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Abwrackprämie und Mehrwertsteuer : Schöngerechnet

Die Rechnung mit der Abwrackprämie geht für den Staat nur auf den ersten Blick auf. Richtig ist, dass er für die letzte Fahrt zur Schrottpresse 2500 Euro zahlt und 19 Prozent Mehrwertsteuer für den Neuwagen erhält. Doch der Fiskus kann das Mehrwertsteuergeschäft nicht beliebig oft machen.

          In tristen Zeiten ist der Mensch kleinen Fluchten besonders zugeneigt. Die einen trinken sich die Welt schön, die anderen rechnen sie sich besser, als sie ist. Fatal wird es, wenn beides zusammenkommt. Dann gibt es solche Ergebnisse wie: Die Verschrottungsprämie rechnet sich für den Finanzminister. Wenn das so einfach wäre, dann ließe sich die Konjunktur noch schöner beflügeln, indem Peer Steinbrück Boni für Luxusküchen, Gutscheine für das Restaurant und Zulagen für den Friseurbesuch verteilt. Mit etwas Kreativität und Phantasie ließe sich die Liste sicherlich so verlängern, dass alle etwas davon haben.

          Doch im Ernst. Die Rechnung mit der Umweltprämie geht nur auf den ersten Blick auf. Richtig ist, dass der Staat für die letzte Fahrt zur Schrottpresse 2500 Euro zahlt und 19 Prozent Mehrwertsteuer für den Neuwagen erhält. Bei den meisten Autos dürfte er damit zunächst das Geld tatsächlich wieder hereinholen. Doch dieser Betrag wird ihm später fehlen, wenn entsprechend weniger Fahrzeuge verkauft werden. Wer sein altes Auto mit Hilfe des Staates in ein neues verwandelt hat, schlägt so bald nicht wieder zu. Der Fiskus kann das Mehrwertsteuergeschäft nicht beliebig oft machen.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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