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Exklusiv in der F.A.Z. : Finanzminister Varga für planwirtschaftliche Schritte in Ungarn

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der gesetzliche Mindestlohn führt zu Lohndumping, Karstadt-Chef Jennings wechselt nach Australien und Daimler plant 30 neue Modelle bis 2020.

          Finanzminister Varga befürwortet planwirtschaftliche Schritte in Ungarn

          Der ungarische Wirtschafts- und Finanzminister Mihály Varga befürwortet in einem Gespräch mit der F.A.Z. planwirtschaftliche Schritte der nationalkonservativen Regierung. „Wenn Sie uns einen Rückfall vorwerfen, dann ist auch Hamburg, wo Stromnetze verstaatlicht werden sollen, ein Beispiel dafür“, sagte Varga. „Dort und anderswo laufen für bestimmte Dienstleistungen die gleichen Prozesse.“ Aus Sicht der Regierung gebe es gute Gründe, sich in privatwirtschaftliche Vorgänge einzumischen. Verstaatlichungen seien ebenso ein Korrektiv wie die Belastung von Banken zugunsten von Kreditnehmern.

          Gesetzlicher Mindestlohn führt zu Lohndumping

          Ein gesetzlicher Mindestlohn führt dazu, dass die Lohnuntergrenzen einheitlich auf 8,50 Euro je Stunde gesenkt werden. Darauf weist Arnd Diringer, Leiter der Forschungsstelle für Arbeitsrecht an der Hochschule Ludwigsburg, in einem Gastbeitrag in der F.A.Z. hin. „Was das für die Praxis heißt, ist klar: Bei Neueinstellungen in nichttarifgebundenen Unternehmen werden gerade geringqualifizierte Arbeitnehmer künftig nur noch den Mindestlohn erhalten – auch wenn dieser mehr als ein Drittel unterhalb des Tarifniveaus liegt.“ Beschäftigte, die in solchen Unternehmen schon einen höheren Lohn bekommen, könnten anders als bisher keine Gehaltserhöhungen mehr erwarten, wenn das Tarifentgelt steigt. Auch für Arbeitssuchende verschlechtert sich die Situation. Bislang sei die Rechtsprechung davon ausgegangen, dass das Angebot einer Beschäftigung, für die ein sittenwidriger Lohn gezahlt werden soll, sanktionslos abgelehnt werden kann. „Künftig werden Arbeitssuchende jede Beschäftigung annehmen müssen, die mit 8,50 Euro pro Stunde vergütet wird“, meint Diringer.

          Karstadt-Chef Jennings wechselt nach Australien

          Andrew Jennings, glückloser Vorstandsvorsitzender des Essener Warenhauskonzerns Karstadt, hat laut einem Bericht der F.A.Z. einen neuen Job gefunden. Ihn zieht es nach Australien. Anfang kommenden Jahres soll als Senior Retail Advisor in das Führungsgremium der dort führenden Warenhaus-Kette, der Myers-Gruppe, einziehen. Seine Anstellung bei Karstadt läuft zum Jahresende aus. Schon im Sommer wurde bekannt, dass der Vertrag des Anfang 2011 als Sanierer angetretenen Briten nicht verlängert wird. Wer Jennings Nachfolger wird, ist noch nicht klar. Angeblich soll eine namentlich nicht genannte Managerin der schwedischen Möbelhauskette Ikea den heiklen Job übernehmen. Ein Unternehmenssprecher wollte einen entsprechenden Hinweis der „Süddeutschen Zeitung“ nicht näher kommentieren.

          Daimler plant 30 neue Modelle bis 2020

          Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber tritt im Gespräch mit der F.A.Z. dem Eindruck entgegen, der Autokonzern hätte mit den Neuheiten der vergangenen Monate sein Pulver verschossen. „Wir haben bis 2020 noch 30 neue Autos in Planung, also pro Quartal eines“, sagte Uebber. Beispielsweise würde für den chinesischen Markt die C-Klasse als Langversion entwickelt. 2013 sei für den Konzern ein Übergangsjahr, ein Jahr, in dem viel investiert wird, ohne dass sich dieser Aufwand sofort auszahlt. 10 Prozent Umsatzrendite solle etwa die Mercedes-Sparte langfristig erzielen. In diesem Jahr hat die Sparte noch nicht einmal 6 Prozent geschafft. Im vierten Quartal könnten die Zahlen besser aussehen, schon weil die margenstarke S-Klasse jetzt allmählich überall auf der Welt verfügbar sei, sagte Uebber weiter.

          Qiagen kritisiert Pannen an Technologiebörse Nasdaq

          Das deutsch-holländische Technologieunternehmen Qiagen sieht die immer wieder auftretenden technischen Ausfälle an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq mit Sorge. „Diese Pannen sind nicht akzeptabel“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Qiagen Peer Schatz in einem Gespräch mit der F.A.Z. „Wir sehen das nicht gerne, aber Ausfälle können angesichts hochkomplexer Technologien schon mal vorkommen“, sagte er weiter. „Es darf nur nicht zu oft passieren.“ Zum Glück sei die Aktie von Qiagen auch parallel an der Deutschen Börse notiert. „Das hat uns in der Vergangenheit eine gewisse Sicherheit und Stabilität verliehen.“ Aktuell verfolgt Qiagen keine Pläne, den Aktienhandel an andere Börsen zu verlagern oder an neuen Handelsplätzen notieren zu lassen.

          Quelle: FAZ.net

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