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Schwellenländer : Kommen die Goldenen Jahre niemals wieder?

Damals war die Welt der Schwellenländer noch in Ordnung: 2009 beim Gipfel der sogenannten BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Bild: dpa

Die Schwellenländer münden womöglich in eine lange Phase der wirtschaftlichen Stagnation ein. Diese Sorge drückt die Weltbank in einem jetzt veröffentlichten Bericht aus

          Die Weltbank macht sich schwere Sorgen um die Schwellenländer. Seit fünf Jahren schwächt sich das Wachstum in den Aufsteigerländern von Jahr zu Jahr ab. Schwacher internationaler Handel, niedrige Preise für Rohstoffe, abschwächende Kapitalflüsse und politische Unsicherheiten haben die Lage für die Schwellenländer erschwert und zugleich interne Schwächen offengelegt.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Schwäche zeigt sich nach knapp 20 Golden Jahren. Beginnend in den frühen achtziger Jahren haben die Schwellenländer ihren Anteil am globalen Bruttosozialprodukt binnen zwei Dekaden verdoppelt. Sie waren der Motor der Weltwirtschaft und  haben zwischen 2010 und 2014 rund 60 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums beigesteuert.   

               

          Die Abschwächung hat schon 2010 eingesetzt. Die Wachstumszahlen gehen seitdem herunter - mit prognostizierten vier Prozent für dieses Jahr. Das ist für aufstrebende Länder, die häufig keinen ausgebauten Sozialstaat haben, zu wenig. In großen Ländern wie China, Südafrika und Russland verlangsamt sich das Wachstum im dritten Jahr in Folge.      

          Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat gestern in seiner Ansprache an die Nation eingeräumt, dass das Land in einer schwierigen Lage steckt.  “Wenn wir nichts ändern, werden wir schlicht unsere Reserven verlieren ”, mahnte Putin. Das Wirtschaftswachstun würde sich bei Null einpendeln. Ein weiteres Land aus dem einst berühmten BRIC-Quartett bricht gerade ein: Die brasilianische Volkswirtschaft schrumpft  in diesem Jahr um drei Prozent, nachdem sie in den drei Jahren zuvor schon nur noch um 2,2 Prozent im Schnitt gewachsen war.

          Das Bemerkenswerte ist die Synchronität des Niedergangs. Denn in den Ländern sind ganz unterschiedliche Faktoren wirksam. Zu den externen Faktoren gehört, dass sich der Welthandel abgeschwächt hat und damit Export-orientieren Ländern wie China geringe Einkünfte beschwert. Die niedrigen Rohstoffpreise sind ein weiterer Faktor, der allerdings ganz unterschiedlich wirkt. Rohstoffimporteure wie China oder Indien profitieren, Exporteure wie Brasilen und Russland leiden eher.

          Die Weltbank fürchtet, dass angesichts des schleppenden Wachstums die Erfolge in der globalen Armutsbekämpfung auf dem Spiel stehen. Sie warnt abermals vor dem Risiko einer Zinswende in den Vereinigten Staaten, die die fragilen Länder schwer treffen könnte. Die Sorge ist, dass durch starke Kapitalabflüsse wichtige Unternehmen in den Ländern in Schieflagen geraten könnten.

          Quelle: FAZ.NET

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