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Absatzkrise Opel verhandelt über Kurzarbeit

 ·  Der Autobauer Opel plant angesichts der Flaute auf dem europäischen Automarkt für einen Teil seiner Beschäftigten Kurzarbeit. Verhandelt wird über Arbeitsverkürzung in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern.

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Opel will mit Kurzarbeit auf den Nachfrageeinbruch reagieren. Das Unternehmen nahm nach eigenen Angaben Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitsverkürzung in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern auf. Grund sei die sich verschlechternde Marktsituation in Europa, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Rüsselsheim und bestätigte einen Bericht der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“.

Für das in Rüsselsheim produzierte Mittelklassemodell Insignia seien die südeuropäischen Märkte besonders wichtig, sagte der Sprecher. Da in der Region keine schnelle Besserung in Sicht sei, müsse über Alternativen wie Kurzarbeit nachgedacht werden. Zudem verhandele das Management über Kurzarbeit im Motoren- und Getriebewerk in Kaiserslautern. Ein Ergebnis der Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft sei kurzfristig zu erwarten.

Opel leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal hatte die GM-Europa-Tochter 361 Millionen Euro Verlust eingefahren - der amerikanische Autokonzern hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa insgesamt 14 Milliarden Dollar verloren.

Opel und Peugeot verhandeln derzeit nach Informationen der F.A.Z. über einen engen Produktionsverbund. Geplant ist eine gemeinsame Mittelklasselimousine, die federführend bei General Motors in Detroit konstruiert wird. Wie einige andere traditionsreiche Automarken steht Opel momentan am Scheideweg.

Seit Jahren wird der Autobauer nun schon saniert, die Debatte um Werksschließungen kocht aber immer wieder hoch. Genannt wird dabei immer wieder die Fabrik in Bochum. Kurzarbeit ist allerdings nach Einschätzung des Betriebsrats derzeit dort kein Thema. Das Werk sei gut ausgelastet und arbeite in drei Schichten an fünf Tagen in der Woche, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Donnerstag. In der kommenden Woche sollen jedoch die Verhandlungen über eine Standortsicherung fortgesetzt werden.

Opel beschäftigt in Rüsselsheim rund 13.000 Mitarbeiter. Im Werk Kaiserslautern arbeiten rund 2.500 Menschen.

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