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Börsengang : Alibaba lenkt Blick auf Yahoo

Bild: dpa

Der Börsengang des chinesischen Internetkonzerns Alibaba beschert Yahoo einen Geldregen. Aber er setzt auch die Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer stärker unter Druck.

          Die Euphorie um den Börsengang des chinesischen Internetkonzerns Alibaba hinterlässt auch bei Yahoo Spuren. Denn das amerikanische Unternehmen ist Großaktionär. Aber es ist ein zweischneidiges Schwert: Yahoo hat beim Börsengang einen Teil seines Anteils an Alibaba verkauft, was einen Milliardenbetrag in die Kassen bringt. Aber auf der anderen Seite legt der Börsengang offen, dass Yahoo ohne seine Beteiligung an Alibaba nicht allzu viel wert ist.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das setzt die seit mehr als zwei Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer unter Druck, das Kerngeschäft des Unternehmens mit Internetwerbung anzukurbeln. Während Wettbewerber wie Google und Facebook rasant wachsen, schrumpfen die Umsätze von Yahoo. „Wir sind nicht zufrieden,“ musste Mayer bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen im Juli zugeben.

          Diese trübe Lage könnte einem glatt entgehen, wenn man auf den Aktienkurs von Yahoo blickt, denn der hat sich seit Mayers Antritt im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Aber er wurde eben maßgeblich vom Alibaba-Engagement getragen, das Yahoo 2005 zu einem aus heutiger Sicht spottbilligen Preis von einer Milliarde Dollar gekauft hat.

          Yahoo hat beim Börsengang von Alibaba mehr als 120 Millionen Aktien verkauft. Beim Emissionspreis von 68 Dollar ergibt das einen Erlös von mehr als 8 Milliarden Dollar. Nach Steuern würden davon noch immer mehr als 5 Milliarden Dollar verbleiben. Yahoo hat in der Vergangenheit gesagt, mindestens die Hälfte seiner Einnahmen aus dem Verkauf von Alibaba-Anteilen an die Aktionäre zurückgeben zu wollen, also etwa in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen. Damit würde noch immer ein üppiger Betrag bei Yahoo verbleiben, der den Handlungsspielraum für Marissa Mayer erhöht, etwa für Akquisitionen.

          Manche Beobachter meinen, der Aktienkurs von Yahoo könnte nach dem Börsengang unter Druck geraten. Denn wer in Alibaba investieren will, kann dies nun direkt tun und muss nicht mehr den Umweg über Yahoo gehen. Tatsächlich fiel der Aktienkurs von Yahoo am Freitag um fast 3 Prozent.

          Andererseits hat Yahoo noch immer eine stattliche Beteiligung an Alibaba, die den eigenen Kurs stützen könnte. So hat der Kurssprung für die Alibaba-Aktie am ersten Handelstag auch den Wert der verbleibenden Beteiligung von Yahoo anschwellen lassen. Der Alibaba-Kurs legte am Freitag um 38 Prozent auf 93,89 Dollar zu, damit ist das chinesische Unternehmen mehr als 230 Milliarden Dollar wert.

          Yahoo hält noch immer einen Anteil von 16,3 Prozent an Alibaba, der nun fast 38 Milliarden Dollar wert ist. Yahoo hält außerdem eine Beteiligung an dem separat börsennotierten Schwesterkonzern Yahoo Japan, deren Wert bei rund 8 Milliarden Dollar liegt. Damit übersteigt der Wert der asiatischen Beteiligungen die gesamte Marktkapitalisierung von Yahoo, die am Freitag zum Handelsschluss bei knapp 42 Milliarden Dollar lag.

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