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Alkohol Warnhinweis auf Bier- und Weinflaschen angedacht

 ·  Nach den Zigarettenpackungen werden vielleicht bald auch Bier- und Weinflaschen Hinweise tragen, die vor Gesundheitsgefahren warnen. Solche Vorschläge macht die Arbeitsgruppe „Suchtprävention“ für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in einem Papier, das der F.A.Z. vorliegt.

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Nach den Zigarettenpackungen werden vielleicht bald auch Bier- und Weinflaschen Hinweise tragen, die vor gesundheitlichen Gefahren warnen. Ferner gibt es Pläne, ähnlich wie für Tabak auch Werbeverbote für Alkohol zu erlassen und vor allem den Zugang von Jugendlichen zu Getränken zu erschweren. Vorschläge dieser Art hat die Arbeitsgruppe „Suchtprävention“ für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), aufgelistet. In dem „Strategiepapier für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention“, das dieser Zeitung vorliegt, werden Bund und Ländern eine Fülle von Maßnahmen unterbreitet, wie man mit Gesetzen, Verkaufsbeschränkungen und mit Kampagnen den Konsum verringern könnte.

Der Sprecher der Drogenbeauftragten sagte am Montag in Berlin, das seien noch keine politischen Vorschläge, sondern es handele sich lediglich um eine Sammlung von Ideen. Diese seien dem Drogen- und Suchtrat vorgelegt worden. Dieses Gremium, in dem Vertreter aus Bund, Ländern, Kommunen und von sozialen Organisationen sitzen, will in einigen Wochen der Drogenbeauftragten seine Empfehlungen unterbreiten. Im Herbst 2008 soll dann das Bundeskabinett darüber beraten, was zur Alkoholprävention getan werden könnte.

„Gegen den Alkohol an sich zu Felde ziehen“

In dem Strategiepapier wird darauf verwiesen, dass trotz des Rückgangs des Konsums Deutschland im internationalen Vergleich mit jährlich durchschnittlich 10,1 Liter reinen Alkohols auf dem achten Platz rangiert. Nach dem Rauchen und Bluthochdruck sei Alkohol das dritthöchste Krankheitsrisiko. Es wäre „kontraproduktiv“, lautet die Einschätzung der Arbeitsgruppe, „gegen den Alkohol an sich zu Felde zu ziehen“, weil der Teil eines „kultivierten Lebensstils“ sein könne. Man sollte aber die Bürger für einen verantwortungsbewussten Konsum gewinnen. Zum Beweis dafür, dass Alkoholprävention erfolgreich sein könne, wird auf die Steuererhöhung 2004 für spirituosenhaltige Mixgetränke (Alkopops) verwiesen, die die Nachfrage bremste. Doch die Jugendlichen wichen offenbar aus, denn der Pro-Kopf-Konsum lag 2007 mit 50,7 Gramm Alkohol je Woche höher denn je.

Um das besonders schädliche Rauschtrinken Minderjähriger zu verhindern, empfehlen die Experten neben einer Kampagne und einer besseren Alterskontrolle in Geschäften auch eine Steuererhöhung, wobei der Satz parallel zum Alkoholgehalt steigen sollte. „Die deutschen Steuersätze für Bier und Wein entsprechen gerade den EU-Mindeststeuersätzen, so dass in der Konsequenz auch die Einzelhandelspreise im europäischen Vergleich niedrig sind.“ Das Gremium empfiehlt ferner, für Jugendliche auch bei Wein und Bier die Altersgrenze auf 18 Jahre zu erhöhen und an Tankstellen und Autobahnraststätten den Alkoholverkauf gänzlich zu untersagen. Die Promillegrenze für Autofahrer sollte mittelfristig auf 0,2 und langfristig auf Null gesenkt werden.

Da ein Teil der Werbung im Fernsehen besonders Jugendliche anspricht, werden Verbote vorgeschlagen. So sollte das Sponsoring von Sportveranstaltungen untersagt werden und in Kinos vor 22 Uhr keine Alkoholwerbung erlaubt sein. Von Vereinbarungen zur Selbstbeschränkung mit der Industrie wird abgeraten: „Erfahrungen aus dem Bereich Tabak und aus anderen Staaten haben gezeigt, dass diese Maßnahmen wenig geeignet sind, da die Industrie gegen ihre eigenen Interessen verstoßen müsste.“

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