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Doch wieder Kürzungen? : Tokios Olympiastadion im Strudel der Sicherheitspolitik

Geplantes Olympiastadion: Erde an Tokio... Bild: AP

Nun erwägt die Regierung in Tokio doch wieder Korrekturen am Entwurf des Olympiastadions für 2020. Einsparungen sollen die Beliebtheit der Regierung stützen, die derzeit ungeliebte Sicherheitsgesetze durchs Parlament drückt.

          Die Saga geht weiter. Erst vor wenigen Wochen hatte Japan nach monatelangem Hin und Her endgültig erklärt, das olympische Stadion für die Spiel 2020 nach dem Entwurf der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid zu bauen – trotz des rasanten Kostenzuwachses. Nun steht der Plan schon wieder vor Korrekturen. Die Regierung erwägt Änderungen, um die auf umgerechnet 1,9 Milliarden Euro angeschwollenen Baukosten zu verringern.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Vorbereitung der Olympischen Spiele 2020 kommt damit in den Strudel der politischen Kontroverse um die Sicherheitsgesetze, die Ministerpräsident Shinzo Abe gerade durch das Parlament drücken will. Tausende Demonstranten versammeln sich derzeit täglich auf den Straßen Tokios, um gegen die Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten der sogenannten Selbstverteidigungskräfte zu demonstrieren. Die Beliebtheit der Regierung in den Umfragen schwindet.

          Und doch kein Stahlbogen?

          Ein neuer Fokus auf Olympia, so denken Politiker der regierenden Liberaldemokraten, kann da nur helfen, die Umfragewerte zu verbessern. Denn auch die rasant steigenden Kosten des Olympiastadiums stoßen in der Bevölkerung auf Unverständnis. Bemühungen, die Kosten zu verringern, sollten daher vom Wähler positiv aufgenommen werden.

          Wie weit die Korrekturen am Bauplan gehen könnten, ist noch offen. Im Mittelpunkt der Diskussion aber stehen wieder die beiden riesigen Stahlbögen, die sich nach dem Entwurf über das Stadion wölben sollen und deren Konstruktion enorme Kosten verursacht. Schon jetzt ist der Ursprungsplan abgespeckt. So soll ein schließbares Dach erst nach den Olympischen Spielen eingebaut werden.

          Die Regierung steht mit neuen Korrekturwünschen unter enormen Zeitdruck, will sie mit dem Bau des Stadions noch rechtzeitig bis 2019 fertig werden, um schon vor den olympischen Spielen das  Stadion für die Rugby-Weltmeisterschaften nutzen zu können. Zur Debatte steht auch, die Bauzeit zu strecken, um Kosten zu senken. Auch das aber könnte mit der Rugby-Weltmeisterschaft im Herbst 2019 kollidieren.

          Wie genau der Stadionneubau finanziert werden soll ist noch unklar. Streit gibt es unter anderem um den Kostenbeitrag der Metropolregion Tokio.

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