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Vinyl ist nicht zu bremsen : Das Comeback der Schallplatte

Vinyl ist wieder in. Bild: dpa

Die gute alte Schallplatte liegt wieder voll im Trend. Der Absatz steigt seit Jahren, und auch die großen Künstler pressen ihre Musikstücke wieder auf LPs.

          Vinyl-Schallplatten galten schon vor zehn Jahren als Relikt. Doch seit einer Dekade wächst der Absatz der alten LPs - iTunes und Spotify zum Trotz. Amerikas Interessenverband der Musikindustrie vermeldet, dass der Umsatz mit Vinylschallplatten in den Vereinigten Staaten im vorigen Jahr um 32 Prozent auf 416 Millionen Dollar gestiegen ist. So hoch waren die Erlöse zuletzt im Jahr 1988.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Das entspricht der weltweiten Entwicklung, wie die Marktforscher von Nielsen festgestellt haben wollen: Ihnen zufolge hat sich der Absatz von Langspielplatten binnen fünf Jahren vervierfacht.

          Der Verdacht liegt trotzdem nahe, dass es sich um Strohfeuer handelt. Doch der Trend hält nun schon mehrere Jahre an. Und lokale Schallplatten-Ladenbesitzer sagen, nicht nur Millenials und Hipsters, die gerne mal cool sein wollen, greifen zu Langspielplatten, sondern auch echte Musikliebhaber aus allen Altersgruppen. Sie fühlen sich vom oft wärmeren Klang der Schallplatten angezogen. Zudem erleichtern Schallplatten das alte Musikerlebnis: Die Hörer lassen sich auf die Dramaturgie einer LP ein.

          Die Liebe zum Vinyl : Die Schallplatte

          Sechs Prozent Marktanteil

          Der Absatz beschränkt sich nicht auf Genres: Atlantic Records vermeldet kräftige Zuwächse bei Country-Stars, bei HipHop-Künstlern und bei Superstars wie Taylor Swift. Auch Künstler wie Eminem oder der neue Popstar The Weeknd produzieren ihre Stücke auch auf Vinyl. In San Francisco existieren inzwischen wieder rund 30 Vinyl-Schallplatten-Geschäfte. Inzwischen machen mit Umsätze mit Vinylplatten in Amerika sechs Prozent des Marktes aus. 

          Der globale Marktmarktführer in der Produktion von Vinyl-Schallplatten kommt aus Tschechien. Die GZ Media stellte im vorigen Jahr 25 Millionen Schallplatten her, in den neunziger Jahren waren es gerade 300.000. Nun wollen die Tschechen eine Fabrik in Kanada eröffnen und sich Anteile an einem Presswerk in den Vereinigten Staaten sichern, um den amerikanischen Kontinent besser bedienen zu können.

          GZ Media, die aus einer kommunistischen Produktion hervorgegangen ist, hat inzwischen Verträge mit vielen großen Namen in der Musikindustrie. Inzwischen ist es für die wichtigsten Bands und Künstler wieder normal, ihre neuen Stücke auch auf Vinyl vorzustellen. Der Erwerb der Schallplattenspieler gestaltet sich ebenfalls inzwischen problemlos. Auf Ebay und Amazon können die Kunden zwischen zahlreichen Marken wählen. Ein Plattenspieler der Firma Jensen war zu Weihnachten 2015 der meistverkaufte Artikel auf Amazon, vermeldete der Konzern, ohne Zahlen zu nennen. Ein Kolumnist der Zeitschrift New Yorker hat deshalb Apple mit allem Nachdruck dazu aufgefordert, einen eigenen Schallplattenspieler auf den Markt zu werfen.

          Quelle: FAZ.NET

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