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Ärzteprotest trotz Einigung : Zahlreiche Arztpraxen bleiben geschlossen

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Patienten in ganz Deutschland müssen sich an diesem Mittwoch darauf einstellen, dass Arztpraxen geschlossen bleiben Bild: dpa

Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen im kommenden Jahr um bis zu 1,27 Milliarden Euro. Trotzdem wollen zehntausende Ärzte an diesem Mittwoch demonstrieren.

          Trotz der Einigung im Honorarstreit mit den Krankenkassen müssen sich viele Patienten am Mittwoch auf Protestaktionen von niedergelassenen Ärzten einstellen. Die Medizinerverbände kündigten an, dass viele Praxen nur eingeschränkt arbeiten oder geschlossen bleiben würden. Erwartet werde die Teilnahme von 20.000 bis 30.000 Ärzten, sagte ein Sprecher der gemeinsamen Koordinierungsstelle. Die Schwerpunkte liegen demnach in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern und Berlin. Kundgebungen sollten an 34 Orten stattfinden.

          Im wochenlangen Streit über mehr Geld für die niedergelassenen Ärzte war am Dienstagabend ein Kompromiss erzielt worden. Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen im kommenden Jahr um 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einigten sich nach einem achtstündigen Verhandlungsmarathon, wie der Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschuss, Jürgen Wasem, sagte.

          KBV-Chef Andreas Köhler und der stellvertretende GKV-Vorsitzende Johann-Magnus von Stackelberg zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Demnach soll die sogenannte Grundversorgung um 270 Millionen Euro steigen, wie bereits in ersten Verhandlungen entschieden worden. Ferner sollen die Kosten für die Psychotherapie zukünftig aus dem Gesamtbudget herausgelöst werden.

          Nach bisherigem Stand der Verhandlungen waren die Kassen zu einem Plus von 900 Millionen Euro bereit gewesen. Die KBV hatte 3,5 Milliarden Euro mehr verlangt. Das nun erzielte Resultat, mit dem der Streit beigelegt ist, entspreche einem Plus von drei bis vier Prozent, sagte Köhler. Das genaue Ergebnis hänge noch von Details ab.

          Die Honorare steigen, aber nicht so hoch wie verlangt

          Am 22. Oktober soll die nun erzielte Entscheidung im Erweiterten Bewertungsausschuss unter der Leitung von Jürgen Wasem offiziell beschlossen werden.

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