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Veröffentlicht: 18.01.2016, 07:05 Uhr

Aktienmarkt In Asien rutschen die Aktienkurse weiter

Auch die dritte Woche des Jahres beginnt an Asiens Aktienbörsen mit Kursverlusten. Die Entspannung um Iran lässt den Ölpreis fallen.

von , Tokio
© dpa Grün: In China nicht die Farbe der Hoffnung, sondern des Kursverlusts.

Der Jahresbeginn dauert in diesem Jahr etwas länger. Schon die dritte Woche dauern die Turbulenzen an den Finanzmärkten an. In Asien fielen zum Wochenauftakt die Aktienkurse in wichtigen Märkten drastisch, die Verluste verringerten sich dann aber. Wirtschaftlich bestimmten abermals die Sorgen um die chinesische Konjunktur und der Verfall der Rohstoffpreise das Bild.

Entspannung um Iran drückt den Ölpreis

Patrick Welter Folgen:

Mit dem Ende von Wirtschaftssanktionen gegen Iran droht ein noch umfangreicheres Ölangebot am Weltmarkt, was den Ölpreis weiter nach unten treibt. Rohöl der Sorte Brent wurde am Montag zu Preisen um 28 Dollar je Fass (159 Liter) gehandelt. Ein größeres Ölangebot ist für sich genommen zwar positiv, weil die niedrigeren Preise Energieimporteure stützen und Verbrauchern real mehr Kaufkraft geben. Mit dem Preisverfall des Rohöls und anderer Rohstoffe aber wachsen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Schwellenländer, die vom Rohstoffexport abhängig sind. Das belastet die Weltwirtschaft.

In Japan rutschte der Nikkei-Index kurz nach Handelsauftakt zeitweise um 2,8 Prozent ab und lag zum Handelsende 1,1 Prozent niedriger bei 16.956 Punkten. Damit notiert der Index 19 Prozent niedriger als zum jüngsten Hoch im Juni. Ein Verlust von 20 Prozent wird gewöhnlich als Bärenmarkt oder Baisse bezeichnet, wenn er länger andauert. Der breiter gefasste Topix-Index lag mit 1388 Punkten 1 Prozent im Minus.

 
In Asien rutschen die Aktienkurse weiter

Auch in Australien erholten die Kurse sich nach einem drastischen Einbruch und lagen zeitweise nur noch 0,7 Prozent im Minus. Auch hier liegt der Index gegenüber seinem Hoch im April fast 19 Prozent im Minus.

Mit dem schlechten Wochenauftakt holten die Märkte in Japan oder Australien zum Teil den Einbruch an den amerikanischen Märkten nach. Der Dow-Jones-Index hatte am Freitag mit 2,4 Prozent im Minus geschlossen.

Kursgewinne im demokratischen China: Taiwan

In China, dem aktuellen Kern des Börsenübels, schwankte am Montag die Börse in Schanghai zwischen Gewinnen und Verlusten. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index zeitweise 1,6 Prozent nach.

Im anderen, dem demokratischen China namens Taiwan, lag der Taiex-Index mit 0,6 Prozent leicht im Plus. Zumindest kurzfristig sorgte die Wahl am Wochenende, die Oppositionskandidatin Tsai Ing-wen gewonnen hatte, für keinen Kurseinbruch. Tsai steht einem weiteren Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China skeptisch gegenüber und strebt eine größere Diversifizierung im Außenhandel an. Ihre Democratic Progressive Party steht für die Unabhängigkeit von China, was im politischen Peking auf heftigen Widerstand stößt. Am Montag entwickelten sich Aktien der Biotechnik ausgesprochen positiv. Tsai hatte vor der Wahl die Biotechnik als eine von vier Schlüsselbranchen gesetzt, die sie industriepolitisch fördern will.

Geräuschpegel aus Davos

Neben dem verbalen Geräuschpegel des World Economic Forum in Davos, das am Mittwoch beginnt, bietet die Woche wenige herausragende Wirtschaftsdaten, die den Handelnden an den Märkten die Marschrichtung setzen könnten. Ein wenig mehr Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung könnte die Volksrepublik China am Dienstag gewähren, wenn sie die Wachstumsdaten für das Jahresschlussquartal 2015 vorlegt. Erwartet wird eine Wachstumsrate von 6,9 Prozent, das entspräche in etwa dem Vorquartal. Interessanter könnte der Blick auf die Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsatz von Dezember werden.

Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank. Im Mittelpunkt des Marktinteresses steht, wie die Zentralbank, die sich aus der Ferne betrachtet stärker als früher von Finanzmärkten leiten lässt, auf die Unsicherheit über die Weltwirtschaft reagieren wird. Im Dezember hatte die Bank die Geldpolitik nur minimal gelockert, was von vielen Analysten als Enttäuschung gewertet wurde. Die Spekulationen gehen dahin, dass Präsident Mario Draghi mehr wollte, der EZB-Rat ihm aber nicht folgte.

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