22.11.2007 · Ryanair hat der Konkurrenz kürzlich Preisabsprachen vorgeworfen. Ob das stimmt, sei dahingestellt, denn bewiesen ist es nicht. Doch es fällt auf, dass Air France die Tickets seit Einführung der Ölpreisaufschläge im Jahr 2004 vierzehnmal verteuert und nur dreimal verbillig hat.
Von Christian SchubertAir France-KLM hat abermals mit einem kräftigen Gewinnsprung im zweiten Quartal überzeugt. Das Wachstum der Weltwirtschaft hält die Reisetätigkeit auf hohem Niveau, was vor allem die Langstrecken beflügelt. Selbst der dunkle Bilanzfleck, das Frachtgeschäft, hat sich gegenüber dem ersten Quartal verbessert.
Die stark gestiegenen Treibstoffkosten dämpft die Fluggesellschaft mit geschickten, langfristig angelegten Sicherungsgeschäften (Hedging). Zudem helfen dem Unternehmen die kräftigen Preisaufschläge, die Air France-KLM mit dem hohen Ölpreis begründet.
Mehr als 70 Euro Aufschlag
Ryanair warf vier Konkurrenten kürzlich Preisabsprachen vor, weil sie innerhalb kurzer Zeit die Flugpreise um den gleichen Betrag verteuerten. Ob das stimmt, sei einmal dahingestellt, denn bewiesen ist es nicht. Doch es fällt auf, dass Air France die Tickets seit Einführung der Ölpreisaufschläge im Jahr 2004 vierzehnmal verteuert und nur dreimal verbilligt hat. Für Langstreckenflüge beträgt der Aufschlag inzwischen mehr als 70 Euro.
Werden hier mit der Entschuldigung durch gestiegene Treibstoffkosten nicht einfach Preiserhöhungen durchgesetzt? Der Nachfrage scheint dies freilich nichts anzuhaben - die Leute fliegen dennoch.