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Ackermanns Vertrag verlängert Deutsche Bank fährt Milliardengewinn ein

28.07.2009 ·  Die größte deutsche Bank hat im zweiten Quartal dank ihres Investmentbankings 1,1 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. Ihr viel gescholtenes Renditeziel von 25 Prozent verfehlte die Bank allerdings. Die Börse reagierte verärgert. Die Aktie gehört am Dienstag zu den größten Verlierern im Dax.

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Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal dank ihres florierenden Investmentbankings einen Milliardengewinn eingefahren. Unterm Strich verdiente der heimische Branchenprimus von April bis Ende Juni knapp 1,1 Milliarden Euro, wie die größte deutsche Bank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im Vorquartal waren es fast 1,2 Milliarden Euro, vor einem Jahr 645 Millionen Euro.

Die Zukunftsaussichten beurteilte Vorstandschef Josef Ackermann allerdings eher zurückhaltend. Auch musste die Bank wegen der Konjunkturkrise ihre Vorsorge für faule Kredite deutlich auf 1 Milliarde Euro erhöhen nach nur 135 Millionen Euro im zweiten Quartal 2008.

Die Börse reagierte verärgert. Das Papier der Deutschen Bank war mit einem Minus von mehr als 8 Prozent bis Dienstagmittag der größte Verlierer im Deutschen Aktienindex Dax (siehe auch: Anleger stoßen Deutsche-Bank-Aktien ab).

Der Aufsichtsrat des größten deutschen Geldhauses verlängerte am Dienstag erwartungsgemäß auch den Vertrag des 61-jährigen Topmanagers. Ursprünglich hatte er im Mai 2010 das Institut verlassen wollen. Als Nachfolger des Schweizers wurde auch Aufsichtsratschef Clemens Börsig gehandelt. Nähere Angaben zum Verlauf der Sitzung machte das Institut nicht. In den vergangenen Tagen hatten Gerüchte über einen Machtkampf zwischen Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig die Runde gemacht.

Der Chef des Kontrollgremiums war im Zusammenhang mit der Suche nach einem Nachfolger für Ackermann vor allem von Aktionärsseite unter Beschuss geraten. Er soll nach erfolgloser Suche im April versucht haben, sich selbst als Nachfolger Ackermanns ins Spiel zu bringen.

Dämpfer im Privatkunden-Geschäft

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche internationale Großbanken ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt (siehe: Fotostrecke: Die Milliardengewinne der Großbanken). Bis auf wenige Ausnahmen erwirtschafteten die Institute trotz der Finanzkrise Milliardengewinne und schnitten teilweise besser ab als erwartet.

Im zweiten Quartal profitierte die Bank vor allem von einem glänzenden Ergebnis in ihrer Paradedisziplin - dem Geschäft mit Anleihen und Währungen. Dieses verhalf dem Investmentbanking zu einem Vorsteuergewinn von rund einer Milliarde Euro, nachdem es im Vorjahresquartal noch im Minus war. Einen Dämpfer gab es dagegen im Geschäft mit Privatkunden. Hier rutschte die Bank wegen Schwierigkeiten in der Vermögensverwaltung und der Verlagerung von Stellen vor Steuern in die roten Zahlen, nachdem sie vor einem Jahr noch 570 Millionen Euro verdient hatte.

Die Deutsche Bank stellt sich auch im weiteren Jahresverlauf auf deutlich wachsende Belastungen im Kreditgeschäft ein. Selbst wenn die Wirtschaft die Talsohle erreichen sollte, dürften die Ausfallraten weiter nach oben gehen, hieß es in dem am Dienstag vorgelegten Quartalsbericht. „Wir erwarten auch weiterhin Belastungen im Kreditumfeld“, erklärte Vorstandschef Ackermann. Er bleibe zurückhaltend, was die Aussichten für die Weltwirtschaft angehe. Dies betreffe besonders den Arbeitsmarkt und die Immobilienmärkte. Für dieses Jahr erwartet das Geldhaus ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um fast drei Prozent und für 2010 nur ein leichtes Wachstum.

Risiko im Eigenhandel erhöht

Die Deutsche Bank hat das Risiko im eigenen Handelsgeschäft im zweiten Quartal weiter erhöht. Der maximale Tagesverlust in den Handelseinheiten betrug zwischen Anfang April und Ende Juni 145 Millionen Euro, wie aus einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Analystenpräsentation hervorgeht. Damit stieg das durchschnittliche Verlustrisiko pro Tag das zwölfte Quartal in Folge. Nach Darstellung der Bank ist der Anstieg zu großem Teil auf die Finanzkrise zurückzuführen. Ohne diese sei das Risiko gesunken.

Die Bank stand bereits Anfang des Jahrtausends wegen des zu hohen Risikos im Eigenhandel in der Kritik und wurde von einigen Experten als Spielkasino mit angeschlossenem Bankbetrieb bezeichnet. Deutsche-Bank-Chef Ackermann fuhr daraufhin das Risiko deutlich zurück. Mitte 2006 lag das durchschnittliche Verlustrisiko im Handelsgeschäft pro Tag deutlich unter 70 Millionen Euro.

Die Bank beschäftigte Ende Juni weltweit knapp 79.000 Mitarbeiter und damit etwas weniger als Ende März. In Deutschland blieb die Zahl der Mitarbeiter mit rund 28.000 stabil.

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Von Heike Göbel

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