http://www.faz.net/-gqe-7gio1

Marktbericht : Aktie von Immobilienkonzern IVG bricht ein

  • Aktualisiert am

Anleger verkaufen die Aktie von IVG Bild: dapd

Die Titel von IVG geben am Montag mehr als 30 Prozent nach. Der Dax notiert schwächer. Bei einer dünner Nachrichtenlage konzentrieren sich einige Anleger wieder auf negative Aspekte wie Griechenland.

          Die Aktie des schwer angeschlagenen Immobilienkonzerns IVG ist am Montag um mehr als 30 Prozent auf 0,15 Euro eingebrochen. Obwohl das Unternehmen voraussichtlich doch noch um eine Insolvenz herumkommt, stand es bei den Anlegern auf der Verkaufsliste.

          Der Bonner Konzern, der auf einem Berg von 4,6 Milliarden Euro Schulden sitzt, fällt nach dem Sanierungsplan aber in die Hände seiner von Hedgefonds dominierten Gläubiger, die auf die Rückzahlung von 1,85 Milliarden Euro verzichten und dafür 96 Prozent der Anteile an der IVG bekommen sollen, wie diese am Wochenende mitteilte. Das Unternehmen hat sich mit schuldenfinanzierten Immobilienprojekten wie dem Büro- und Geschäftskomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen verhoben.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag nach freundlichem Start ins Minus gedreht. Der Dax büßt 0,6 Prozent auf 8289 Punkte ein. Der breite F.A.Z.-Index meldet zur gleichen Zeit ein Minus von 0,44 Prozent auf 1749,82 Zähler.

          Zum Auftakt hatten positive Imulse von den chinesischen Börsen die hiesigen Märkte gestützt, sagte Analyst Craig Erlam von Alpari. Bei insgesamt dünner Nachrichtenlage konzentrierten sich nun einige Anleger aber auch wieder auf negative Aspekte wie Griechenland. Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass schon bald ein neues Rettungsprogramm für Griechenland notwendig wird. Das drückt laut Händlern auf die Stimmung.

          Ruhe vor dem Sturm?

          Das Analysehaus Sentix hält die aktuelle Ruhe an den Börsen für trügerisch und sieht darin die Ruhe vor dem Sturm. „Das Stimmungsbild ist mit seiner Neutralität über
          alle Anlageklassen hinweg auffallend und lässt spannende Wochen an den Märkten vor und nach den Bundestagswahlen erwarten“, schrieb Geschäftsführer und Analyst Manfred Hübner in einer aktuellen Studie.

          Der Blick auf die aktuelle Stimmung lasse erkennen, dass die Marktakteure derzeit ziemlich verwirrt seien. Weder bei Aktien, noch bei Anleihen, Währungen oder Rohstoffen seien derzeit Stimmungsausschläge messbar. Die Anleger versammelten sich im neutralen Lager. Noch seien sie auf ’Bernanke Island’ in den Ferien. Unklar sei aber, wann die Ferien beendet seien. Entsprechend stehe das Nervenkostüm der Investoren unter Hochspannung.

          Der kurzfristige Neutrality Index befinde sich auf dem höchsten Stand seit einem Jahr. Dies signalisiere, dass sich die Anleger an die volatilitätsarme Zeit gewöhnt hätten, oder dass sie stark irritiert seien. „Die Investoren haben äußerste Schwierigkeiten, Preisdynamik, Nachrichtenlage und Grundüberzeugungen in Einklang zu bringen. So oder so: die nächsten Wochen dürften turbulenter werden als die zurückliegenden“, schrieb Hübner. Diverse Chartformationen sowie die zuletzt niedrigen Umsätze seien Vorboten dafür, „dass sich nicht nur in den Köpfen, sondern auch im Markt Größeres anbahnt“, fügte er hinzu.

          Spekulationen drücken Euro

          Die Spekulationen über ein neues Hilfspaket für Griechenland haben dem Euro am Montag etwas zugesetzt. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,3311 Dollar von 1,3342 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft vom Freitag.

          Aus Sicht von Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz zeigt dies vor allem zweierlei: „Erstens sind die umfangreichen Berechnungen der Troika, was die Schuldentragfähigkeit angeht, wohl nicht viel wert, wenn jetzt schon wieder Geld fehlt“, schrieb der Experte in einem Kommentar. „Und zweitens darf damit gerechnet werden, dass die Zeiten, in denen die europäischen Schuldenprobleme den Devisenmarkt überhaupt nicht tangieren, nicht für immer fortbestehen müssen.“

          Im TecDax feierten QSC-Aktien die Vorlage von Zahlen des Telekomdienstleister mit einem Kurssprung von 8,95 Prozent. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge sind die Zahlen der Kölner solide ausgefallen. Die Abkehr vom klassischen Geschäft mit DSL-Anschlüssen zahle sich anscheinend aus.

          Bilfinger Berger überzeugt

          Positiv stechen die Aktien der Berichtsunternehmen hervor: Bilfinger Berger-Papiere führen den MDax nach Zahlen mit einem Kursplus von 2,16 Prozent nach oben. Der Dienstleistungskonzern bestätigte seine Jahresprognose  Börsianer sehen die Ergebnisse zum zweiten Quartal etwas über den Prognosen.

          Nach einem schwachen ersten Halbjahr setzt Bilfinger nun auf eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte. Zwar sanken in den ersten sechs Monaten die Leistung und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA), für das Gesamtjahr rechnet Bilfinger aber weiter mit einem Anstieg des operativen Gewinns auf vergleichbarer Basis.

          Weitere Themen

          Das bringt der Montag

          Der Tag : Das bringt der Montag

          Die Stromnetzbetreiber geben die Höhe der EEG-Umlage bekannt. Das Ultimatum für Katalonien läuft ab, ebenso die Abgabefrist für Angebote für Alitalia.

          Topmeldungen

          Flüchtlinge gehen am 27. Oktober 2015 nahe des bayerischen Wegscheid hinter einem Fahrzeug der Bundespolizei her, das sie zu einer Notunterkunft geleitet.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Konfusion als Methode

          Das Bild im Studio zeigt einen Flüchtlingstreck aus dem Jahr 2015. Die musikalische Untermalung stammt von der amerikanischen Serie „House of Cards“. Sandra Maischbergers Fragen erzeugen Verwirrung.
          Im Mittelpunkt des Interesses: Der Parteikongress in Peking lähmt sogar den Straßenverkehr.

          Zurück in die Zukunft : China will wieder mehr Staat

          Auf dem Parteikongress ordnet Xi Jinping seine Prioritäten neu. Mehr Planwirtschaft und Kontrolle sollen China zu neuer Größe führen. Welche Folgen könnte das haben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.