Amerika: Obama will Jack Lew zum Finanzminister berufen - Wirtschaft - FAZ
http://www.faz.net/-gqe-75mnr

Amerika : Obama will Jack Lew zum Finanzminister berufen

Jack Lew Bild: dpa

Der amerikanische Präsident Barack Obama wird am Donnerstag Jacob „Jack“ Lew zum neuen Finanzminister berufen. Das berichten amerikanische Medien mit Verweis auf demokratische Parteikreise.

          Der 57 Jahre alte Lew ist derzeit Stabschef im Weißen Haus und diente Obama zuvor als Direktor des Budgetbüros. Die Nominierung Lews zum 76. Finanzminister der Vereinigten Staaten muss vom Senat bestätigt werden. Lew ist ein ausgewiesener Fachmann in Haushaltsfragen. Er gilt als ausgesprochen loyaler Vertrauter Obamas, der in allen Sparrunden besonders für den Schutz der Sozialversicherungen kämpft. Schon in den neunziger Jahren unter Präsident William Clinton war er während der großen Budgetstreitigkeiten mit dem damals republikanisch bestimmten Kongress Budgetdirektor im Weißen Haus. Seine Laufbahn in Washington begann er als Mitarbeiter von Thomas Phillip „Tip“ O’Neill, der in den achtziger Jahren mit dem republikanischen Präsidenten Ronald Reagan bedeutende Kompromisse in der Finanz- und Steuerpolitik aushandelte.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Mit der Berufung von Lew verdeutlicht Obama, dass er einen Schwerpunkt auf die heimische Finanzpolitik legen will. Schon gegen Ende Februar steht der nächste große Konflikt mit den Republikanern über die Anhebung der Schuldengrenze von 16,4 Billionen Dollar an. Die Republikaner mit ihrer Mehrheit im Abgeordnetenhaus haben schon angekündigt, dass sie diese Hürde nutzen wollen, um Ausgabenkürzungen zu erzwingen.

          Arbeitsministerin Solis wird zurücktreten

          Im Gegensatz zu vielen Vorgängern bringt der wackere Parteisoldat wenig Erfahrung aus der Finanzwelt oder viele Kontakte in Unternehmen mit. In Fragen der internationalen Finanz- und Währungspolitik ist Lew bislang nicht hervorgetreten. Das ist ein Manko, weil er die Vereinigten Staaten auch im Kreis der G8 und der G20 vertreten muss.

          Timothy Geithner, der jetzige Finanzminister, hatte schon vergangenes Jahr erklärt, er werde für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Geithner hatte das Amt im Januar 2009 angetreten, nachdem er schon 2007/08 als Präsident der regionalen Federal Reserve Bank von New York an der Bewältigung der Finanzkrise mitgewirkt hatte. Geithner ist der letzte aus dem Ökonomen-Team, das Obama in seiner ersten Präsidentschaft um sich geschart hatte. Lawrence Summers hat sich schon 2011 wieder an die Harvard Universität verabschiedet. Auch Christina Romer, die Vorsitzende des Council of Economic Advisers, ist an die Berkeley Universität zurückgekehrt. Peter Orszag, der Vorgänger von Lew als Budgetdirektor, wechselte zur Citigroup.

          Am Mittwoch wurde zugleich bekannt, dass Arbeitsministerin Hilda Solis vom Amt zurücktreten wird. Das Weiße Haus erklärte zudem, dass Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius auch der nächsten Regierung angehören werde.

          Weitere Themen

          Trumps Vernebelungstaktik

          Russland-Affäre : Trumps Vernebelungstaktik

          Donald Trump hat wieder einmal einen Skandal entdeckt: Weil das FBI sein Wahlkampf-Team ausspioniert habe, sei die Russland-Untersuchung am Ende. Mit diesem Manöver verfolgt der Präsident eine vertraute Taktik.

          Löw glaubt an Neuer Video-Seite öffnen

          Trainingslager : Löw glaubt an Neuer

          Der Torhüter von Bayern München hat nach seinem Mittelfußbruch seit September kein Pflichtspiel mehr bestritten. Bundestrainer Joachim Löw hat ihn trotzdem in seinen vorläufigen WM-Kader berufen.

          Topmeldungen

          Eng verbunden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in Peking vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping begrüßt.

          Merkel in Peking : In Chinas Arme

          Im neuen großen Spiel der Mächte steht Europa ungewohnt einsam da. Gewicht bekommt seine Außenpolitik nur durch Einigkeit. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.