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„Alternative für Deutschland“ : Euroskeptische Partei hält erste Versammlung ab

  • Aktualisiert am

Der Ökonom Bernd Lucke am Pult Bild: dapd

Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat die neue euroskeptische Partei „Alternative für Deutschland“ ihre erste öffentliche Versammlung abgehalten. Dabei wurde Kanzlerin Merkel scharf kritisiert.

          Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat die neue euroskeptische Partei Alternative für Deutschland ihre erste öffentliche Versammlung abgehalten. Rund 1200 Zuhörer kamen am Montagabend nach Oberursel bei Frankfurt am Main, wo mehrere Parteimitbegründer auftraten. Die Halle war bis auf den letzten Platz  belegt.

          Parteigründer Bernd Lucke schaffte es in seiner Rede mit einigen verbalen Angriffen auf die „alternativlose“ Bundeskanzlerin erstaunlich schnell, den Saal zum Kochen zu bringen: „Wir haben eine Regierung, die sich nicht an Recht und Gesetz und die Verträge gehalten hat und die einen eklatanten Wortbruch gegenüber der deutschen Bevölkerung begangen hat“, sagte Lucke. Immer wieder brauste Applaus auf.

          Der Publizist, Mitgründer und ehemalige „FAZ“-Redakteur Konrad Adam, kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei falsch, wenn diese im Zusammenhang mit dem Euro-Rettungsschirm sage, es gebe keine Alternative. „Politik lebt von Alternativen“, fügte Adam hinzu. Er forderte für diejenigen, die „nicht bleiben können oder wollen“, die Möglichkeit, aus dem Euroraum auszutreten.

          1200 Zuhörer kamen am Montagabend nach Oberursel bei Frankfurt.
          1200 Zuhörer kamen am Montagabend nach Oberursel bei Frankfurt. : Bild: REUTERS

          Die Partei soll im April bei einem Kongress in Berlin offiziell ins Leben gerufen werden und will zur Bundestagswahl im September antreten. Die neue Partei fordert eine „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes“ und die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die „Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde“, wie es auf ihrer Webseite heißt.

          In Oberursel klang immer wieder auch Skepsis unter den Fragenden durch, ob die kleine neue Partei eine Chance habe, zur Bundestagswahl anzutreten. Wie Lucke es schaffen wolle, in zwei Monaten bis Mitte Juli in jedem Bundesland 2000 Unterstützerunterschriften zu sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden. „Wir schaffen das mit Ihrer Mitarbeit. Hier sind 1200 Leute, mit Ihnen bekommen wir die Unterschriften ohne weiteres zusammen.“

          Zu den Unterstützern der Alternative für Deutschland gehören viele Wirtschaftsprofessoren, die Lehrstühle innehaben oder hatten. Auch der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, findet sich auf der Unterstützerliste.

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