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Greetings aus New York : Berufsverbot für amerikanischen Hedgefonds-Manager

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der Vergleich der Behörde mit dem Hedgefondsmanager Philip Falcone setzt die neue Marschrichtung unter Mary Jo White durch. Falcone gibt Fehlverhalten zu.

          Mary Jo White macht ernst. Die seit April amtierende Vorsitzende der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hat mit Blick auf die Wall Street eine härtere Gangart versprochen und gesagt, die Behörde müsse „kühn und unerbittlich“ sein. Eine ihrer ersten Ansagen: Sie will an der lange etablierten Praxis rütteln, Unternehmen zu gestatten, Fehlverhalten „weder zuzugeben noch zu bestreiten“, wenn sie sich in juristischen Auseinandersetzungen mit der Behörde auf einen Vergleich einlassen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Am Montag kam nun der erste größere Vergleich, der die neue Marschrichtung von White umsetzt. Die SEC kündigte eine Einigung mit dem prominenten New Yorker Investor Philip Falcone und dessen Hedgefonds Harbinger Capital Partners an. Falcone stimmte nicht nur der Zahlung von 18 Millionen Dollar und einem Ausschluss aus der Wertpapierindustrie für mindestens fünf Jahre zu, sondern erklärt sich auch bereit, Fehlverhalten zuzugeben. Die SEC hatte im Frühjahr schon einmal einen milderen Vergleich mit Falcone angekündigt: Die Geldstrafe war damals die gleiche, allerdings lag das Berufsverbot nur bei zwei Jahren und es war kein Bekenntnis zu eigenem Fehlverhalten vorgesehen. Diese Vereinbarung wurde aber im Juli von der fünfköpfigen SEC-Kommission um die Vorsitzende White wieder gekippt. Das Zugeben von Fehlverhalten hat mehr als symbolische Bedeutung. Es macht die betroffene Partei womöglich auch anfällig für Klagen von Investoren.

          Der jetzt geschlossene Vergleich geht auf ein von der SEC im Juni 2012 angestrengtes Zivilverfahren zurück. Die SEC warf Falcone vor, 113 Millionen Dollar aus dem Hedgefondsvermögen entnommen zu haben, um persönliche Steuern zu bezahlen. Dies soll zu einer Zeit geschehen sein, in der es anderen Investoren nicht erlaubt war, Geld von dem Hedgefonds abzuziehen. Außerdem soll Falcone manche Investoren bevorzugt haben, wenn es um das Abziehen von Geld ging.

          Kursverluste an der Wall Street

          Philip Falcone wurde im Jahr 2007 zu einem der Stars in der Hedgefondsszene, als er mit seinen Wetten gegen den Häusermarkt Milliardengewinne machte. Seither ist sein Stern aber gesunken. Falcone lag mit Investitionen daneben, und das von seinem Hedgefonds verwaltete Vermögen ist dramatisch gesunken. Auf der „Forbes“-Liste war er aber zuletzt noch mit einem Vermögen von 1,2 Milliarden Dollar aufgelistet.

          Falcone wird womöglich nicht lange das einzige Beispiel für einen Vergleich bleiben, in dem Fehlverhalten zugegeben wird. So gab es vor wenigen Wochen Medienberichte, wonach die SEC auch in ihrer Auseinandersetzung mit der Bank JP Morgan Chase auf eine solche Einigung dringt. In dem Fall geht es um die Spekulationsverluste von 6 Milliarden Dollar, die den Konzern im vergangenen Jahr ins Straucheln gebracht haben.

          An der Wall Street setzten sich am Montag die Kursverluste der vergangenen Tage fort. Der Dow-Jones-Index fiel um 71 Punkte auf 15.011 Punkte. Der S&P 500 sank um 10 Punkte auf 1646 Punkte, und der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte um 14 Punkte auf 3589 Punkte.

          Quelle: FAZ.net

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