http://www.faz.net/-gqe-8o62o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.12.2016, 06:55 Uhr

Außenhandel Hoffnung für Chinas Exportwirtschaft

Nachdem die chinesischen Exporte monatelang zurückgingen, haben sie sich im November stabilisiert. Die Frage ist, ob das nur ein Strohfeuer war.

von , Schanghai
© AFP China will seine Exporte ankubeln

Angesichts der neuesten monatlichen Konjunkturdaten aus China darf die Frage gestellt werden, was die vielen Prognosen der Ökonomen großer Banken und Analysehäuser eigentlich wert sind. Denn wieder einmal lagen viele daneben:

Hendrik Ankenbrand Folgen:

Während die Fachleute vorhergesagt hatten, dass die Ausfuhren der zweitgrößten Wirtschaft der Welt im November verglichen mit dem Vorjahresmonat um 5 Prozent fallen würden, haben sie sich tatsächlich stabilisiert und sind in Dollar gerechnet um 0,1 Prozent auf 197 Milliarden Dollar gewachsen. In der chinesischen Währung Yuan, die auch Renminbi genannt wird, haben die Exporte um 5,9 Prozent zugelegt.

Die Einfuhren haben sich ebenfalls viel besser entwickelt als vorhergesagt. Während die Prognosen vermutet hatten, dass diese im November um 1,9 Prozent gefallen wären, legten sie – zumindest nach den offiziellen Zahlen der chinesischen Zollbehörde – binnen Jahresfrist um 6,7 Prozent auf 152 Milliarden Dollar zu.

Hat sich das Blatt gewendet?

Auf die ersten elf Monate gerechnet, ist der Handelsbilanzüberschuss des Exportweltmeisters China um 12 Prozent auf 475 Milliarden Dollar zurückgegangen. Die Weltwirtschaft fragt viel weniger Waren aus China nach als früher. Auch haben viele Unternehmen etwa aus der Textilwirtschaft ihre Produktion von der chinesischen Ostküste in andere Länder in Südostasien verlegt, weil die Löhne dort mittlerweile deutlich niedriger sind als in China, wo sie jährlich um bis zu 10 Prozent zulegen.

Künftig muss das Land deutlich mehr Hochtechnologie exportieren, damit die Wachstumsraten nicht zu stark absinken und Massenarbeitslosigkeit droht. Der Wandel des Wirtschaftsmodells ist aber überaus schwierig. Zwar gelten Themen wie die Automatisierung der Produktion – Stichwort Industrie 4.0 – in China als Zukunftsthemen. Arbeitsplätze für die entsprechend ausgebildeten Absolventen der Ingenieursstudiengänge chinesischer Hochschulen sind dennoch derzeit Mangelware.

Zur Homepage