25.05.2009 · Teurere Butter wäre keine gute Marketingidee für den Wahlkampf - deshalb helfen Union und SPD den Bauern mit niedrigen Treibstoff-Steuern. Sogar die Opposition wird dazu brav nicken, denn nicht einmal die FDP will es sich mit den Bauern verderben.
Von Konrad MrusekVor ein paar Monaten hat sich Bauernpräsident Gerd Sonnleitner noch lustig gemacht über Auto-Manager, die um Staatshilfen bettelten. Sie sollten sich doch einmal ein Beispiel an den Bauern nehmen, für die Umsatzschwankungen von 25 Prozent natürliche Zyklen seien. Damals hoffte Sonnleitner wohl noch, die Bürger würden trotz der Krise wie gewohnt weiter essen, die Agrarpreise daher stabil bleiben. Er hat sich getäuscht. Nicht allein Milch ist so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das liegt nicht nur an den „bösen“ Discountern, sondern auch an sparsameren Kunden.
Da die Politik die Milchpreise im Europäischen Binnenmarkt kaum noch beeinflussen kann und teurere Butter keine gute Marketingidee für den Wahlkampf wäre, helfen die Regierungsparteien nun auf andere Weise. Die Steuer auf Trecker-Diesel wird wieder gesenkt, was den Staat fast 300 Millionen Euro kostet und die Schulden 2009 noch mehr erhöht. Doch die Opposition wird brav nicken, denn nicht einmal die FDP will es sich mit den Bauern verderben. Die wollen aber noch mehr. Auf 8 Milliarden Euro beziffert Sonnleitner den diesjährigen Verlust der Bauern und will nichts mehr vom Naturzyklus wissen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.154,10 | −1,93% |
| EUR/USD | 1,2397 | +0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 98,39 $ | −3,18% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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