http://www.faz.net/-gqe-77ldz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 12.03.2013, 14:54 Uhr

„Alternative für Deutschland“ Euroskeptische Partei hält erste Versammlung ab

Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat die neue euroskeptische Partei „Alternative für Deutschland“ ihre erste öffentliche Versammlung abgehalten. Dabei wurde Kanzlerin Merkel scharf kritisiert.

© dapd Der Ökonom Bernd Lucke am Pult

Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat die neue euroskeptische Partei Alternative für Deutschland ihre erste öffentliche Versammlung abgehalten. Rund 1200 Zuhörer kamen am Montagabend nach Oberursel bei Frankfurt am Main, wo mehrere Parteimitbegründer auftraten. Die Halle war bis auf den letzten Platz  belegt.

Parteigründer Bernd Lucke schaffte es in seiner Rede mit einigen verbalen Angriffen auf die „alternativlose“ Bundeskanzlerin erstaunlich schnell, den Saal zum Kochen zu bringen: „Wir haben eine Regierung, die sich nicht an Recht und Gesetz und die Verträge gehalten hat und die einen eklatanten Wortbruch gegenüber der deutschen Bevölkerung begangen hat“, sagte Lucke. Immer wieder brauste Applaus auf.

Der Publizist, Mitgründer und ehemalige „FAZ“-Redakteur Konrad Adam, kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei falsch, wenn diese im Zusammenhang mit dem Euro-Rettungsschirm sage, es gebe keine Alternative. „Politik lebt von Alternativen“, fügte Adam hinzu. Er forderte für diejenigen, die „nicht bleiben können oder wollen“, die Möglichkeit, aus dem Euroraum auszutreten.

Supporters of Germany's anti-euro party "Alternative fuer Deutschland" (alternative for Germany) wait for the start of the first informal meeting of the party in Oberursel © REUTERS Vergrößern 1200 Zuhörer kamen am Montagabend nach Oberursel bei Frankfurt.

Die Partei soll im April bei einem Kongress in Berlin offiziell ins Leben gerufen werden und will zur Bundestagswahl im September antreten. Die neue Partei fordert eine „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes“ und die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die „Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde“, wie es auf ihrer Webseite heißt.

In Oberursel klang immer wieder auch Skepsis unter den Fragenden durch, ob die kleine neue Partei eine Chance habe, zur Bundestagswahl anzutreten. Wie Lucke es schaffen wolle, in zwei Monaten bis Mitte Juli in jedem Bundesland 2000 Unterstützerunterschriften zu sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden. „Wir schaffen das mit Ihrer Mitarbeit. Hier sind 1200 Leute, mit Ihnen bekommen wir die Unterschriften ohne weiteres zusammen.“

Zu den Unterstützern der Alternative für Deutschland gehören viele Wirtschaftsprofessoren, die Lehrstühle innehaben oder hatten. Auch der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, findet sich auf der Unterstützerliste.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/AFP/ppl.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umfrage Hälfte der Deutschen lehnt vierte Amtszeit Merkels ab

Viele Deutsche sind skeptisch gegenüber einer möglichen Kanzlerkandidatur Angela Merkels. Einer Umfrage zufolge sind rund 50 Prozent gegen eine weitere Amtszeit. Mehr

28.08.2016, 05:42 Uhr | Aktuell
Hitzewelle in Deutschland Das Wochenende bleibt heiß

Wenige Tage vor dem meteorologischen Beginn des Herbstes zeigt sich der Sommer noch einmal von seiner besten Seite. Heiße Temperaturen und strahlender Sonnenschein vom Rhein bis an die Oder. Die Hitzewelle, die derzeit ganz Deutschland beherrscht, bringt auch am Wochenende Urlaubstemperaturen. Mehr

26.08.2016, 18:28 Uhr | Gesellschaft
Vertrauliches Treffen Bereitet Merkel mit Kretschmann Schwarz-Grün vor?

Aus seiner Vorliebe für eine Koalition mit der Union auch im Bund macht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kein Geheimnis. Nun traf sich der Grünen-Politiker zu einem vertraulichen Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel. Mehr

26.08.2016, 15:38 Uhr | Politik
Prepper in Deutschland Vorbereitet auf jeden Ernstfall

Bastian Blum aus Krefeld ist ein sogenannter Prepper. Das heißt, er ist vorbereitet auf den Ernstfall: auf Chemieunfälle, Unwetter, Terrorangriffe und andere denkbare Katastrophen. Dafür bunkert der Gründer der Prepper Gemeinschaft Deutschland in seinem Keller Nahrungsmittel, abgepacktes Trinkwasser, Gasmasken und Medikamente. Mehr

27.08.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Flüchtlinge Söder will Hunderttausende zurückschicken

Es ist eine neue Attacke aus der CSU gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Bayerns Finanzminister Söder sieht anders als Angela Merkel für hunderttausende Menschen aus Irak oder Syrien keine Zukunft in Deutschland. Mehr

27.08.2016, 11:12 Uhr | Politik

Nach dem Golde drängt alles

Von Christian Siedenbiedel

Schon in Goethes „Faust“ heißt es: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“. Was aber rückt das Gold heute wieder so in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger? Der Brexit? Sorgen um die Weltwirtschaft? Etwas ganz anderes? Mehr 3 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden