http://www.faz.net/-gqe-93ot6

Flexiblere Arbeitszeiten : Wirtschaftsweise gegen strikten Acht-Stunden-Tag

  • Aktualisiert am

Reif fürs Museum: Die klassische Stechuhr Bild: dpa

Wie wäre es, wenn die maximale Arbeitszeit künftig nur noch pro Woche festgelegt wird statt pro Tag? Wichtige Berater der Bundesregierung fordern neue Regeln für die immer digitalere Berufswelt.

          Der Rat der Wirtschaftsweisen hat die Politik zu einer Lockerung des Arbeitszeitgesetzes aufgefordert. „Flexiblere Arbeitszeiten sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen“, sagte der Vorsitzende des Beratergremiums der Bundesregierung, Christoph Schmidt, der „Welt am Sonntag“. Firmen, die in der neuen digitalisierten Welt bestehen wollten, müssten agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können: „Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet.“

          Der Arbeitnehmerschutz in Deutschland habe sich zwar bewährt, er sei aber in Teilen nicht mehr für die digitalisierte Welt geeignet, sagte Schmidt. „So brauchen Unternehmen beispielsweise Sicherheit, dass sie nicht gesetzwidrig handeln, wenn ein Angestellter abends noch an einer Telefonkonferenz teilnimmt und dann morgens beim Frühstück seine Mails liest.“ Dies würde nicht nur den Firmen helfen, sondern auch den Mitarbeitern, die mit der digitalen Technik flexibler arbeiten könnten. Eine Flexibilisierung dürfe aber nicht eine heimliche Ausweitung der Arbeitszeiten bedeuten.

          Maximale Arbeitszeit auf die ganze Woche verteilen

          Eine Reform des Arbeitszeitgesetzes ist eines der Themen bei den Sondierungsgesprächen über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen in Berlin. Die Arbeitgeber fordern seit längerem, die tägliche Arbeitszeit nicht länger auf acht Stunden zu begrenzen, sondern stattdessen nur noch die bestehende maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gelten zu lassen. Auch die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen solle von elf auf neun Stunden verkürzt werden.

          Die Gewerkschaften wehren sich gegen diese Pläne. Sie fürchten eine verdeckte Ausweitung der Arbeitszeiten.

          Weitere Themen

          So entsteht das Labo-Klavier Video-Seite öffnen

          Zeitraffer-Video : So entsteht das Labo-Klavier

          Nintendo sagt, man brauche bis zu dreieinhalb Stunden, um das Labo-Klavier zu bauen. Wir haben das mal auf die Probe gestellt, um zu sehen, ob es nicht auch schneller geht.

          Topmeldungen

          Treffen in Paris : Neuer Friedensversuch für Syrien

          Hunderttausende Tote, Millionen Flüchtlinge, unzählige verwüstete Städte und Dörfer: Nach sieben Jahr Krieg gibt es einen neuen Friedensversuch – und damit neue Hoffnung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.