http://www.faz.net/-gqe-785yf

Marktbericht : Amerikas Arbeitsmarktdaten enttäuschen Dax-Anleger

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat am Freitag kräftig nachgegeben. Nicht nur der insgesamt enttäuschende Arbeitsmarktbericht aus Amerika für März belastete die Stimmung, sondern auch charttechnische Faktoren.

          Nach zwei Handelstagen mit Verlusten weitete der deutsche Leitindex sein Minus um weitere 2,00 Prozent auf 7.661,39 Punkte aus. In der verkürzten Woche nach Ostern verlor er damit 1,7 Prozent. Der EuroStoxx 50  gab am Freitag um 1,65 Prozent auf 2.578,21 Punkte nach. Der M-Dax büßte 2,18 Prozent auf 12.920,44 Punkte ein.Der Tec-Dax sank um 1,97 Prozent auf 904,54 Punkte.

          Auslöser der ersten kräftigen Verluste vor den amerikanischen Daten war laut Händlern, dass der Dax unter sein jüngstes Zwischentief um die 7.750 Punkte gefallen war. Da half es auch nicht, dass sich das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im Februar stärker als erwartet vom schwachen Jahresauftakt erholte. „Es belastet aber auch der Konfrontationskurs von Nordkorea und dass die Wirtschaft in den USA nicht mehr so läuft“, sagte Portfoliomanager Ludwig Donnerstag von Tao Capital. So stieg im März in Amerika die Beschäftigungszahl deutlich weniger als prognostiziert und die Stundenlöhne stagnierten.

          Lufthansa unter Druck

          Am Dax-Ende rutschten die Lufthansa-Papiere  wegen der Furcht vor einer neuen Vogelgrippe-Welle in China um 4,96 Prozent ab. Ein Börsianer verwies darauf, dass der Umsatz der Lufthansa in China besonders groß sei mit rund 15 bis 18 Prozent. Im S-Dax brachen Air Berlin um knapp acht Prozent ein und im M-Dax verloren die
          Titel von Europas größten Reisekonzern Tui 4,29 Prozent.

          Nach einer positiven Studie konnten sich die Papiere der Munich Re mit plus 0,40 Prozent gegen den negativen Gesamtmarkt stemmen. Die britische Investmentbank HSBC geht davon aus, dass der Rückversicherer in den kommenden drei Jahren einschließlich der Dividendenzahlungen insgesamt zehn Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten wird. Die Anteilsscheine der Allianz, die zeitweise im Schlepptau um etwas mehr als ein Prozent zugelegt hatten, büßten nun 1,12 Prozent ein.

          Hochtief schwach

          Beim Essener Baukonzern Hochtief  zieht sich der Verkauf der Servicesparte weiter hin. „Für viele Angestellte im Unternehmen ist das Maß voll“, sagte Konzernbetriebsratschef Ulrich Best dem „Handelsblatt“. Vorstandschef Marcelino Fernándes Verdes hatte Ende Februar angekündigt, sich vom Geschäft mit dem Gebäude- und Energiemanagement trennen zu wollen. Bislang gebe es aber noch keine Beschlüsse über den Verkauf des Geschäftes, sagte Best. Die Aktie büßte 3,59 Prozent ein.

          Mit einem Minus von 4,46 Prozent auf 42,955 Euro zählten die Titel von Gerresheimer zu den schwächsten im Index der mittelgroßen Werte. Die Investmentbank Equinet senkte das Papier des Herstellers von Spezialverpackungen von „Accumulate“ auf „Hold“, beließ aber das Kursziel auf 47 Euro. Nach dem starken Schlussquartal 2012 sei die Aktie auf neue Höchststände geklettert und habe sein Kursziel erreicht, schrieb Analyst Konrad Lieder. Er rechnet zudem damit, dass Gerresheimer recht schwach ins laufende Jahr gestartet
          ist.

          Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones

          Weitere Themen

          Zwei gegen Boeing

          Airbus-Offensive : Zwei gegen Boeing

          Airbus greift sich die Kontrolle über die Regionalflugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier. Der große Konkurrent in den Vereinigten Staaten muss sich nun warm anziehen.

          Topmeldungen

          Brexit-Verhandlungen : Ohne Qualen geht es nicht

          Theresa May flehte diese Woche in Berlin, Paris und Brüssel um Hilfe bei den Brexit-Verhandlungen. Die Europäer blieben hart. Aber sie gaben sich Mühe, nett zu sein.

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.