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Finanzierungsrunde : Snapchat könnte Milliarden einsammeln

Snapchat-Logo auf dem Display eines Smartphones Bild: dpa

Das amerikanische Start-Up-Unternehmen wirbt offenbar wieder um Investoren. Es könnte eine Bewertung erreichen, die nur noch von Uber in den Schatten gestellt wird.

          Es ist noch keine zwei Jahre her, da soll Mark Zuckerberg, der Vorstandsvorsitzende des sozialen Netzwerks Facebook, versucht haben, den Wettbewerber Snapchat zu kaufen. Angeblich hat er damals 3 Milliarden Dollar geboten, blitzte aber beim Snapchat-Vorstandsvorsitzenden Evan Spiegel ab. Dabei galt die gebotene Summe als sehr üppig, denn Snapchat machte zu dem Zeitpunkt noch keine nennenswerten Umsätze. Facebook kaufte stattdessen im vergangenen Jahr den Kurzmitteilungsdienst Whatsapp für 19 Milliarden Dollar.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Heute müsste Zuckerberg für Snapchat ähnlich tief in die Tasche greifen wie für Whatsapp, denn die Bewertung hat sich sprunghaft erhöht. Im vergangenen Jahr sammelte Snapchat 485 Millionen Dollar von Investoren ein, und das Unternehmen wurde mit 10 Milliarden Dollar bewertet. Nun plant Snapchat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ eine weitere Finanzierungsrunde, und diesmal werden sogar 16 Milliarden bis 19 Milliarden Dollar angepeilt.

          Mit dieser Summe wäre Snapchat das am zweithöchsten bewertete Start-Up-Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Vor Snapchat liegt nur noch der Fahrdienst Uber, der erst vor wenigen Monaten mit mehr als 40 Milliarden Dollar bewertet wurde.

          Kontrastprogramm zu Facebook

          Snapchat ist eine Smartphone-Anwendung, die vor allem für ihren eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus bekannt ist. Die hier ausgetauschten Fotos und Videos sind für den Empfänger nur für wenige Sekunden sichtbar und verschwinden dann. Snapchat positioniert sich damit als Kontrastprogramm zu Facebook. Denn Facebook animiert seine Nutzer dazu, Momente aus ihrem Leben endlos zu archivieren. Auf Snapchat werden mittlerweile 700 Millionen Fotos und Videos am Tag ausgetauscht. Schätzungen zufolge nähert sich Snapchat der Marke von 200 Millionen Nutzern.

          Ähnlich wie viele andere amerikanische Jungunternehmen hat sich auch Snapchat Zeit damit gelassen, aus der Popularität seiner App Kapital zu schlagen. Im vergangenen Herbst fing das 2011 gegründete Unternehmen aber erstmals an, Werbung zu zeigen. Snapchat versucht außerdem verstärkt, zu einer Plattform für Medieninhalte zu werden. So veröffentlichte Madonna kürzlich ihr neues Musikvideo zuerst auf Snapchat. In den vergangenen Tagen kursierten auch Berichte, wonach Snapchat am Kauf der Musikfirma Big Machine interessiert sein soll. Das wäre ein Coup, denn Big Machine hat den amerikanischen Superstar Taylor Swift unter Vertrag.

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