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500-Milliarden-Tender der EZB Die Geldschwemme

Die EZB leiht den Banken eine halbe Billion Euro für drei Jahre. Angesichts strauchelnder Kreditinstitute ist zu befürchten, dass sich die Zentralbank noch zu ganz anderen Schritte drängen lässt.

© Bengt Fossha / F.A.Z. Vergrößern

Die Europäische Zentralbank begibt sich auf rutschigen Boden. Aus der berechtigten Sorge um die Stabilität des Bankensystems leiht sie den Banken eine halbe Billion Euro für drei Jahre. Nur um die Dimension zu verdeutlichen: Das Geld würde ausreichen, um den deutschen Bundeshaushalt für eineinhalb Jahre zu finanzieren. Natürlich weckt schon die schiere Größe der Geldschwemme die Erwartung, dass am Ende Inflation droht. Doch das ist nicht die größte Sorge.

210 Milliarden Euro zusätzlich

Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft im Euroraum im besten Fall stagnieren, das zusätzliche bereit gestellte Geld - aufgrund von fälligen EZB-Geschäften, die Abflüsse bewirken, handelt es sich um etwa 210 Milliarden Euro - wird in einem solchen Umfeld eher gehortet, als dass es die Nachfrage steigern würde. Und in einer hoffentlich im Laufe des Jahres beginnenden Erholung bliebe der Zentralbank genügend Zeit, die überschüssige Liquidität einzusammeln.

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Inflation ist also ein langfristiges Risiko. Kurzfristig droht jedoch, dass die EZB aus Sorge um das Finanzsystem die Staatsfinanzierung stark begünstigt. Der Kauf von Anleihen finanzschwacher Euroländer ist ohnehin schon im Gang, aber auf einem - gemessen an den Forderungen vieler Investoren und mancher Regierungen - relativ geringen Niveau. Auch dank der Überzeugungsarbeit der Bundesbank hat sich herumgesprochen, dass die Zentralbank die Staatsschuldenkrise nicht überwinden kann. Eine Lösung liegt vor allem in der Hand der überschuldeten Regierungen. Die Verweigerung der Staatsfinanzierung per Notenpresse zwingt diese nun zum Handeln und ebnet den Weg zu einem glaubwürdigeren Stabilitätspakt.

Kreditgeber der letzten Instanz

Zugleich hat sich jedoch die Bankenkrise verschärft. Die EZB tritt als Kreditgeber der letzten Instanz für die Banken auf. Diese Pflicht kann auch weitreichende Schritte wie Ausleihungen mit der extrem langen Laufzeit von drei Jahren rechtfertigen und selbst eine maßvolle Lockerung der ohnehin schon aufgeweichten Regeln für die von den Banken geforderten Sicherheiten. Angesichts strauchelnder Banken ist jedoch zu befürchten, dass sich die Zentralbank noch zu ganz anderen Schritte drängen lässt.

Das muss Grenzen haben. Es sind die Staaten, die ihre Haushalte in Ordnung bringen müssen, und sie sind es auch, die das Recht und die Pflicht haben, ihre maroden Banken auf Vordermann zu bringen. Die Zentralbank kann bei der Überbrückung helfen, sie darf diese Last aber nicht im vorauseilenden Gehorsam übernehmen.

Quelle: F.A.Z.

 
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