23.06.2009 · Das deutsche Rentensystem zeigt sich in der Wirtschaftskrise bisher robust. In anderen Industrieländern stecken sowohl die kapitalgedeckte als auch die umlagefinanzierte Alterssicherung schon in Schwierigkeiten.
Von Heike GöbelDas deutsche Rentensystem zeigt sich in der Wirtschafts- und Finanzkrise bisher vergleichsweise robust. Hingegen stecken in anderen Industrieländern sowohl die kapitalgedeckte als auch die umlagefinanzierte Alterssicherung schon in Schwierigkeiten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Dienstag in Paris und Berlin vorgestellt worden ist.
Die deutsche Alterssicherung profitiert demnach von der auch dank Kurzarbeit noch relativ günstigen Lage am Arbeitsmarkt. Das gilt insbesondere für die vor allem aus Beiträgen finanzierte gesetzliche Rente. Die kapitalgedeckten betrieblichen Renten und die staatlich geförderte Riestervorsorge werden durch verschiedene Schutzmechanismen gestützt, etwa eine konservative Anlagestrategie der Pensionsfonds. Damit sei es in Deutschland gelungen, das Vertrauen in die freiwillige private Vorsorge aufrechtzuerhalten, sagte die OECD-Rentenexpertin Monika Queisser. Für die betrieblichen Renten habe sich der Pensionssicherungsverein als stabil erwiesen, allerdings dürften die Beiträge der Unternehmen stark steigen, sollten große Unternehmen in Konkurs gehen. Die gesetzliche Rente könne bei steigender Arbeitslosigkeit unter Druck geraten. Letztlich sei kein Land oder System gegen die Krise immun, sagte Queisser. Es sei deshalb wichtig, die Alterseinkommen auf mehrere Säulen zu stellen.
Billionenverluste für private Pensionsfonds
Nach Schätzung der OECD haben private Pensionsfonds in den Mitgliedsländern der Organisation im vergangenen Jahr 23 Prozent ihres Wertes verloren, rund 5,4 Billionen Dollar. Die größten Verluste gebe es in Irland, Australien und in den Vereinigten Staaten, in denen ein besonders großer Teil des Altersvorsorgekapitals in Aktien investiert worden sei. Doch auch auf die durch Steuern oder Beiträge finanzierten Umlagesysteme in Italien, Österreich, Frankreich oder Griechenland schlage die Krise durch. Hier dürften Reformen oder auch Rentenkürzungen erforderlich werden, erwartet die OECD. In Deutschland hätten dagegen bisherige Korrekturen am Rentenrecht schon für eine Entlastung der Kassen gesorgt. Die gesetzliche Rente ersetze Geringverdienern nach 45 Beitragsjahren nur noch 43 Prozent des Bruttoeinkommens, weniger als in allen anderen OECD-Ländern. Zu den Geringverdienern zählen Arbeitnehmer mit einem Einkommen auf der Hälfte des Durchschnittsverdienstes (gemessen nach OECD-Standard). Im Schnitt betrage die Ersatzrate in der OECD 71,9 Prozent.
Das ist ja nett gesagt
Patrick Peters (hagane)
- 23.06.2009, 23:17 Uhr
Robustes System?
Marco Vogt (VogtNuernberg)
- 24.06.2009, 00:33 Uhr
Solange die Masse die Zinseszinsrechung nicht beherrscht...
Willy Wälzlager (willywaelzlager)
- 24.06.2009, 09:27 Uhr
Ein Link zu dieser Studie.....
Michael Meier (never1)
- 24.06.2009, 14:32 Uhr
Auf Sand gebaut
Arwed Schmidt (SDT)
- 25.06.2009, 00:23 Uhr
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
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