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Abfindungen : Esser, Zwickel und Ackermann droht Anklage

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"Essers Leistung keine 60 Millionen wert": Wirtschaftsexperte Wenger (Uni Würzburg) im F.A.Z. Business-Radio Bild:

Die Staatsanwaltschaft will nach einem Pressebericht wegen der Abfindungen bei der Mannesmann-Übernahme Anklage wegen Verdacht auf Untreue erheben.

          Das Ermittlungsverfahren gegen Ex- Mannesmann-Chef Klaus Esser, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und IG Metall-Chef Klaus Zwickel läuft weiter. Das Verfahren gegen die nach wie vor insgesamt elf Beschuldigten wegen der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone sei keineswegs abgeschlossen, berichtete der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Bernhard Englisch.

          Der Sprecher wollte einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach demnächst Anklage gegen Ackermann und Zwickel erhoben werden soll, „so nicht bestätigen“. Derzeit hätten die Verteidiger die Gelegenheit, schriftliche Stellungnahmen einzureichen, nachdem bereits ausführliche Gespräche mit mehreren Anwälten geführt worden seien, sagte Englisch. Erst nach Ablauf der Frist und Prüfung der Stellungnahmen werde über eine Anklage entschieden.

          Anklage gegen Ackermann „abwegig“

          Ein Sprecher Ackermanns erklärte, eine Anklage wegen des Verdachts der Untreue erscheine aus rechtlicher Sicht abwegig. Nach Darstellung des Ackermann-Sprechers ist der Deutsche-Bank-Chef vor allem darüber erstaunt, dass ihm bislang keinerlei Ermittlungsergebnisse vorgelegt worden seien, zu denen Ackermann dann hätte Stellung nehmen können: „Herr Ackermann kann sich nicht zu den Absichten der Staatsanwaltschaft äußern, weil er sie nicht kennt.“

          Zwickels Anwälte rechnen mit Klage

          IG-Metall-Chef Klaus Zwickel muss nach Einschätzung seiner Anwälte demnächst mit der Klage rechnen. Wie der Anwalt Rainer Hamm am Mittwoch in Frankfurt am Main bestätigte, hätten die Ermittler der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bei einem ausführlichen Gespräch keinen Zweifel dran gelassen, Anklage gegen den IG-Metall-Chef erheben zu wollen. Zwickel habe sich als Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsrates jedoch nicht strafbar gemacht, erklärten die Frankfurter Anwälte.

          Die Verteidigung will zudem die Ablösung der Staatsanwälte beantragen. Zwickels Anwalt Rainer Hamm warf ihnen am Mittwoch Voreingenommenheit und Befangenheit vor. Zugleich sagte er, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Zwickel und andere Beschuldigte erheben wolle.

          Verteidigung fordert Ablösung der Staatsanwälte

          Der Anwalt warf den Strafverfolgern vor, sich in der Bewertung ihrer Ermittlungsergebnisse bereits festgelegt zu haben. Sie seien „für die weitere Sachbearbeitung disqualifiziert“. Außerdem seien aus der Staatsanwaltschaft Informationen über das Ermittlungsverfahren an die Zeitung weitergegeben worden. Der Leiter der der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Hans-Reinhard Henke, erklärte, er sehe nicht die geringste Veranlassung, die beiden Dezernenten des Ermittlungsverfahrens abzulösen. Weiter wollte er die Vorwürfe von Zwickels Seite nicht kommentieren.

          Sieben Beschuldigten droht Anklage

          Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, die Anklage von sieben Beschuldigten gelte als sicher, darunter seien Ackermann und Zwickel. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Mannesmann-Manager bis zuletzt versucht hätten, eine Übernahme mit Vodafone zu verhindern. Es gebe keinen seriösen Hinweis auf Bestechung. Schon zu Beginn der Übernahmeschlacht habe es bei Mannesmann erste Pläne gegeben, wie Mitglieder des Vorstands, Vorstandspensionäre und leitende Mitarbeiter im Fall einer Niederlage finanziell abgesichert werden könnten.

          Nachdem Mannesmann dann mit Zustimmung Essers seine Selbstständigkeit verloren habe, seien nach Ansicht der Strafverfolger unrechtmäßig Zahlungen aus der Konzernkasse genehmigt worden, berichtet die Zeitung. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um Zahlungen gehandelt habe, die sich nicht am Unternehmensinteresse Mannesmanns orientiert hätten. Auch sei fraglich, ob die Beschlüsse korrekt zu Stande gekommen seien, da Zahlungsverpflichtungen weder erkennbar nach nachvollziehbar seien.

          Grünes Licht für Abfindungen möglicherweise von Ackermann

          Im Mai hatte die Staatsanwaltschaft berichtet, dass sich die Größenordnung des Falls auf etwa 200 Millionen Mark (102 Millionen Euro) ausgeweitet habe. Ackermann soll als Mannesmann-Aufsichtsrat unmittelbar nach der Übernahme durch Vodafone üppige Abfindungen mit abgesegnet haben. Der damalige Mannesmann-Chef Klaus Esser soll alleine insgesamt 90 Millionen Mark erhalten haben.

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