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Nach Fukushima : Japans Rückkehr zur Atomkraft rückt näher

Im März 2011 geriet Fukushima außer Kontrolle - bis heute treten radioaktive Substanzen aus. Bild: dpa

Gerade erst wurden mit dem Gedenken an die Tsunami-Katastrophe auch die Erinnerungen an Fukushima wieder wach. Als sei nichts gewesen, beschreitet Japan nun den Weg zurück zur Atomkraft.

          Die ersten japanischen Atomreaktoren werden voraussichtlich im Sommer wieder ans Netz gehen dürfen. Wie die japanische Atomaufsicht NRA am Donnerstag in Tokio mitteilte, wird sie ihre Sicherheitsüberprüfungen der Reaktoren 1 und 2 im Atomkraftwerk Sendai auf der südwestlichen Insel Kyushu nun mit Vorrang vorantreiben. In rund vier Wochen soll dann die endgültige Entscheidung fallen. Die NRA hat derzeit Anträge der japanischen Energieunternehmen vorliegen, die Sicherheit von 17 Reaktoren zu prüfen. Die Sicherheitsbescheinigung der Atomaufsicht ist Grundvoraussetzung dafür, Atommeiler wieder ans Netz gehen zu lassen. Seit der Havarie von drei Atomreaktoren in Fukushima nach dem verheerenden Erdbeben am 11. März 2011 sind alle 48 kommerziellen Atomreaktoren vom Netz genommen worden.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          NRA-Chef Shunichi Tanaka erklärte nach einer Sitzung der Atomaufsicht, dass das Atomkraftwerk Sendai in der Präfektur Kagoshima so weit sei, dass die letzte Phase der Sicherheitsüberprüfungen beginnen kann. „Andere sind noch nicht so weit“, sagte Tanaka.. Die Betreibergesellschaft, die Elektrizitätswerke von Kyushu, plant, die Reaktoren im Sommer wieder in Betrieb zu nehmen. Dann ist der Energiebedarf in der Regel am höchsten. Sendai 1 und 2 dürften dann die ersten Atomreaktoren in Japan sein, die wieder laufen. Japans Premierminister Shinzo Abe hatte zum Jahrestag des verheerenden Erdbebens im Parlament in Tokio bekräftigt, dass er auch in Zukunft auf Atomkraft in Japan setzen will.

          Die Betreibergesellschaft hat sowohl die Erdbebensicherheit der Reaktoren verstärkt wie einen neuen Tsunami-Schutzwall gebaut. Die Insel Kyushu hatte vor der Atomkatastrophe in Japan den höchsten Anteil der Atomkraft an der Stromerzeugung. Er lag bei knapp über 50 Prozent, landesweit waren es knapp 30 Prozent.

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