http://www.faz.net/-gqe-761dr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 25.01.2013, 11:28 Uhr

Aktie bricht ein Bei Solarworld droht eine Umschuldung

Nun auch Solarworld: Die Krise in der Branche zieht ihre Kreise. Der Konzern ist im Strudel und ringt ums Überleben. Die Aktie bricht um mehr als 25 Prozent ein.

© REUTERS Handwerker montieren immer häufiger Solarpanele aus Asien auf dem Dach

Das einstige Vorzeigeunternehmen Solarworld kämpft um seine Zukunft. Die Krise in der Solarbranche und der harte Wettbewerb mit China bringen den Bonner Konzern finanziell immer stärker in Bedrängnis. Gläubigern droht nun der Schuldenschnitt. Der Aktienkurs von Solarworld brach am Freitagvormittag um mehr als 25 Prozent ein.

Es stünden „gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft, insbesondere den ausgegeben Anleihen und Schuldscheindarlehen“ an, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Solarworld selbst sprach zugleich von einer „positiven Fortführungsprognose“. Nach Ansicht von Experten steht aber wahrscheinlich ein Gläubigerverzicht an.

Anleihen notieren nur noch bei einem Viertel ihres Nennwerts

Ende September hatte Solarworld eigenen Angaben zufolge langfristige Schulden in Höhe von 1,04 Milliarden Euro. Darunter 543 Millionen Euro in Anleihen und 354,2 Millionen Euro in Schuldscheinen.

Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen gingen am Freitag auf Talfahrt. Die Papiere notierten an der Börse in Stuttgart nur noch bei rund einem Viertel ihres Nennwerts.

Die erforderliche finanzielle Restrukturierung und notwendige Maßnahmen operativer Art dürften aber wohl im Interesse aller umgesetzt werden können, daher bestehe eine „positive Fortführungsprognose“ für das Unternehmen, hieß es in der Pflichtmitteilung. Der Vorstand prüfe laufend diese Prognose und werde „zielführende Gespräche“ einleiten.

Preisverfall sorgt für hohe Verluste

„Nach den gegenwärtigen Finanzkennziffern müssten die bereits begebenen Anleihen durch eine neue Anleihe refinanziert werden. Dies ist weder angesichts des Marktumfelds noch aufgrund der dann nötigen höheren Verzinsung möglich“, sagte Wolfgang Hummel, Experte beim Zentrum für Solarmarktforschung.

Solarworld war wegen des branchenweiten Preisverfalls im dritten Quartal 2012 tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust von rund 69 Millionen Euro erlitten. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen deutlich sinkenden Umsatz sowie einen hohen operativen Verlust. Um gegenzusteuern, hatte Solarworld angekündigt, sein Sparprogramm auszuweiten. Die Jahreszahlen sollen am 21. März präsentiert werden.

Solarworld beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit rund 3000 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Spanien, Frankreich, Südafrika, Asien und den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn gehört nach eigenen Angaben weltweit zu den größten Solarkonzernen und verfügt demnach über Standorte in allen wichtigen Zielmärkten.

Quelle: LSN

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abwicklung läuft Krisenbank Heta erzielt Milliardenüberschuss

Die österreichische Abwicklungsbank Heta kommt mit dem Verkauf ihrer Vermögenswerte offenbar ordentlich voran. Zumindest bis jetzt. Mehr

26.08.2016, 08:01 Uhr | Wirtschaft
Pegasus Schadsoftware bedroht Millionen iOS-Geräte

Eigentlich gelten Apple-Produkte als sicher. Doch vor Kurzem wurde eine Schadsoftware entdeckt, die Hackern vollen Zugriff auf alle Daten ermöglicht. Die Schadsoftware mit dem Namen Pegasus kann auf das Gerät gelangen, wenn Nutzer im Safari-Browser einen präparierten Link anklicken. Am Freitag veröffentlicht Apple ein Update, das die Sicherheitslücke schließen soll. Mehr

27.08.2016, 10:41 Uhr | Wirtschaft
Doping für Unternehmenswerte Wie Aktienrückkäufe die Kurse beflügeln

Viele Unternehmen aus Amerika betreiben Kurspflege - indem sie eigene Aktien kaufen und so den Kurs künstlich in die Höhe treiben. Doch ist das legitim? Mehr

26.08.2016, 11:27 Uhr | Finanzen
Ein Jahr Flüchtlingskrise Im Land der Helfer

Sie sind die Dienstleister der Kanzlerin: Ehrenamtliche, die seit einem Jahr Fulltime arbeiten. Doch was wird, wenn bald nichts mehr zu tun ist? Mehr Von Ralph Bollmann und Jenni Thier

26.08.2016, 19:11 Uhr | Wirtschaft
Veränderte Geldanlagen Ein Leben ohne Zins

Sinkende Preise und schrumpfende Wirtschaft. Die Europäische Zentralbank fürchtet eine Deflation. Daher soll der Niedrigzins zum Normalzustand werden. Gerade das verändert unser Geldanlegen dramatisch. Mehr Von Thomas Klemm

28.08.2016, 11:13 Uhr | Finanzen

Nach dem Golde drängt alles

Von Christian Siedenbiedel

Schon in Goethes „Faust“ heißt es: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“. Was aber rückt das Gold heute wieder so in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger? Der Brexit? Sorgen um die Weltwirtschaft? Etwas ganz anderes? Mehr 15 22

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden