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Abwrackprämie wirkt Autoabsatz in Europa stabilisiert sich

16.04.2009 ·  Dank der Abwrackprämie gibt es nach Ansicht des Autohersteller-Verbandes VDA erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Automärkte - vor allem in Deutschland und Frankreich. In Großbritannien und Spanien ist das Bild völlig anders.

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Der Konjunktureinbruch und die davon ausgelöste Kreditklemme haben den Pkw-Absatz im ersten Quartal 2009 weltweit belastet. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag in Frankfurt am Main berichtete, ging er allein in Europa um 17 Prozent zurück. Allerdings hätten die Abwrackprämie und anderen Konjunkturprogramme im In- und Ausland bereits erste Wirkung gezeigt, heißt es weiter in dem Vierteljahresbericht.

„Im Zuge des synchronen Rückgangs der weltweiten Wirtschaftsleistung hielten sich die Verbraucher mit der Anschaffung eines neuen Autos zu Jahresbeginn zurück“, berichtete der VDA. Er begrüßte aber zugleich, dass die von zahlreichen Regierungen aufgelegten Konjunkturprogramme der Pkw-Nachfrage wichtige Impulse verliehen hätten. Diese stützenden Effekte könnten sich in den kommenden Monaten weiter entfalten und helfen, den Abwärtstrend auf den globalen Absatzmärkten zu dämpfen.

Hersteller von Klein- und Kleinstwagen profitieren

Die Abwrackprämie hat im ersten Quartal dieses Jahres vor allem den Absatz der Hersteller von Klein- und Kleinstwagen in die Höhe getrieben. Die Verkäufe des Hyundai-Kleinstwagenmodells „I10“ etwa verachtfachten sich nahezu auf 7800 Stück. Das geht aus der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor. Ebenfalls besonders stark gefragt waren die Modelle Ford Ka und Opel Agila sowie die Kleinwagen VW Polo und Opel Corsa mit Zuwachsraten zwischen 75 und 468 Prozent. Zum Vergleich: Der Gesamtabsatz auf dem deutschen Markt legte nur um 18 Prozent auf 868.000 Stück zu.

Nicht alle Segmente des Marktes konnten von der Mitte Januar eingeführten Abwrackprämie profitieren, deren Gesamtvolumen kürzlich auf 5 Milliarden Euro aufgestockt wurde. In der sogenannten Kompaktklasse, zu der auch der VW Golf zählt, lag das Plus im ersten Quartal nur bei 8 Prozent. Die Mittelklasse und die obere Mittelklasse sowie die Oberklasse und die Sportwagen büßten bei den Verkaufszahlen sogar deutlich ein. Porsches Hauptmodell 911 verlor im Heimatmarkt 30 Prozent. Verlierer sind insgesamt auch Diesel-Autos. Deren Marktanteil sank im März mit 28 Prozent in Deutschland auf das tiefste Niveau seit dem Jahr 2000. Das geht aus einer Untersuchung des CAR-Instituts an der Universität Duisburg hervor. Noch im November 2007 hatte der Diesel-Anteil in Deutschland mit 50 Prozent einen historischen Höchstwert erreicht. Hauptgrund für den starken Rückgang in diesem Jahr ist nach Angaben des CAR-Instituts der Sog hin zu Klein- und Importwagen, den die Abwrackprämie ausgelöst habe. Für die deutschen Zulieferer sei das eine schlechte Nachricht. So sei etwa der wichtigste Geschäftsbereich bei Bosch die Dieselsparte.

Gemischtes Bild außerhalb Europas

Die Verkäufe in Westeuropa gaben um 16 Prozent auf 3,2 Millionen Autos nach. Vor allem das deutlich positive Neuzulassungsergebnis in Deutschland (plus 18 Prozent) sorgte dafür, dass der Rückgang nicht höher ausfiel. Im Vergleich mussten die Volumenmärkte Großbritannien (minus 30 Prozent), Spanien (minus 43 Prozent) und Italien (minus 19 Prozent) starke Rückgänge hinnehmen. In Frankreich fiel das Minus mit 4 Prozent weniger deutlich aus.

Auf den übrigen globalen Märkten zeigte sich laut VDA zu Jahresbeginn ein gemischtes Bild. In den Vereinigten Staaten lag der Absatz im ersten Quartal mit 2,2 Millionen Fahrzeugen um 38 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. In Japan lagen die Verkäufe bis einschließlich März mit knapp einer Millionen Wagen um 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Erste Lichtblicke gab es dagegen in den Schwellenländern: In China lag der Pkw-Absatz im ersten Quartal mit 1,6 Millionen Fahrzeugen um 4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im März kletterten die Verkäufe um 10 Prozent. Getrieben wurde die Nachfrage von der Halbierung der Verkaufssteuer für Autos mit weniger als 1,6 Litern Hubraum sowie von Subventionen bei Autokäufen der ländlichen Bevölkerung.

In Brasilien wurden dem Verband zufolge im ersten Quartal 642.000 Autos und damit vier Prozent mehr verkauft; allein im März zogen die Verkäufe um 18 Prozent an. Zu Jahresbeginn hatte die Regierung die Steuern für Personenwagen gesenkt, was zu niedrigeren Verkaufspreisen führte.

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Von Heike Göbel

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