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Finanzstabilität : Amerika verordnet Großbanken größere Puffer

Die Chefin der amerikanischen Notenbank Janet Yellen schreibt Banken höheres Eigenkapital vor. Bild: AP

Janet Yellen, die Chefin der amerikanischen Federal Reserve, verordnet acht Geldhäusern zusätzliches Eigenkapital. Der Grund: Sie sind eine Bedrohung für die Finanzstabilität der Vereinigten Staaten. Und damit für den Rest der Welt.

          Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat acht besonders systemrelevanten Großbanken auferlegt, ihre Eigenkapitalposition zum Teil deutlich zu stärken. Die Botschaft der Notenbank-Chefin ist klar: Sie will das lange Jahre von Banken gepflegte Geschäftsmodell, das die Gewinne an die Eigentümer verteilte und die Risiken der Gesellschaft aufhalste, nicht länger dulden. Nachdem die Finanzkrise ausgebrochen war, hatten die Regierungen der größten Industrie- und Schwellenländer Billionen Euro für die Rettung ihrer Banken ausgegeben und damit viele Staatshaushalte in ein dunkles Rot getaucht.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Zentralbank begründet die Auflage mit der größeren Bedrohung, die von diesen Instituten für die Finanzstabilität der Vereinigten Staaten ausgeht. Betroffen sind die Bank of America, Bank of New York Mellon, Citigroup, Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley. State Street und Wells Fargo. “Ein zentrales Anliegen der Auflage ist es, den Firmen abzuverlangen, dass sie die Kosten, die ihre Fehlschläge für andere verursachen, tragen können”, sagte Janet L. Yellen. Die Banken hätten nun die Alternative: Entweder reduzierten sie Geschäfte, die im Falle eine Fehlschlages schwerwiegende Konsequenzen für andere hätten oder sie verschafften sich durch mehr Eigenkapital einen größeren Risikopuffer.

          Höchste Auflage für JP Morgan

          Beim aktuellen Finanzstatus müssen die ausgewählten Banken zwischen einem Prozent und 4,5 Prozent vom risikogewichteten Vermögen zusätzlich als Eigenkapital einstellen. Die neue Regel wird vom nächsten Jahr an schrittweise eingesetzt, bis sie mit dem Beginn des Jahres 2019 voll greift. Die höchste Auflage mit plus 4,5 Prozent zusätzlichem (gewichteten) Kapital bekommt offenbar J.P. Morgan. Die meisten anderen Institute haben im Vorgriff auf die Regelung schon ihre Kapitalposition aufgebessert.

          Denn mit Ausnahme von JPMorgan erfüllen alle Banken die neuen Vorschriften offenbar schon. Dem "Wall Street Journal" nach fehlen der größten amerikanischen Bank 12,5 Milliarden Dollar. Das Management sehe aber keine Probleme, die Kapitalreserven rechtzeitig aufzubauen.

          Bisher weigerten sich die Banken, das Eigenkapital auf eine sozialverträgliche Höhe zu bringen. Ökonomen wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Eugene Fama oder Martin Hellwig hatten Eigenkapitalquoten zwischen 25 und 30 Prozent ins Spiel gebracht. Davon sind die Banken noch immer weit entfernt. Banklobbyisten haben in einer ersten Reaktion auf die Auflagen der Fed argumentiert, nun würden der amerikanischen Volkswirtschaft Milliarden an Krediten entzogen. Das ist aber nur schlüssig, wenn die Banken sich zurückschrumpfen. Wenn sie stattdessen geliehenes Kapital durch Eigenkapital von Aktionären ersetzen, haben sie immer noch die gleiche Geldsumme zu verleihen.

          Die Eigenkapitalvorschriften folgen dem wichtigen Dodd-Frank-Gesetz, das vor genau fünf Jahren in Kraft trat und das Ziel hatte, nach der Finanzkrise die die Finanzstabilität wieder herzustellen und eine Neuauflage der Krise zu verhindern. Was die Finanzstabilität angeht, sind die Meinungen zur Wirkung des Gesetzes geteilt. Die Fed meint, die Verhältnisse hätten sich gebessert, der Internationale Währungsfonds warnt vor Risiken. Die Banken sind größer als je zuvor. „To big to fail“ gilt immer noch. Doch da viele Staatshaushalte nach Jahren der Finanzkrise angeschlagen sind, kommt ein neues Problem hinzu. Einige Banken sind womöglich zu groß geworden, um sie zu retten.

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