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Davos Die Revolution der Neurowissenschaft

26.01.2012 ·  Amerikas Spitzenforscher glauben, das Forschungsfeld schlechthin ausfindig gemacht zu haben: die Neurowissenschaften. In Davos stellen sie ihr Ideen vor.

Von Carsten Knop, Davos
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© Wahl, Lucas Mit Mikroskopen wird der Fortschritt vorangetrieben, heute wie vor dreihundert Jahren.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist nicht nur von der Wirtschaft die Rede - tatsächlich blicken Forscher auch in die Zukunft der Wissenschaft. Und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) glaubt dabei das Forschungsfeld schlechthin ausfindig gemacht zu haben: die Neurowissenschaften. Eindrucksvolle Beispiele dafür wusste Nobelpreisträger H. Robert Horvitz zu nennen, der zurzeit an einem Wurm mit lediglich 302 Nervenzellen forscht.

„Allein auf der Basis dieser Forschung wurden fünf Biotechnologieunternehmen gegründet, der Pharmakonzern Pfizer entwickelt mit ihrer Hilfe ein Medikament, ebenso der Wettbewerber Abott. Und das alles nur wegen der Forschung an einem Wurm“, sagte Horvitz, der davon überzeugt ist, hier an der Schwelle zu einer echten Revolution zu stehen. „Denn das Beste kommt erst noch.“

Das wiederum hängt dann doch stark mit der Wirtschaft zusammen: „Jeder Dollar, der zum Beispiel in die Erforschung des Genoms gesteckt wird, hat den Kapitaleinsatz um 200-Fache zurückverdient“, behauptete Horvitz - und verwies auf eine Beobachtung, die in der Computertechnologie Berühmtheit erlangt hat. „Moore’s Law besagt, dass sich die Zahl der Mikroprozessoren auf einer gegebenen Fläche eines Computerchips etwa alle zwei Jahre verdoppelt. Gemessen daran, ergeben sich noch schnellere Fortschritte in der Technologie, die zur Sequenzierung des menschlichen Genoms zur Verfügung steht.“

Die Kosten dafür seien schon um den Faktor 100000 gesunken. Eine Brücke baut die Wissenschaft hier nicht nur zur Wirtschaft, sondern auch zur Politik. So war auf der Veranstaltung auch Israels Präsident Schimon Peres zu Gast, der darauf hofft, mit den Erkenntnissen der Neurowissenschaften neue Perspektiven erschließen zu können - bis hin zu neuen Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz: „Vergessen Sie nicht, das Gehirn braucht nur 20 Watt, um zu funktionieren.“

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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