Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bestätigte der F.A.Z., der indischen Regierung ein entsprechendes Angebot unterbreitet zu haben.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das bei solchen so genannten Drittgeschäften seine Genehmigung erteilen muss, hat dem möglichen Geschäft bereits zugestimmt. Wie die gefährliche Fracht transportiert werden und in welchen Verbrennungsanlagen sie entsorgt werden soll, verschweigt die staatliche Einrichtung für Entwicklungszusammenarbeit bislang: „Solange wir den Auftrag nicht erhalten haben, geben wir keine Auskunft“, sagte GIZ-Sprecher Hans Stehling. Ein zuständiger Minister des zentralindischen Bundesstaates Madhya Pradesh hatte zuvor mitgeteilt, die Entscheidung, den Giftmüll in Deutschland zu entsorgen, sei gefallen, nur noch Details müssten geklärt werden.
Ein „bislang einmaliger Vorgang“
„Bei dem Giftabfall handelt es sich um „rund 350 Tonnen mit Pestizid belastetes Erdreich“, sagte GIZ-Sprecher Stehling. Verseucht wurde der Boden durch das Chemieunglück im Dezember 1984, dass die Inder bis heute als ihr „Hiroshima“ bezeichnen: Nach Angaben der indischen Regierung starben bei dem Austritt von Gas einer Chemiefabrik im Mehrheitsbesitz des amerikanische Chemiekonzerns Union Carbide mehr als 3500 Menschen sofort. Bis zu 25.000 Menschen starben in den folgenden Wochen, weil sie nach der Explosion der Chemikalie Methylisocyanat ausgesetzt waren.
Rund 10.000 Inder sollen bis heute unter den Spätfolgen leiden, erklären Opferverbände. Viele stammten aus den an die Fabrik angrenzenden Elendsvierteln der Stadt Bhopal. Durchschnittlich 27.000 Rupien, knapp 386 Euro, hat der indische Staat den Opfern nach eigenen Angaben bislang durchschnittlich gezahlt. Das Budget für Entschädigungen und die Säuberung der Unfallstelle soll jetzt deutlich aufgestockt werden.
Sollte das hochgiftige Material mehrere tausend Kilometer transportiert und in Deutschland verbrannt werden, sei dies ein „bislang einmaliger Vorgang“, sagte der Entsorgungsexperte des Bundesumweltamtes, Markus Gleis. Sondermüll, der in der Vergangenheit aus Australien nach Deutschland importiert worden ist, sei weniger stark belastet gewesen. Sicherheitsbedenken habe er deswegen jedoch nicht: „Die Verbrennung ist die beste Variante und in Deutschland gibt es mindestens acht Anlagen, die dafür geeignet sind“, sagte Gleis.
Aktuelle Untersuchungen würden zeigen, dass auch hochgiftige Stoffe bis zur Grenze der Nachweisbarkeit abgebaut werden können. Der Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) teilt diese Einschätzung: Im internationalen Vergleich habe Deutschland „mit die modernsten Verbrennungsanlagen für Sondermüll“, sagte ein Sprecher. Die Verbrennung des toxischen indischen Abfalls müssten die Entsorger von den Umweltministerien der jeweiligen Bundesländer genehmigen lassen. Bislang seien noch keine entsprechenden Anträge gestellt worden.
Eigentlich
Ludwig Kirschstein (Bleyfuss)
- 25.05.2012, 17:18 Uhr
Wieso baut Indien nicht selbst eine Verbrennungsanlage?
Rüdiger Noll (krn)
- 25.05.2012, 14:31 Uhr
Keine Asbestabfälle von Hannover zur nahen SAD Rondeshagen. Aber
Indien .......
Gerhard Grell (EchtGrell)
- 25.05.2012, 14:04 Uhr
Wer zahlt?
Horst Reinhardt (Niebelheim)
- 25.05.2012, 13:31 Uhr
Meine Güte. Welche Hysterie.
Klaus Letis (odysseus_8)
- 25.05.2012, 12:21 Uhr