05.02.2009 · Die Zahlen des Branchenprimus waren ernüchternd: Die Deutsche Bank erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Verlust nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro. Der Januar wiederum lief relativ gut. So gilt das Fazit: Ackermann hat nicht enttäuscht, aber auch keine Euphorie geweckt.
Von Gerald BraunbergerEs kann nur besser werden. Nach dieser Devise hat Josef Ackermann die diesjährige Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank behandelt. Mögen andere Investmentbanken im Jahr 2008 noch deutlich schlechter abgeschnitten haben als die Deutsche Bank, so sind doch auch die Zahlen des deutschen Branchenprimus ernüchternd gewesen.
Der Verlust nach Steuern beläuft sich auf 3,9 Milliarden Euro. Alleine der Geschäftsbereich „Corporate Banking & Securities“, in dem sich weite Teile des Invetmentbanking befinden, hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von 8,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2007 abgeschlossen. Ackermann hat daraufhin die Notbremse gezogen und das Geschäft in Teilen des Investmentbanking deutlich zurückgefahren.
Verhaltene Reaktion der Börse
Damit nimmt sich die Bank zwar auch künftiges Ertragspotential, aber Ackermann ist zu Recht nicht länger bereit, die damit verbundenen Risiken zu tragen. Die Deutsche Bank sieht sich nach eigener Einschätzung angesichts überschaubarer Risiken und einem sehr großen Bestand an Liquidität für ein Bankenjahr 2009 gerüstet, das für die gesamte Branche wiederum nicht einfach werden dürfte.
Auf Staatshilfen glaubt sie weiter verzichten zu können. Der Januar ist nach Ackermanns Worten sehr gut gelaufen; Rückschlüsse für das Gesamtjahr lassen sich daraus aber noch nicht ziehen. Dementsprechend verhalten hat auch die Börse reagiert: Ackermann hat nicht enttäuscht, aber auch keine Euphorie geweckt.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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