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Spieler-Insel Macau : Casino-König Packer lässt es krachen

Selbst im Glücksspielparadies Macao mit seinen prächtigen Gebäuden sticht das neue Megakasino heraus. Bild: AP

Brad Pitt, De Niro und Co. bewerben ein Zockerparadies. Und erhalten die Gage ihres Lebens.

          Der Milliardär James Packer hatte mit seinen Investitionen auf Grundlage des Erbes seines Vaters, des australischen Medienmoguls Kerry Packer, nicht immer ein glückliches Händchen. Auch zwei Ehen kollabierten. Aber Packer, der seine Millionen nun mit Spielcasinos verdient, hat die richtigen Freunde. Und die weiß er zu nutzen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Augenscheinlich zählen die Hollywood-Größen Robert De Niro, Leonardo Di Caprio, Brad Pitt und Regisseur Martin Scorsese dazu. Sagt zumindest Packer. Das Leinwand-Quartett mag das genauso sehen – deshalb aus einem Auftritt aber einen Freundschaftsdienst zu machen, wäre wohl dennoch etwas viel verlangt. Um sein neues, 4 Milliarden Dollar teures Casino Studio City auf der chinesischen Spieler-Insel Macau anzuschieben, ließ Packer von dem Quartett ein Werbefilmchen drehen. „The Audition“, das Vorsprechen, heißt es.

          Robert De Niro, Leonardo Di Caprio, Brad Pitt und Regisseur Martin Scorsese bei der Pressekonferenz zum Film „The Audition“ in Macau
          Robert De Niro, Leonardo Di Caprio, Brad Pitt und Regisseur Martin Scorsese bei der Pressekonferenz zum Film „The Audition“ in Macau : Bild: Reuters

          „Packers Pack“ hat dabei gut gepokert: Jeder des Quartetts soll 13 Millionen Dollar Gage erhalten haben – für vier Tage Drehzeit. Macht ein Jahresgehalt von schlappen 1,2 Milliarden Dollar für jeden der vier Kreativen. Der 16 Minuten währende Streifen machte sofort Schlagzeilen - wenn auch nur als das teuerste Werbefilmchen der Geschichte. Denn insgesamt kostete er Packer 70 Millionen Dollar. Damit kommt ihm der zweifelhafte Ruhm zu, Chanel vom Thron gestoßen zu haben. Die Luxuskette hatte sich eine gefilmte Anzeige mit Nicole Kidman einst 33 Millionen Dollar kosten lassen.

          Das Megakasino „Studio City“, das in dieser Woche in Macao eröffnet wurde, hat vier Milliarden Dollar gekostet.
          Das Megakasino „Studio City“, das in dieser Woche in Macao eröffnet wurde, hat vier Milliarden Dollar gekostet. : Bild: Reuters

          Die Produzenten von The Audition bezeichnen ihr Unterfangen trotz des mehr als doppelt so hohen Preises als „cool“. Sie wollen den Streifen in Flugzeugen und im Fernsehen zeigen lassen. Immerhin seien „Legenden der Filmindustrie“ zusammengekommen. In Wirklichkeit dürfte es um etwas anderes gehen: In China sind das Zocken und auch die Werbung für Casino immer noch verboten. Ohne Chinas Spieler aber wird Studio City nicht überleben können. Wenn Melco, die Dachgesellschaft Packers, die seine Casinos betreibt, aber einen Spielfilm produziere, sei der doch durchaus auch in China vorzeigbar, dürften sich die Täter gedacht haben. Allerdings hat sich Packer mit diesem Versuch, das Werbeverbot zu umschiffen, schon einmal die Finger verbrannt: 2007 wollte er mit einem Werbefilm mit Chow Yun-fat, Weltstar aus China und bekannt für die Rolle in Crouching Tiger, Hidden Dragon, Werbung für seine Crown Towers in Macau machen. Es dauerte drei Tage, bis die Spaßbremsen in Peking den Streifen aus dem Verkehr zogen.

          Gage hin oder her, Packer bleibt seinen Schauspiel-Freunden eng verbunden: Für 100 Millionen Dollar erwarb der Australier nun einen Anteil von 20 Prozent an Nobu, der Restaurantkette von Robert De Niro und Freunden. Nobu führt 32 Restaurants und neun Hotels. Einige davon liegen in den Packer-Casinos in Australien und auf den Philippinen. Letztlich ist das Taschengeld: Melco-Crown, Packers Unternehmen gemeinsam mit dem anderen Casino-Erben, dem Hongkonger Lawrence Ho, Sohn des legendären Stanley Ho, will mehr als 10 Milliarden Dollar in neue Casinos in Melbourne, Las Vegas, Perth und Sydney pumpen.     

          Quelle: FAZ.NET

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