http://www.faz.net/-gqe-73hjr

Ärzteprotest trotz Einigung : Zahlreiche Arztpraxen bleiben geschlossen

  • Aktualisiert am

Patienten in ganz Deutschland müssen sich an diesem Mittwoch darauf einstellen, dass Arztpraxen geschlossen bleiben Bild: dpa

Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen im kommenden Jahr um bis zu 1,27 Milliarden Euro. Trotzdem wollen zehntausende Ärzte an diesem Mittwoch demonstrieren.

          Trotz der Einigung im Honorarstreit mit den Krankenkassen müssen sich viele Patienten am Mittwoch auf Protestaktionen von niedergelassenen Ärzten einstellen. Die Medizinerverbände kündigten an, dass viele Praxen nur eingeschränkt arbeiten oder geschlossen bleiben würden. Erwartet werde die Teilnahme von 20.000 bis 30.000 Ärzten, sagte ein Sprecher der gemeinsamen Koordinierungsstelle. Die Schwerpunkte liegen demnach in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern und Berlin. Kundgebungen sollten an 34 Orten stattfinden.

          Im wochenlangen Streit über mehr Geld für die niedergelassenen Ärzte war am Dienstagabend ein Kompromiss erzielt worden. Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen im kommenden Jahr um 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einigten sich nach einem achtstündigen Verhandlungsmarathon, wie der Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschuss, Jürgen Wasem, sagte.

          KBV-Chef Andreas Köhler und der stellvertretende GKV-Vorsitzende Johann-Magnus von Stackelberg zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Demnach soll die sogenannte Grundversorgung um 270 Millionen Euro steigen, wie bereits in ersten Verhandlungen entschieden worden. Ferner sollen die Kosten für die Psychotherapie zukünftig aus dem Gesamtbudget herausgelöst werden.

          Nach bisherigem Stand der Verhandlungen waren die Kassen zu einem Plus von 900 Millionen Euro bereit gewesen. Die KBV hatte 3,5 Milliarden Euro mehr verlangt. Das nun erzielte Resultat, mit dem der Streit beigelegt ist, entspreche einem Plus von drei bis vier Prozent, sagte Köhler. Das genaue Ergebnis hänge noch von Details ab.

          Die Honorare steigen, aber nicht so hoch wie verlangt
          Die Honorare steigen, aber nicht so hoch wie verlangt : Bild: dpa

          Am 22. Oktober soll die nun erzielte Entscheidung im Erweiterten Bewertungsausschuss unter der Leitung von Jürgen Wasem offiziell beschlossen werden.

          Quelle: FAZ.NET mit Reuters, dapd/dpa

          Weitere Themen

          Weichenstellung für die Zukunft von Air Berlin Video-Seite öffnen

          Fluggesellschaft : Weichenstellung für die Zukunft von Air Berlin

          Der Gläubigerausschuss wollte über die vorliegenden Angebote an die Fluggesellschaft Air Berlin beraten und womöglich schon erste Weichen stellen, welcher Bieter welchen Teil der Airline bekommt. Endgültige Entscheidungen sollen aber erst fallen, wenn der Aufsichtsrat von Air Berlin tagt.

          Topmeldungen

          Freund im Feindesland: Irans Präsident Rohani vor der UN-Vollversammlung

          Atomabkommen : Mit Iran gegen Trump

          Amerika verdammt das Atomabkommen und schweigt über ein weiteres Vorgehen. Hassan Rohani gibt sich als Freund der Europäer. Die fürchten böse Folgen für Nordkorea.

          Streit in der AfD : Kein Wort, zu niemandem

          Kurz vor der Bundestagswahl kann auch die AfD keinen Skandal mehr gebrauchen. Wie der Vorsitzende Jörg Meuthen verhindern will, dass Äußerungen von Frauke Petry weitere Kreise ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.