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Auftrag für Lockheed Martin : Amerika gibt fast eine Milliarde für Hyperschallrakete aus

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Werbung für einen Lockeed-Martin-Marschflugkörperin Polen im Jahr 2017 Bild: Reuters

Weil China und Russland über ähnliche Waffensysteme verfügen, hat die amerikanische Luftwaffe nun auch Hyperschallraketen in Auftrag gegeben. Sie können lange Strecken zurücklegen und Raketenabwehrsysteme umgehen.

          Die amerikanische Luftwaffe hat dem Rüstungshersteller Lockheed Martin 928 Millionen Dollar (748 Millionen Euro) für die Entwicklung einer Hyperschallrakete zur Verfügung gestellt. Der Vertrag umfasse alle Elemente einer konventionellen Hyperschall-Langstreckenrakete, die von einem Kampfflugzeug aus abgeschossen werden kann, erklärte das Pentagon am Mittwoch. Die Vereinigten Staaten reagieren damit auf die schnell fortschreitende Entwicklung ähnlicher Waffen in Russland und China.

          Peking habe bereits ein „ziemlich reifes System“ für eine Hyperschallrakete mit einer Reichweite von mehreren tausend Kilometern gebaut, erklärte ein Pentagon-Vertreter am Donnerstag. Mit den heutigen Abwehrsystemen werde die amerikanische Armee „diese Dinger nicht kommen sehen“.

          Hyperschallwaffen können gängige Raktenabwehrsysteme umgehen, weil sie die Richtung während des Flugs ändern und keine voraussehbare Flugbahn wie herkömmliche Raketen haben.

          Russlands hatte im März verkündet, erfolgreich eine Hyperschallrakete getestet zu haben. Nach Angaben von Präsident Wladimir Putin kann die Präzisionsrakete vom Typ Kinschal (Dolch) zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen und demnach alle existierende Abwehrsysteme überwinden.

          Die amerikanische Regierung kündigte unterdessen eine Änderung ihrer Waffenpolitik an, um Exporte und Arbeitsplätze zu fördern. So sollen etwa Einschränkungen für den Verkauf von Dronen aus amerikanischer Produktion aufgehoben werden, um den expandierenden Markt nicht China zu überlassen. Für Präsident Donald Trump spielen Waffenexporte eine wichtige Rolle beim angestrebten Ausgleich des amerikanischen Handelsdefizits.

          Trump hatte nach Informationen aus seinem Außenministerium in praktisch jedem Telefonat, das er mit Staats- und Regierungschefs wichtiger Alliierter geführt hat, zu mehr Käufen von amerikanischen Rüstungsgütern gedrängt. Die neuen Richtlinien bedeuten eine Lockerung  der Rüstungsexportkontrolle in Amerika, die weit über ähnliche Schritte von Trumps Vorgänger Barack Obama hinausgehen. Obamas neue Regeln aus dem Jahr 2014 ermöglichten es der Rüstungsindustrie bereits, so viel zu exportieren wie noch nie zuvor.

          Das amerikanische Außenministerium betonte mit Blick auf die unter Trump vorgesehenen Genehmigungskriterien, dass der Zustand der Menschenrechte in den zu beliefernden Ländern eine ebenso große Rolle spiele wie die Bedürfnisse von Verbündeten sowie die  wirtschaftlichen Interessen der Rüstungskonzerne.

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