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Amerikas Unternehmen : Der Blick nach vorne

Mark Zuckerberg versuchte, vom Wahlausgang abzulenken und den Blick auf die langfristige Zukunft zu richten. Bild: AFP

Donald Trump hatte in der amerikanischen Unternehmenswelt viele Gegner. Die schlagen nun aber versöhnliche und zuversichtliche Töne an.

          Donald Trump hat sich seit seiner Wahl zum amerikanischen Präsidenten auffällig und vielleicht sogar verdächtig zahm gegeben. In seiner Siegesrede lobte er seine unterlegene Rivalin Hillary Clinton, bei seinem Besuch im Weißen Haus am Donnerstag hatte er freundliche Worte für den scheidenden Amtsinhaber Barack Obama. Umgekehrt bekommt er nun auch selbst versöhnliche Töne zu hören.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Zum Beispiel von Wirtschaftsgrößen, die nicht auf seiner Seite waren. Jeff Bezos, der Vorstandsvorsitzende des Online-Händlers Amazon.com, der Trump noch vor wenigen Wochen als Gefahr für die Demokratie beschrieben hatte, gratulierte ihm am Donnerstag per Twitter und sagte: „Ich gebe ihm meine Unvoreingenommenheit und wünsche ihm großartigen Erfolg in seinem Dienst am Land.“

          Marc Benioff, der Vorstandsvorsitzende des Softwareunternehmens Salesforce.com, der im Wahlkampf offen Clinton unterstützt hatte, twitterte: „Gratulation, Präsident Trump. Das ist es, was Amerika großartig macht – unsere Demokratie. Jetzt ist die Zeit, dass wir als ein Land zusammenkommen.“ Der Unternehmer Mark Cuban, der seit Monaten gegen Trump gestichelt hat, sagte: „Wir alle müssen dem zum Präsidenten gewählten Trump eine Chance geben. Unterstützt das Gute, setzt Euch gegen das ein, womit wir nicht übereinstimmen. Kein einzelner ist größer als wir alle zusammen.“

          Vor allem die freundlichen Worte von Bezos waren etwas überraschend, denn ihn hat Trump im Wahlkampf heftig attackiert. Den Zorn dürfte Bezos auf sich gezogen haben, weil ihm seit wenigen Jahren die „Washington Post“ gehört, die sehr kritisch über Trump berichtet hat. Trump behauptete, Bezos benutze die Zeitung, um sich Einfluss in der Politik zu verschaffen und so niedrigere Steuern für Amazon zu erwirken. Er bescheinigte dem Online-Händler auch ein „riesiges Kartellproblem“. Bezos machte sich im Gegenzug über Trump lustig und twitterte „Schickt Donald ins All“.

          Auch andere bekannte Vertreter der Technologiebranche meldeten sich nach dem überraschenden Wahlergebnis zu Wort und versuchten, gute Stimmung zu verbreiten. Tim Cook, der Vorstandsvorsitzende des Elektronikkonzerns Apple, der Clinton im Wahlkampf unterstützt hat, schrieb in einer E-Mail, das Ergebnis habe zwar in der Belegschaft „starke Gefühle“ ausgelöst , ändere aber nichts an den Grundwerten des Unternehmens. „Lasst uns zusammen nach vorne gesehen.“

          Mark Zuckerberg versuchte, vom Wahlausgang abzulenken und den Blick auf die langfristige Zukunft zu richten. „Ich habe über all die Arbeit nachgedacht, die vor uns liegt, um die Welt zu schaffen, die wir für unsere Kinder wollen. Diese Arbeit ist größer als jede Präsidentschaft, und Fortschritt bewegt sich nicht in einer geraden Linie.“

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