Home
http://www.faz.net/-gqe-741b7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

25.000 Euro von den Stadtwerken Bochum Steinbrück sollte Honorar spenden

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit der Veröffentlichung seiner Redner-Honorarliste für weitere Diskussionen gesorgt. Ausgerechnet die Stadtwerke Bochum, die einer notorisch klammen Kommune gehören, zahlten Steinbrück eine Rekordsumme von 25.000 Euro. Warum?

© dpa Vergrößern Peer Steinbrück nach seiner Pressekonferenz zum Thema Nebeneinkünfte.

Die Honorarzahlungen für Auftritte des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück bewegen die Gemüter. Zur Skandalisierung taugen sie jedoch nicht in jedem einzelnen Fall. Das gilt zumindest dem Anschein nach für das höchste einzelne Honorar von 25.000 Euro, das Steinbrück laut der von ihm selbst veröffentlichten Liste von den Stadtwerken Bochum erhalten hat.

Nach Auskunft eines Sprechers der Stadtwerke Bochum habe Steinbrück das Honorar unter der Maßgabe erhalten, es für eine gemeinnützige Einrichtung zu spenden. Diese Vorgehensweise hätten die Stadtwerke auch bei allen früheren Gästen ihrer Gesprächsrunde „Atrium Talk“, einer alle halbe Jahre stattfindenden Wohltätigkeitsveranstaltung, so gewählt. Alle diese Gäste erhielten dieselbe Summe.

Unklar ist, wer das Geld erhielt

Welche Organisation das Geld erhalte, werde von dem Gast selbst entschieden. Vermittelt würden die Gäste durch die Hellen Medien GmbH aus Bochum. Letztere bestätigte den Vorgang auf Anfrage, wollte aber nicht das Ziel der Spende nennen.

Etwas anders stellt ein Sprecher des SPD-Parteivorstands die Sache dar: „Absprachen zur Verwendung des Honorars gab es nicht“, erklärte SPD-Sprecher Tobias Dünow nach einer Anfrage der F.A.Z. bei Steinbrücks Berliner Abgeordnetenbüro. „Das Honorar hat Peer Steinbrück ordnungsgemäß versteuert. Peer Steinbrück hat auf der gestrigen Pressekonferenz betont, dass er über Spenden, die er aus seinem Privatvermögen tätigt, keine Auskunft gibt. Das gilt auch in Bezug auf diesen konkreten Fall.“

Fehlende Honorare nachgetragen

Steinbrück hat derweil nun auch formal alle Nebeneinkünfte aus Vertragshonoraren angegeben. Die zwei Angaben, die laut den Wirtschaftsprüfern fehlten, sind jetzt auf seiner Bundestagswebseite einzusehen.

Die von ihm beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG hatte am Dienstag einen 20-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin bemängelten sie, dass zwei Vorträge aus dem Jahr 2011 „nach Aktenlage nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt“ waren. Der Empfehlung, diese Anzeige nachzuholen, kam Steinbrück nun nach.

Der frühere Finanzminister hat den Angaben zufolge zwischen 2009 und 2012 insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten und damit rund 1,25 Millionen Euro verdient. In der gleichen Zeit habe er aber auch 237 unentgeltliche Vorträge gehalten.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Maschmeyer und Schröder Millionen-Deal per Handschlag

Gerhard Schröders Verhältnis zu dem Unternehmer Carsten Maschmeyer war weit enger als bisher bekannt. So eng, dass Maschmeyer dem früheren SPD-Kanzler ohne Vertrag zwei Millionen Euro für seine Memoiren zusagte. Mehr

14.11.2014, 09:32 Uhr | Politik
Pressepreis Lead Awards Peer Steinbrück und der Stinkefinger

In Hamburg sind die Lead Awards vergeben worden. Das Cover des Jahres zeigt einen Politiker im Ausnahmezustand. Das Foto des Jahres hält derweil eine Tragödie fest, bei der mehr als 1100 Menschen starben. Mehr Von Michael Hanfeld

14.11.2014, 21:58 Uhr | Feuilleton
Termine des Tages Deutschland und die Weltwirtschaft

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen lädt zur Außenhandels-Pressekonferenz und der Marburger Bund diskutiert über die Tarifrunde 2014/2015 für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern. Mehr

19.11.2014, 06:18 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.11.2012, 07:50 Uhr

Der Altmeister

Von Holger Steltzner

Die EZB will möglichst rasch Staatsanleihen von Euro-Krisenländern kaufen. Dass das etwas bringt, glauben weder Finanzexperten noch altgediente Notenbankpräsidenten. Mehr 22 45


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wer in Europa am meisten forscht

Nicht nur in staatlichen Einrichtungen und Hochschulen wird geforscht. In vielen EU-Ländern macht der Unternehmenssektor den größten Anteil an den Ausgaben aus. Doch es gibt auch Ausnahmen. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden