn 2010 für weitere vier Jahre im Amt. Er hat nun seine letzte Chance, einen eigenen Kandidaten zu bestimmen.

Dem generell reserviert wirkenden Bernanke wird eine gewisse Amtsmüdigkeit nachgesagt. Im März hatte er gesagt, mit dem Präsidenten „ein wenig“ über seine Zukunft gesprochen zu haben. Der ehemalige Princeton-Professor erklärte zugleich, er fühle keine persönliche Verantwortung, die von ihm eingeleitete Lockerung der Geldpolitik wieder abzuwickeln. „Ich denke nicht, dass ich die einzige Person in der Welt bin, die den Ausstieg managen kann“, sagte Bernanke.

An diesem Mittwoch wird er nach der Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve wieder Fragen von Journalisten beantworten. Bernanke hatte die Spekulationen angefacht, weil er sich aus persönlichen Gründen bei der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole Ende August von seiner Stellvertreterin Janet Yellen vertreten lässt.

Analysten sehen Yellen als wahrscheinlichste Nachfolgerin, sollte Bernanke gehen. Die frühere Berkeley-Ökonomin, Ehefrau des Nobelpreisträgers George Akerlof, wäre die erste Frau an der Fed-Spitze. Sie fokussiert in der Krise stark auf die Verantwortung der Fed zur Verringerung der Arbeitslosigkeit. Manche Analysten haben indes Vorbehalte, ob sie einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik schnell genug einleiten werde.

Als weitere mögliche Kandidaten gelten die früheren Finanzminister Timothy Geithner und Lawrence Summers. Geithner hat öffentlich Interesse an dem Amt bestritten. Doch hatte er sich von Obama 2009 auch in das Amt des Finanzministers bitten lassen. Summers, ein früherer Obama-Berater, soll schon vor vier Jahren Interesse an dem Posten gezeigt haben. Spekuliert wird auch über die früheren Fed-Vizevorsitzenden Roger Ferguson und Donald Kohn, sowie über den scheidenden Gouverneur der Bank von Israel, Stanley Fischer.

Die Fed debattiert derzeit, wann sie die quantitative Lockerung, den Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren von 85 Milliarden Dollar im Monat schrittweise zurücknehmen soll. Die Erwartung eines beginnenden Ausstiegs hat die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf rund 2,2 Prozent steigen lassen. Die Inflationsrate stieg im Mai von 1,1 auf 1,4 Prozent, wie die Statistiker am Dienstag mitteilten. Sie liegt deutlich unter dem mittelfristigen 2-Prozent-Ziel der Fed. Der Anstieg dürfte Bedenken mancher Geldpolitiker dämpfen, dass die Inflation zu niedrig liege.

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18.06.2013, 18:12 Uhr

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