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60 Millionen Euro Bußgeld : Schokokartell muss zahlen

Bild: Rüchel, Dieter

Schokoladenhersteller haben von Kunden jahrelang überhöhte Preise verlangt. Für illegale Preisabsprachen müssen 11 Hersteller nun Millionenbußen zahlen.

          Das Bundeskartellamt hat Bußgelder von rund 60 Millionen Euro gegen die Mitglieder eines Schokoladenkartells verhängt. Die Wettbewerbshüter beschuldigen elf Unternehmen und ihre verantwortlichen Vertriebsleiter, dass sie Verkaufspreise für Tafelschokolade und Schokoriegel untereinander abgesprochen oder sich zumindest gegenseitig über den Stand der Preisverhandlungen mit dem Einzelhandel informiert hätten. Auslöser des Kartells sei 2007 der Preisanstieg für Rohstoffe wie Milch und Kakao gewesen. „Einzelne Unternehmen wollten offensichtlich auf Nummer sicher gehen, dass sie ihre gestiegenen Kosten einfach an die Verbraucher durchreichen können“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

          Mars kommt ohne Strafe davon

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Ein Hinweis des Schokoriegelproduzenten Mars, der deshalb straffrei ausgeht, hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht und im Februar 2008 zu mehreren Razzien geführt. Auch der Schokoladenhersteller Ritter hatte die Zusammenarbeit mit dem Kartellamt gesucht, soll aber dennoch insgesamt 7,5 Millionen Euro an Geldbußen bezahlen. Dagegen will das Unternehmen gerichtlich vorgehen. Man habe vollumfänglich mit dem Kartellamt kooperiert, hieß es.

          Nach Angaben des Kartellamtes haben sich Ritter und Kraft Foods Anfang 2008 auf eine Erhöhung ihrer Abgabepreise an den Handel um 15 bis 25 Prozent verständigt und ihre Empfehlungen für die Endverbraucherpreise abgestimmt. Unabhängig davon sollen sich Ritter, Mars, Nestlé Kaffee und die Schokoladen GmbH in einer „Viererrunde“ über Preiserhöhungen verständigt haben. Diese wurden zum Teil auch durch eine Verringerung des Packungsinhalts durchgesetzt. Drittes „Gremium“ schließlich war ein Arbeitskreis der Konditionenvereinigung der Deutschen Süßwarenindustrie. Darin vertreten waren unter anderem auch die Unternehmen Bahlsen, Griesson de Beukelaer, Storck, Katjes, Brands, Feodora, Piasten und Zentis. Bei den regelmäßigen Treffen seien Informationen über die Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und teilweise auch über geplante Preiserhöhungen ausgetauscht worden.

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