http://www.faz.net/-gqe-95fft

Hollywood : „Star Wars“ rettet das Kinojahr

„Star Wars: Die letzten Jedi“ war erfolgreich. Das lässt sich gut feiern. Bild: dpa

Die Weltraumsaga „Star Wars“ hat das Kinojahr 2017 für die Filmindustrie in Hollywood versöhnlich ausklingen lassen. Ansonsten liefen die Geschäfte mittelmäßig.

          Auf „Star Wars“ ist Verlass. Die jüngste Episode der Weltraumsaga hat einem ansonsten durchwachsenen Kinojahr ein versöhnliches Ende beschert. „Star Wars: Die letzten Jedi“ wurde in den letzten Dezembertagen noch zum erfolgreichsten Film des Jahres und spielte 517 Millionen Dollar ein. Der Streifen löste damit die Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ ab, die auf 504 Millionen Dollar kam.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Insgesamt schloss die Branche mit einem Umsatz von knapp 11,1 Milliarden Dollar ab. Das ist ein Minus von fast 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als eine Rekordmarke erreicht wurde, aber immerhin das drittbeste Abschneiden der Branche in der Geschichte.

          2017 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Die ersten Monate waren ermutigend gewesen. Es gab spektakuläre Erfolge wie „Die Schöne und das Biest“ und Überraschungshits wie den Horror-Thriller „Get Out“. Dann aber kam ein miserabler Sommer. Das traf die Branche besonders hart, denn in dieser Zeit bringt sie üblicherweise reihenweise Filme heraus, die sie für Publikumsmagneten hält.

          „Wonder Woman“ Gal Gadot gelang 2017 gleichfalls ein Kinoerfolg.
          „Wonder Woman“ Gal Gadot gelang 2017 gleichfalls ein Kinoerfolg. : Bild: dpa

          Es gab zwar einige große Erfolge wie die Superheldenfilme „Wonder Woman“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 2“, daneben aber auch etliche Enttäuschungen, zum Beispiel die Kinoversion der Fernsehserie „Baywatch“ oder die Neuauflage des Abenteuerfilms „Die Mumie“ mit Tom Cruise.

          Auch neue Episoden von Filmreihen wie „Alien“ oder „Planet der Affen“ verfehlten die in sie gesetzten Hoffnungen. Insgesamt brachte die Sommersaison des abgelaufenen Jahres nach Angaben des Branchendienstes „Boxofficemojo.com“ an den amerikanischen Kinokassen nur Einnahmen von 3,8 Milliarden Dollar. Das waren 15 Prozent weniger als 2016 und das schwächste Abscheiden seit 2006.

          Die Schlussmonate des Jahres haben nun aber das Bild am Ende doch noch erheblich aufgehellt. Dafür sorgte zunächst die Verfilmung von Stephen Kings Gruselroman „Es“, dann kamen Erfolge wie der Superheldenfilm „Thor: Tag der Entscheidung“ und schließlich „Star Wars“.

          Das Gruselhaus aus „Es“ lässt sich besichtigen.
          Das Gruselhaus aus „Es“ lässt sich besichtigen. : Bild: NELSON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

          Das Einspielergebnis von „Die letzten Jedi“ dürfte im neuen Jahr noch erheblich ansteigen. Es ist allerdings fraglich, ob der Film am Ende das Ergebnis der vorherigen „Star Wars“-Episode „Das Erwachen der Macht“ erreichen wird, der 2015 herauskam und es auf 937 Millionen Dollar brachte. „Das Erwachen der Macht“ ist damit der erfolgreichste Titel aller Zeiten in Amerika, noch vor dem Science-Fiction-Abenteuer „Avatar“ und dem Katastrophenfilm „Titanic“.

          Von allen Hollywood-Studios hat der Unterhaltungskonzern Walt Disney einmal mehr am besten abgeschnitten. Zum zweiten Mal hintereinander hatte Disney 2017 den höchsten Anteil an den Einspielergebnissen. Auf sein Konto gehen „Star Wars“ und „Die Schöne und das Biest“, also die beiden erfolgreichsten Filme des Jahres, und noch einige andere Kassenschlager wie „Guardians of the Galaxy“ oder „Thor“.

          Disney könnte sich bald sogar noch weiter von der Konkurrenz absetzen, denn vor wenigen Wochen hat der Konzern die Übernahme von großen Teilen des zum Imperium des Unternehmers Rupert Murdoch gehörenden Wettbewerbers 21st Century Fox übernommen, darunter auch dessen Filmstudios. Disney hat außerdem für 2018 schon einige vielversprechende eigene Produktionen im Köcher, zum Beispiel „Solo“, ein weiteres Abenteuer aus dem „Star Wars“-Reich. Und wie der Konzern gerade wieder festgestellt hat, scheint alles, was mit „Star Wars“ zu tun hat, eine eingebaute Erfolgsgarantie zu haben.

          Neuer „Star Wars“ - Film : Ein letztes Mal Prinzessin „Leia“

          Weitere Themen

          Wie ein Start-up das Kino retten will

          MoviePass : Wie ein Start-up das Kino retten will

          Viermal gucken – und nur zehn Dollar zahlen: Ein amerikanisches Start-up lockt Menschen zu extrem günstigen Preisen in die Kinos. Schon zwei Millionen Amerikaner haben ein solches Abo. Wie soll so ein Geschäft funktionieren?

          Ibrahimovic trifft Ronaldo Video-Seite öffnen

          Los Angeles : Ibrahimovic trifft Ronaldo

          Ein Star trifft den anderen: Zlatan Ibrahimovic erhält in der Kabine seines neuen Klubs L.A. Galaxy besuch von seinem Idol. Der Brasilianer Ronaldo schaut vorbei, mit dem er ein Schwergewichtsduo bilden möchte.

          Reuters-Reporter wurden in Falle gelockt Video-Seite öffnen

          Recherche zu Rohingya : Reuters-Reporter wurden in Falle gelockt

          Zwei Reuters-Journalisten hatten zur Vertreibung der muslimischen Rohingya recherchiert. Deswegen sind sie seit Ende letzten Jahres in Myanmar in Haft. Vor Gericht hat am Freitag ein Zeuge preis gegeben, wie die Journalisten an die geheimen Dokumente kamen.

          Topmeldungen

          Die Zentrale des Bamf in Nürnberg.

          Korruption und Manipulation : Der Asylskandal am Bamf weitet sich aus

          Die ehemalige Leiterin der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge soll zahllose Asylbescheide manipuliert haben. Nun stellt sich heraus: Die Beamtin stand schon deutlich früher unter Verdacht als bisher bekannt.

          Berlin trägt Kippa : Angriff auf Israel-Kundgebung

          Eigentlich sollte es ein Solidaritätstag gegen Antisemitismus werden. Doch in Berlin gab es auch einen Zwischenfall auf eine kleine proisraelische Kundgebung. Sie musste schnell abgebrochen werden.

          Söders Spiel mit den Bildern : Im Angesicht des Kreuzes

          Markus Söder weiß, wie man sich in Szene setzt: Dass er für das Aufhängen eines Kreuzes in der bayerischen Staatskanzlei vor allem Kritik, Hohn und Spott erntet, nimmt der Ministerpräsident in Kauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.