Home
http://www.faz.net/-gqe-7677j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

60 Millionen Euro Bußgeld Schokokartell muss zahlen

Schokoladenhersteller haben von Kunden jahrelang überhöhte Preise verlangt. Für illegale Preisabsprachen müssen 11 Hersteller nun Millionenbußen zahlen.

© Rüchel, Dieter Vergrößern

Das Bundeskartellamt hat Bußgelder von rund 60 Millionen Euro gegen die Mitglieder eines Schokoladenkartells verhängt. Die Wettbewerbshüter beschuldigen elf Unternehmen und ihre verantwortlichen Vertriebsleiter, dass sie Verkaufspreise für Tafelschokolade und Schokoriegel untereinander abgesprochen oder sich zumindest gegenseitig über den Stand der Preisverhandlungen mit dem Einzelhandel informiert hätten. Auslöser des Kartells sei 2007 der Preisanstieg für Rohstoffe wie Milch und Kakao gewesen. „Einzelne Unternehmen wollten offensichtlich auf Nummer sicher gehen, dass sie ihre gestiegenen Kosten einfach an die Verbraucher durchreichen können“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Mars kommt ohne Strafe davon

Helmut  Bünder Folgen:  

Ein Hinweis des Schokoriegelproduzenten Mars, der deshalb straffrei ausgeht, hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht und im Februar 2008 zu mehreren Razzien geführt. Auch der Schokoladenhersteller Ritter hatte die Zusammenarbeit mit dem Kartellamt gesucht, soll aber dennoch insgesamt 7,5 Millionen Euro an Geldbußen bezahlen. Dagegen will das Unternehmen gerichtlich vorgehen. Man habe vollumfänglich mit dem Kartellamt kooperiert, hieß es.

Nach Angaben des Kartellamtes haben sich Ritter und Kraft Foods Anfang 2008 auf eine Erhöhung ihrer Abgabepreise an den Handel um 15 bis 25 Prozent verständigt und ihre Empfehlungen für die Endverbraucherpreise abgestimmt. Unabhängig davon sollen sich Ritter, Mars, Nestlé Kaffee und die Schokoladen GmbH in einer „Viererrunde“ über Preiserhöhungen verständigt haben. Diese wurden zum Teil auch durch eine Verringerung des Packungsinhalts durchgesetzt. Drittes „Gremium“ schließlich war ein Arbeitskreis der Konditionenvereinigung der Deutschen Süßwarenindustrie. Darin vertreten waren unter anderem auch die Unternehmen Bahlsen, Griesson de Beukelaer, Storck, Katjes, Brands, Feodora, Piasten und Zentis. Bei den regelmäßigen Treffen seien Informationen über die Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und teilweise auch über geplante Preiserhöhungen ausgetauscht worden.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eintrittskarten für Konzerte Tickethändler Eventim im Visier des Kartellamts

Das Kartellamt hat ein Verfahren gegen den Tickethändler CTS Eventim eingeleitet. Laut einem Medienbericht soll unter anderem geprüft werden, ob Veranstalter möglicherweise unter Druck gesetzt wurden, ihre Tickets online bei Eventim zu verkaufen. Mehr

22.02.2015, 13:58 Uhr | Wirtschaft
Bahn und GDL Weselsky: Durchbruch bei Tarifverhandlungen

Die Deutsche Bahn und die GDL haben sich am Mittwoch auf eine Einigung für das Jahr 2014 verständigt. Mehr

17.12.2014, 17:28 Uhr | Wirtschaft
Supermärkte Kartellamt droht mit Veto gegen Tengelmann-Kauf durch Edeka

Edeka will 415 Kaiser’s-Tengelmann-Supermärkte übernehmen. Doch das Kartellamt ist davon nicht begeistert. Edeka und Tengelmann müssen sich wohl einiges einfallen lassen. Mehr

17.02.2015, 14:32 Uhr | Wirtschaft
Boko Haram Niger schickt Truppen nach Nigeria

Im Kampf gegen Boko Haram hat die Nationalversammlung in Niger Soldaten ins Nachbarland Nigeria gesandt. Nigeria hatte sich bereits mit seinen Nachbarn Kamerun, Tschad, Niger und Benin darauf verständigt, eine 8.700 Mann starke Truppe zu bilden. Mehr

10.02.2015, 13:15 Uhr | Politik
Lebensmittelhandel Kaufland hat Interesse an Tengelmann-Filialen

Supermärkte von Kaisers’s Tengelmann könnten möglicherweise an Kaufland gehen. Zuvor hatte das Kartellamt mit einem Veto gegen die Übernahme der Filialen durch Marktführer Edeka gedroht. Mehr

21.02.2015, 07:53 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.01.2013, 18:20 Uhr

Geld für Provokateure

Von Heike Göbel

Die griechische Regierung provoziert ihre Geldgeber jeden Tag aufs Neue. Müssen wir den Hohn ertragen? Mehr 2 25


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Milliardenschwere Startups

Ein Startup, das eine Milliarde Dollar wert ist - ist das noch eine Besonderheit? Scheint nicht so. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden