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Abfall Altmaier plant bundesweite Wertstofftonne

 ·  Die Deutschen sind Sortierweltmeister beim Müll, doch gerade bei der lukrativen Wertstofferfassung gibt es vielerorts Wildwuchs. Die Bundesregierung will nun klare Regeln.

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) plant die Einführung einer bundesweit einheitlichen Wertstofftonne. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll das bisher bestehende Sammelsystem dafür weiterentwickelt werden. Geplant ist demnach nicht die Einführung einer zusätzlichen Tonne, sondern eine Sammlung von Wertstoffen über die vielerorts bereits bestehende gelbe Tonne.
Details wollte Altmaier Mittwochnachmittag vor Journalisten in Berlin vorstellen. Statt wie bisher Verpackungen in der gelben Tonne, Plastikspielzeug oder Pfannen aber in der Restmülltone zu entsorgen, würde alles zusammen in der gelben Tonne gesammelt. So sollen sieben Kilo mehr pro Einwohner und Jahr mehr erfasst und recycelt werden. Die Regelung zielt vor allem auf Plastik- und Metallgegenstände ab.

Es gibt bereits in rund 35 Städten Wertstofftonnen, dabei existieren aber völlig uneinheitliche Modelle. Die Verwertungsrate bei Verpackungsabfällen liegt inzwischen bei rund 80 Prozent. In Zeiten knapper werdender Rohstoffe ist eine weitere Steigerung lukrativ. Interessant dürfte werden, wie die Zugriffsrechte zwischen privaten und kommunalen Entsorgern geregelt werden sollen. Die gesamte Recyclingbranche macht inzwischen einen jährlichen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro. Die Kommunen warnen vor Rosinenpickerei.

Bisher fehlt eine bundesweite Wertstoffregelung, aber mit der bestehenden Verpackungsordnung können bereits regional Wertstoffe gesammelt werden. Das führte immer wieder zu Reibereien und zu Wildwuchs. So werden in einigen Orten auch Holz und Elektrogeräte eingesammelt. In Berlin kam es sogar zu einer Art „Tonnenkrieg“, der Entsorger Alba und die städtischen Berliner Stadtreinigung stellten jeweils eigene Tonnen auf. Nun hat man sich gütlich geeinigt, die Wertstoffe ab 2013 gemeinsam zu sammeln und untereinander aufzuteilen.

Wertvolle Wertstoffe landeten bisher wegen fehlender Regelungen oft im Restmüll und wurden verbrannt, etwa die Plastikente oder die Bratpfanne. Ursprünglich war auch über eine Entsorgung von Elektrogeräten, zum Beispiel Handys, in einer Wertstofftonne diskutiert worden, diese sollen aber wahrscheinlich wie bisher nur als Elektroschrott etwa bei Recyclinghöfen abgegeben werden. Der Grund: Batterien und Akkus könnten die übrigen Wertstoffabfälle kontaminieren.

Die europäische Abfallrahmenrichtlinie verlangt, dass ab 1. Januar 2015 Metalle, Kunststoffe, Glas und Papier getrennt vom übrigen Hausmüll gesammelt werden. Unabhängig von der geplanten Einführung einer bundesweiten Wertstoff-Regelung hat Deutschland dies bereits mit der im Juni in Kraft getretenen Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in deutsches Recht umgesetzt.
 

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