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Medienschau : RWE hat viel zu hohe Schulden

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Beim Kauf von Heinz Ketchup wird Insiderhandel vermutet, Spaniens Staatsschulden steigen um einen Rekordbetrag und die G20 votieren gegen einen Währungskrieg.

          Unternehmensnachrichten

          RWE hat viel zu hohe Schulden

          RWE-Chef Peter Terium hält die Verschuldung des Energieriesen von rund 35 Milliarden Euro für deutlich zu hoch. Dies seien neun bis elf Milliarden Euro zu viel, sagte Terium der „Wirtschaftswoche“. Auf die Frage, ob die Deutsche Post die vor dem Börsengang niedrigere Gehälter für neue Mitarbeiter eingeführt habe, ein Vorbild für RWE sei, sagte der Manager: „Wir stehen für den Dialog mit den Sozialpartnern. Gemeinsam mit ihnen lassen wir keine Denkverbote zu, wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen können.“

          „Ein Unternehmen wie wir kann sich den dreifachen Betrag seines Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen an Verschuldung leisten“, erklärte Terium. (dpa-AFX)

          Insiderhandel bei Kauf von Heinz Ketchup vermutet

          Die Übernahme des Ketchup-Königs H.J. Heinz bekommt einen bitteren Beigeschmack. Die Börsenaufsicht SEC vermutet verbotenen Insiderhandel und ließ am Freitag per Eilbeschluss von einem Gericht das Vermögen in einem Depot einfrieren, über das die verdächtigen Geschäfte liefen. Wer die Besitzer des Depots sind, ist allerdings vollkommen unklar.

          Die SEC hegt den Verdacht, dass die Besitzer des Kontos durch einen Tipp Wind von der anstehenden Übernahme durch Warren Buffett und den Finanzinvestor 3G Capital bekommen hatten. Sie hätten daraufhin am Mittwoch massenhaft sogenannte Optionen gekauft, so die Mutmaßung. Durch diese lässt sich mit einem geringen Einsatz auf ein Kursplus wetten. (dpa-AFX)

          Natixis vereinfacht Struktur und zahlt Sonderdividende

          Die französische Bank Natixis vereinfacht ihre Struktur und zahlt eine Sonderdividende. Natixis veräußert nach eigenen Angaben vom Sonntag ihren 20-prozentigen Anteil an BPCE, einem Netzwerk von Genossenschaftsbanken. Zu diesem Zweck verkauft Natixis Investmentzertifikate im Volumen von zwölf Milliarden Euro, über die das Kreditinstitut ein Fünftel an seiner Muttergesellschaft BPCE besitzt, an das Netzwerk. Dadurch werde es Natixis möglich, eine einmalige Sonderdividende von zwei Milliarden Euro an die Aktionäre zu zahlen. Die Investmentbank der Spar- und Genossenschaftsbanken war mitten in der Finanzkrise 2008 ins Trudeln geraten. Seitdem wird sie umstrukturiert mit dem Ziel, risikoreiche Bereiche loszuschlagen. Im vierten Quartal verbuchte das Institut einen Nettogewinn von 181 Millionen Euro. (Reuters)

          Wirtschaftsnachrichten

          Spaniens Staatsschulden um Rekordbetrag gestiegen

          Trotz drastischer Einsparungen sind die Staatsschulden Spaniens nach Informationen der Zeitung „El País“ 2012 um den Rekordbetrag von 146 Milliarden Euro gestiegen. Nie zuvor in der spanischen Geschichte hätten die Verbindlichkeiten des Staates in einem Jahr so stark zugenommen, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf offizielle Quellen.

          Die Gesamtschulden des Staates beliefen sich damit auf über 882 Milliarden Euro. Dies entspreche 84 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zuletzt sei dies in Spanien im Jahr 1910 so hoch gewesen, schrieb die Zeitung. Im ersten Jahr der Amtszeit der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy seien die Staatsschulden um 400 Millionen am Tag gestiegen.

          Die Zunahme sei vor allem auf das Defizit im Staatshaushalt zurückzuführen. Trotz aller Einsparungen sei die Neuverschuldung nicht abgebaut worden. Daneben spielten nach dem Bericht von „El País“ drei weitere Faktoren eine Rolle: die EU-Rettungsaktion für marode spanische Banken, die sich mit 40 Milliarden Euro auf die Staatsschulden niederschlug, die Begleichung unbezahlter Rechnungen staatlicher Institutionen und die spanischen Beiträge zu den EU-Rettungspaketen für Griechenland, Portugal und Irland. (dpa-AFX)

          G20 wollen keinen Währungskrieg

          Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) stemmen sich mit einem klaren Bekenntnis zu freien Wechselkursen gegen einen „Währungskrieg“. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 sprachen sich am Samstag nach einem zweitägigen Treffen in Moskau einhellig gegen einen Abwertungswettlauf und künstlich niedrig gehaltene Wechselkurse aus.

          In ihrem Kommuniqué erteilen die G20 Bestrebungen eine Absage, mit künstlich niedrig gehalten Währungen wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. „Wir werden einen Abwertungswettlauf unterlassen. Wir werden unsere Wechselkurse nicht zu Wettbewerbszwecken vorabbestimmen“, heißt es darin. Die Geldpolitik solle sich zudem an der Preisstabilität der Währungsräume ausrichten sowie auf eine Stimulierung des wirtschaftlichen Wachstums.

          Dafür müssten künftig die internationalen Entwicklungsbanken aktiver Kapital in Unternehmen pumpen, um Investitionen zu stimulieren, sagte Russlands Finanzminister Anton Siluanow. (dpa-AFX)

          Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones

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