http://www.faz.net/-gqe-725ft
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 16.08.2012, 08:55 Uhr

Absatzkrise Opel verhandelt über Kurzarbeit

Der Autobauer Opel plant angesichts der Flaute auf dem europäischen Automarkt für einen Teil seiner Beschäftigten Kurzarbeit. Verhandelt wird über Arbeitsverkürzung in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern.

© dpa Die Beschäftigten bei Opel sollen schon kurzfristig über das Ergebnis der Verhandlungen informiert werden

Opel will mit Kurzarbeit auf den Nachfrageeinbruch reagieren. Das Unternehmen nahm nach eigenen Angaben Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitsverkürzung in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern auf. Grund sei die sich verschlechternde Marktsituation in Europa, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Rüsselsheim und bestätigte einen Bericht der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“.

Für das in Rüsselsheim produzierte Mittelklassemodell Insignia seien die südeuropäischen Märkte besonders wichtig, sagte der Sprecher. Da in der Region keine schnelle Besserung in Sicht sei, müsse über Alternativen wie Kurzarbeit nachgedacht werden. Zudem verhandele das Management über Kurzarbeit im Motoren- und Getriebewerk in Kaiserslautern. Ein Ergebnis der Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft sei kurzfristig zu erwarten.

Mehr zum Thema

Opel leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal hatte die GM-Europa-Tochter 361 Millionen Euro Verlust eingefahren - der amerikanische Autokonzern hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa insgesamt 14 Milliarden Dollar verloren.

Opel und Peugeot verhandeln derzeit nach Informationen der F.A.Z. über einen engen Produktionsverbund. Geplant ist eine gemeinsame Mittelklasselimousine, die federführend bei General Motors in Detroit konstruiert wird. Wie einige andere traditionsreiche Automarken steht Opel momentan am Scheideweg.

Seit Jahren wird der Autobauer nun schon saniert, die Debatte um Werksschließungen kocht aber immer wieder hoch. Genannt wird dabei immer wieder die Fabrik in Bochum. Kurzarbeit ist allerdings nach Einschätzung des Betriebsrats derzeit dort kein Thema. Das Werk sei gut ausgelastet und arbeite in drei Schichten an fünf Tagen in der Woche, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Donnerstag. In der kommenden Woche sollen jedoch die Verhandlungen über eine Standortsicherung fortgesetzt werden.

Opel beschäftigt in Rüsselsheim rund 13.000 Mitarbeiter. Im Werk Kaiserslautern arbeiten rund 2.500 Menschen.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, DAPD, dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Opel aus Rüsselsheim Künftige Beziehungen zu Großbritannien schnell klären

Der Brexit wirkt auch auf Rüsselsheim: Der Autobauer Opel ist stark mit der britischen Wirtschaft verbandelt. Nun gilt es einiges für den Konzern zu klären und das möglichst schnell. Mehr

24.06.2016, 14:21 Uhr | Rhein-Main
Marketing Wie Opel die sozialen Medien nutzt

Die Opel-Marketingchefin spricht mit Thorsten Winter über die Frage, inwieweit sich Social Media für Opel rechnet. Mehr

31.05.2016, 14:49 Uhr | Rhein-Main
Diesel-Autos Opel verzichtet auf umstrittene Werbeaussagen

Im Streit um die Abgase von Opel-Dieselmotoren hat die Deutsche Umwelthilfe einen Etappensieg errungen. Der Hersteller verpflichtete sich in einem Vergleich vor Gericht, bestimmte Werbeaussagen über den Zafira nicht zu wiederholen. Mehr

10.06.2016, 16:00 Uhr | Wirtschaft
Washed Ashore Vom Plastikmüll zum Kunstwerk

Der Plastikmüll in unseren Weltmeeren ist ein riesiges Problem. Eine etwas ungewöhnliche Kunstausstellung im Smithsonian National Zoo in Washington soll mit solchen Werken auf die Umweltverschmutzung der Ozeane aufmerksam machen. Die Organisation Washed Ashore will Menschen dazu anregen, unter anderem über Themen wie Müllvermeidung oder Recycling nachzudenken. Mehr

04.06.2016, 16:59 Uhr | Gesellschaft
Frankfurt und der Brexit Gemischte Gefühle vor dem Referendum

In zwei Tagen entscheiden die Briten, ob sie in der EU bleiben. Hessens Wirtschaft ist gespalten: Die einen fürchten den Brexit - andere glauben, der Finanzplatz Frankfurt kann profitieren. Mehr Von Daniel Schleidt und Thorsten Winter, Frankfurt

21.06.2016, 13:02 Uhr | Rhein-Main

Ein neuer Deal für die Briten

Von Heike Göbel

Manche sagen, man müsse an den Briten jetzt ein Exempel statuieren, damit andere Länder nicht auch die EU verlassen. Das führt in die Irre. Es liegt im Interesse der EU, den Briten die Tür nicht zuzuschlagen. Mehr 56


Märkte nach dem „Brexit“
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Euro in Dollar --  --
  FTSE 100 --  --
  Pfund in Euro --  --
  Pfund in Dollar --  --
  Gold --  --

„World Wealth Report“ So viele Millionäre leben in Deutschland

Weltweit hat das Vermögen der Millionäre im vorigen Jahr um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar zugelegt. Deutschland ist dabei unter den vier Ländern mit den meisten Millionären – und hatte überdurchschnittliche Zuwächse. Mehr Von Christian Siedenbiedel 80 47

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --