11.06.2009 · „Dieses Drama wird bei uns tiefe Spuren hinterlassen." Dies sagte der Generaldirektor von Air France-KLM, Pierre-Henri Gourgeon, am Donnerstag vor Luftfahrtjournalisten in Paris über den Flugzeugabsturz am Pfingstmontag.
„Dieses Drama wird bei uns tiefe Spuren hinterlassen.“ Dies sagte der Generaldirektor von Air France-KLM, Pierre-Henri Gourgeon, am Donnerstag vor Luftfahrtjournalisten in Paris über den Flugzeugabsturz am Pfingstmontag. Air France stehe heute noch „unter Schock“, tue aber alles, um die Folgen des schwersten Unglücks in der Unternehmensgeschichte zu bewältigen.
Gourgeon persönlich habe am Vortag Angehörige der Opfer getroffen. Zu möglichen Schadensersatzforderungen äußerte er sich nicht. „Es liegen noch keine bestätigten Informationen vor“, sagte er zu den Spekulationen über die Unfallursache.
Unterdessen zeichnen sich die ersten Klagen von Angehörigen der Opfer gegen die Fluggesellschaft ab. Nach Angaben der französischen Zeitung „Figaro“ hat sich eine Familie beim zuständigen Untersuchungsrichter als Nebenklägerin gemeldet. Eine sie vertretende Anwältin kritisiert, dass Air France die Angehörigen nicht ausreichend informiere. Sie wies auch darauf hin, dass in der Unglücksnacht mehr als vier Stunden zwischen dem Verschwinden der Maschine von den brasilianischen Radarschirmen und dem ersten Alarm vergingen.
Dagegen rechnet ein deutscher Anwalt, der die deutschen Opfer vor neun Jahren beim Absturz einer Concorde vertrat, nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP nicht damit, vor Gericht ziehen zu müssen, denn Air France sei voraussichtlich zur raschen Regelung von Schadensersatzforderungen bereit - unabhängig von der Frage, ob Fahrlässigkeit vorliege oder nicht.
Die Katastrophe trifft Air France in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit. Weiterhin sei das Unternehmen quasi zu einem Blindflug gezwungen, weil das Kundenverhalten nicht abzuschätzen sei, meint Gourgeon. Den Abbau der Flugverbindungen von 4,5 bis 5 Prozent in diesem Sommer werde sich wahrscheinlich bis in die Wintersaison 2009/2010 fortsetzen. Das Frachtgeschäft sei eingebrochen und habe sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der aktuelle Einstellungsstopp werde beibehalten, wodurch Air France derzeit etwas größere Kosteneinsparungen erreiche als erwartet. Mitarbeiter des kaum ausgelasteten Frachtgeschäfts würden in diesem Sommer am Pariser Flughafen Charles des Gaulles und an anderen Standorten im Passagierbereich eingesetzt.
Die geplante Erneuerung der Flotte werde zudem in die Zukunft gestreckt, denn die Sicherung der Liquidität habe Vorrang. An der Entgegennahme der drei bestellten A380 bis zum Jahresende aber wolle Air France-KLM festhalten, denn die Maschinen seien je geflogenen Sitzkilometer günstiger als ältere Langstreckenflugzeuge. Diese Nachricht wird der Hersteller Airbus mit Erleichterung aufnehmen. In den vergangenen Tagen hatte bereits die Leasinggesellschaft ILFC, die zehn A380 bestellt hat, eine Verschiebung der Auslieferung oder eine Stornierung angedeutet, dann aber entsprechende Pressemeldungen dementiert.
Das Passagieraufkommen ist bei Air France-KLM im Mai gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 8,1 Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist durch zusätzliche Feiertage etwas verstärkt worden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.543,20 | +0,71% |
| EUR/USD | 1,2482 | −0,47% |
| Rohöl Brent Crude | 106,83 $ | −0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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