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Japanischer Spielehersteller : Die Börse in Tokio feiert Nintendo

Mit der Spielfigur Supermario erlangte Nintendo einst Kultstatus. Bild: Reuters

Nintendo entwickelt mit einer guten Jahresprognose Glanz und lockt die Anleger. Im frühen Handel in Tokio steigt der Kurs der Aktie auf ein Vier-Jahreshoch.

          Der Spielhersteller Nintendo verzückt die Anleger. In Tokio wurde die Aktie am frühen Freitag morgen zeitweise auf einem Vier-Jahreshoch beziehungsweise 7,4 Prozent höher gehandelt als am Vortag. Nintendo hatte am Donnerstag nachbörslich über den ersten Betriebsgewinn nach drei Verlustjahren berichtet und eine positive Prognose gestellt. Das Unternehmen will in diesem Jahr den operativen Gewinn auf rund 50 Milliarden Yen (rund 385 Millionen Euro) verdoppeln – und im Jahr darauf gleich noch einmal auf rund 100 Milliarden Yen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Zur guten Laune der Anleger trug auch bei, dass Nintendo mit Universal Park & Resorts eine Partnerschaft eingeht. In den Universal-Vergnügungsparks werden damit beliebte Nintendo-Figuren wie Supermario Einzug halten. Universal Parks & Resorts ist eine Tochtergesellschaft des amerikanischen Unterhaltungskonzern Comcast NBC Universal.

          Schon im März hatte Nintendo angekündigt, zusammen mit dem japanischen Spezialisten Dena Videospiele für Handys zu entwickeln. Damit geht das Unternehmen sein Kernproblem an, dass die immer smarteren Handys das Geschäft mit tragbaren Spielekonsolen zerstören. Nintendo hatte sich jahrelang den Handyspielen verweigert, um den Absatz seiner mobilen Spielgeräte nicht zu belasten. Genutzt hat das nichts: Allein im vergangenen Jahr sank der Absatz tragbarer Spielkonsolen um 26 Prozent. Nun will der Spielehersteller mit Handysoftware wieder Boden gut machen. Schon diese Wende nach jahrelangem Zögern war an der Börse gefeiert worden. Seither hat der Aktienkurs sich um gut 50 Prozent erhöht.

          Die harten Zeiten sind indes noch lange nicht überwunden. In den vergangenen fünf Jahren ist Nintendo, das einst mit der Spielfigur Supermario Kultstatus erlangte, gemessen am Umsatz um 60 Prozent geschrumpft. Und auch ein Betriebsgewinn von 100 Milliarden Yen, sollte Nintendo ihn bis 2017 tatsächlich erreichen, wäre nur ein Schatten der 555 Milliarden Yen, die Nintendo noch 2008/09 verdiente.

          Nintendo hatte am Donnerstag für das im März beendete Geschäftsjahr einen Überschuss von 41,8 Milliarden Yen gemeldet. Operativ erreichte Nintendo nach drei Verlustjahren einen Gewinn von 24,8 Milliarden Yen, wobei auch die Yen-Schwäche half. Der Umsatz fiel um 3,8 Prozent auf 549,8 Milliarden Yen.

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