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Social Freezing : Das Einfrieren von Eizellen zahlt die Firma

Auch ihr Unternehmen zahlt das Eizellen-Einfrieren: Facebook-Topmanagerin Sheryl Sandberg Bild: dpa

Das Silicon Valley ist ein großzügiges Fleckchen Erde: Apple und Facebook bezahlen ihren Mitarbeiterinnen jetzt sogar das Einfrieren von Eizellen. Damit der Babywunsch weniger von der Arbeit ablenkt?

          Arbeitgeber wie Google oder Facebook sind bekannt für die Annehmlichkeiten, mit denen sie ihre Mitarbeiter verwöhnen. Die Palette reicht von Gratiskantinen über Fitnessstudios bis zu kostenloser Krankenversicherung. Die Silicon-Valley-Unternehmen versuchen damit, im harten Wettbewerb um die qualifiziertesten Mitarbeiter Punkte zu machen. Böse Zungen sagen freilich, das paradiesische Umfeld habe vor allem den Zweck, die Beschäftigten möglichst lange am Arbeitsplatz zu halten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Zu den Angeboten vieler Unternehmen gehören auch Leistungen rund um Familie und Familienplanung. Das soziale Netzwerk Facebook gibt zum Beispiel frischgebackenen Vätern oder Müttern 4000 Dollar „Baby Cash“ bar auf die Hand, außerdem hilft das Unternehmen bei den Kosten für die Kinderbetreuung und sogar den Gebühren für eine Adoption.

          Fruchtbarkeit konservieren

          Facebook und auch der Elektronikkonzern Apple haben nun ihren Katalog an Leistungen um ein derzeit heiß diskutiertes Instrument der Lebens- und Familienplanung ergänzt: Nach einem Bericht des Fernsehsenders NBC bezahlen die Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen die Kosten für das Einfrieren von Eizellen. Dieses sogenannte „Social Freezing“ ist eine immer beliebtere Methode unter Frauen, um ihre Fruchtbarkeit auf dem aktuellen Stand zu konservieren und das Ticken der biologischen Uhr zu stoppen.

          Es ist ein Trend, der dadurch befeuert wird, dass Frauen sich mit dem Kinderkriegen immer mehr Zeit lassen. Der Haken daran ist, dass Qualität und Quantität der Eizellen abnehmen, je älter Frauen werden, und damit auch die Chancen, schwanger zu werden und eine komplikationsfreie Schwangerschaft zu haben. Schon ab 35 Jahren lässt die Fruchtbarkeit deutlich nach. Das Konservieren von Eizellen in jüngeren Jahren entfernt das größte biologische Hindernis für eine Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt.

          Konzentration auf die Karriere

          Das Einfrieren der Eizellen nimmt den Frauen ein Stück weit den Zeitdruck, etwa um den passenden Partner zur Gründung einer Familie zu finden. Und es erleichtert ihnen somit auch, sich auf ihre Karriere zu konzentrieren, ohne sich ständig Gedanken übers Kinderkriegen zu machen. Und hierin liegt auch ein offensichtlicher Vorteil für Arbeitgeber wie Facebook oder Apple, wenn sie anbieten, die Kosten für das Einfrieren zu übernehmen.

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          Diese Kosten sind nicht unerheblich: Die Prozedur kostet in New York gut und gerne 10.000 Dollar (knapp 8000 Euro). In Deutschland, wo „Social Freezing“ allmählich auch an Popularität gewinnt, fallen die Kosten niedriger aus und liegen bei weniger als 3000 Euro.

          Technologieunternehmen werben um Frauen

          Der frauenfreundliche Schritt von Facebook und Apple kommt zu einer Zeit, in der sich amerikanische Technologieunternehmen wegen des niedrigen Anteils weiblicher Mitarbeiter in den Schlagzeilen wiederfinden. Facebook, Apple, Google und andere Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Zahlen zur Zusammensetzung ihrer Belegschaft vorgelegt, und bei allen lag die Frauenquote um 30 Prozent.

          Frauen zum „Social Freezing“ zu ermutigen, passt ganz in die Philosophie von Sheryl Sandberg, der Top-Managerin von Facebook, die im vergangenen Jahr mit ihrem Karrierebuch „Lean In“ für Furore gesorgt hat. Sandberg beschreibt darin die Tendenz von Frauen, zu früh zu viele Gedanken an die Familienplanung zu verschwenden, als eine der größten Karrierebremsen. Sie meint, Frauen greifen aus Sorge um die spätere Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft unbewusst nicht mehr mit vollem Einsatz nach der nächsten großen Herausforderung, selbst wenn sie noch gar nicht schwanger sind. Ihr Rat an Frauen ist, das volle Tempo im Beruf beizubehalten, bis es tatsächlich so weit ist mit einem Baby. „Social Freezing“ ist ein weiterer Weg, den Kopf freizuhalten.

          Quelle: FAZ.NET

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