01.12.2008 · Das billige, mit geringen Kosten zu fördernde Öl geht zu Ende, der große Nachfrageanstieg außerhalb der Industriestaaten steht aber erst bevor. Die Ölproduzenten müssen sich vorbereiten.
Von Rainer HermannSchon einmal hatte der saudische Ölminister Ali al Naimi ein Preisziel für Erdöl vorgegeben. Vor zehn Jahren war der Ölpreis in der Asien-Krise auf unter 10 Dollar je Barrel gefallen. Da schlug Naimi ein Preisband von 22 Dollar bis 28 Dollar vor. Die Opec drosselte die Produktion, der Preis sprang auf über 20 Dollar. Das Band hatte einige Jahre Bestand.
Nach den jüngsten Exzessen des Ölpreises schlägt Naimi wieder eine Zielgröße vor. Heute bezeichnet er 75 Dollar als „fairen Preis“.
Die Nachfrage nach Erdöl mag Kapriolen schlagen, das Angebot verändert sich aber langsam wie ein Supertanker. In der Asien-Krise hatten alle Ölproduzenten ihre Erweiterungsinvestitionen zurückgestellt. Bis heute ist die entstandene Lücke nicht gefüllt. So schöpften die Ölexporteure im ersten Halbjahr 2008 ihre Förderkapazitäten zwar voll aus, dennoch stieg der Preis unaufhörlich.
Der neue „faire“ Preis liegt über dem alten. Denn das billige, mit geringen Kosten zu fördernde Öl geht zu Ende, der große Nachfrageanstieg außerhalb der Industriestaaten steht aber erst bevor. Sollten sich die Ölproduzenten auf ihn nicht vorbereiten, könnten sich für den Ölpreis rascher als befürchtet neue Rekorde einstellen.
Rainer Hermann Jahrgang 1956, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in der arabischen Welt mit Sitz in Abu Dhabi.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.526,50 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,48% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
Anonym bewerben? Ist das gut?