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Freitag, 10. Februar 2012
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Absatz sinkt Eisige Stimmung in der Autobranche

02.02.2010 ·  Die Auto-Verkäufe in Deutschland sind zu Jahresanfang auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren eingebrochen: rund 181.200 Neuzulassungen im Januar. Das sind nochmals 4,3 Prozent weniger Neuwagen als im Jahr zuvor. Und es könnte schlimmer kommen.

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Die deutschen Autohersteller sind mit einem Fehlstart ins Jahr 2010 gestartet. Einzig die Marke VW konnte im Januar ein Absatzplus von knapp elf Prozent verbuchen und erreichte damit einen Marktanteil von 23,3 Prozent, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag in Flensburg mit. Insgesamt wurden im Januar nach KBA-Angaben rund 181.200 Autos neu zugelassen, das waren 4,3 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Damit werden auf dem deutsche Automarkt die schlimmsten Erwartungen wahr: Die Zahl der Neuzulassungen sank auf den schwächsten Wert seit 20 Jahren. Das Ergebnis liegt noch etwa 4 Prozent unter den schwachen Zahlen des Januar 2009, kurz ehe die Bundesregierung mit der Abwrackprämie für ein Strohfeuer auf dem Automarkt sorgte. Allerdings berichten die deutschen Hersteller nach Angaben des Branchenverbandes VDA vom Dienstag von mehr Bestellungen aus dem Ausland.

Der Autoabsatz in Deutschland hatte 2009 mit 3,8 Millionen Stück ein 17-Jahres-Hoch erreicht. Für 2010 rechnet die Branche mit einem Absatzrückgang von einer Million Stück. Nach dem Januar-Einbruch zeichnet sich eine Abschwächung des Inlandsgeschäftes schon ab: Die Inlandsbestellungen blieben aufgrund des Wegfalls der Umweltprämie im Januar um 16 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen. Außerdem werden immer noch Wagen ausgeliefert, die mit Hilfe der Abwrackprämie verkauft wurden. Dadurch sind die Neuzulassungszahlen nach oben verzerrt.

„Das dicke Ende kommt erst“

Experten warnen, es komme für die Branche noch heftiger. Weil aus den guten Zeiten der Abwrackprämie noch einige Aufträge abzuarbeiten
sind, sei der Rückgang der Neuzulassungen zu Jahresbeginn vergleichsweise moderat ausgefallen. „Der erste Monat ist nicht dramatisch, weil die Krise im vergangenen Jahr erst angefangen hat. Das dicke Ende kommt erst,“ sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, der das CAR-Center an der Uni Duisburg leitet. Nach dem Einbruch vor einem Jahr hatte die Bundesregierung der gebeutelten Branche ab Februar mit der Abwrackprämie unter die Arme gegriffen, die im September auslief.

Wegen der staatlichen Anreize hatten viele Kunden vergangenes Jahr früher ein neues Auto gekauft als ursprünglich geplant. Diese vorgezogenen Käufe fehlen der Branche im laufenden Jahr nun. Hinzu kommt die Angst vor Arbeitslosigkeit, die viele Verbraucher nach Meinung von Experten vor größeren Anschaffungen wie der eines Autos zurückschrecken lässt. Der Wirtschaftserholung, die von Ökonomen und der Bundesregierung für dieses Jahr vorhergesagt wird, trauten viele nicht, sagte Dudenhöffer.

„Man kann noch nicht von einer Konjunkturerholung sprechen“, sagte auch Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Er erwarte in der Automobilindustrie auf absehbare Zeit kein selbsttragendes Wachstum. „Die ersten Monate dieses Jahres werden schlimm“, sagt Bratzel voraus.

Auslandsnachfrage hält an

Die Erholung der Auslandsnachfrage hat sich dagegen fortgesetzt und die Bestellungen lagen 38 Prozent über dem Januar 2009. Mit 264.500 Autos setzten die deutschen Hersteller 18 Prozent mehr Fahrzeuge im Ausland ab als vor einem Jahr.

Dank der verbesserten Exporte wurden mit 362.700 Stück 17 Prozent mehr Fahrzeuge in Deutschland hergestellt. Verbandschef Matthias Wissmann sagte, dank des guten Starts könnte die Pkw-Produktion 2010 mindestens Vorjahresniveau erreichen. Im Januar erholte sich der Anteil der Diesel-Fahrzeuge auf 40 Prozent nach 31 Prozent 2009. Das liegt daran, dass mit Hilfe der Abwrackprämie vor allem kleinere und privat genutzte Autos gekauft wurden. In dieser Klasse regiert der im Anschaffungspreis billigere Benzinmotor.

Die Autobauer selbst rechnen 2010 im Inland mit anhaltend schwierigen Zeiten. VW-Chef Martin Winterkorn hatte unlängst von einem harten Jahr für die Branche gesprochen. Europas größter Autobauer hatte wegen seines Angebots an Klein- und Kompaktwagen am stärksten von der Abwrackprämie profitiert. Die Hoffnungen vieler Hersteller richten sich darauf, dass die Nachfrage in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien nicht nachlässt

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