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„Finanztest“ Unfallversicherungen Na dann, Hals- und Beinbruch!

18.05.2007 ·  An den Folgen schwerer Unfälle müssen manche ein Leben lang tragen. Eine Unfallversicherung greift Verunglückten bei bleibenden Gesundheitsschäden finanziell unter die Arme. Schutz gibt es schon für unter 100 Euro Jahresbeitrag, doch der Markt ist kaum überschaubar.

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Meint es das Schicksal nicht gut, geht dieser lapidare Wunsch im wahrsten Wortsinn in Erfüllung. An den Folgen schwerer Unfälle müssen manche ein Leben lang tragen. Hat der Verunglückte eine Unfallversicherung, greift sie ihm bei bleibenden Gesundheitsschäden finanziell unter die Arme. Bei der Auswahl einer Police muss sich der Verbraucher durch ein unüberwindliches Dickicht von Angeboten kämpfen. „Finanztest“ hat Schneisen in den Dschungel von knapp 4 000 Angeboten geschlagen und dabei nach Männern, Frauen, Kindern und Personen mit gefährlichen Berufen sortiert. Sehr guten und preiswerten Schutz gibt es schon für 100 Euro Jahresbeitrag.

Sehr guter Unfallschutz für 100 Euro

Einer der Testsieger, die NV, verkauft der Frau und dem Mann mit einem ungefährlichen Beruf schon für 100 Euro im Jahr eine Unfallschutzpolice (Tarif P350 UnfallMaxx). Frauen kriegen bei der Ammerländer (Tarif P 225 Exklusiv) sogar schon für 92 Euro ein sehr gutes Angebot. Die beste Unfallversicherung bis 70 Euro hat die NV, für jährlich 69 Euro. Der Tarif gilt für Frauen und Männer und hat von „Finanztest“ das Qualitätsurteil „gut“ erhalten. Die meisten Versicherer bieten ihre Tarife Frauen und Männern zum selben Preis an. Männer mit körperlich risikoreicheren Berufen, zum Beispiel Handwerker oder Kraftfahrer, müssen für den Unfallschutz aber mehr zahlen. Alle untersuchten Tarife haben eine Versicherungssumme von 100.000 Euro.

Invalidität: Mit Progression mehr Geld

Wie viel Geld die Unfallversicherung für welchen Grad der Invalidität zahlt, hängt vom Tariftyp ab. Die meisten Tarife haben eine Progression. Das heißt, in den niedrigen Invaliditätsgraden bis 25 steigt die Summe gleichmäßig an, danach geht die Kurve steiler nach oben. Bei Tarifen mit einer Progression von 500 Prozent (P 500) würde der Versicherte bei 100-prozentiger Invalidität, zum Beispiel bei einer Querschnittlähmung, 500.000 Euro erhalten. Bei einer Invalidität von 50 Prozent erhielte er bei unserem „sehr gut“ bewerteten Tarif der Haftpflichtkasse Darmstadt 100.000 Euro. Zwischen 25 und 100 Prozent Invalidität können die Leistungen bei zwei Tarifen mit gleicher Progression unterschiedlich sein. Die Tester haben deshalb Leistungskennzahlen in den Tabellen vergeben. Ein Wert von über 100 ist sehr gut, zwischen 80 und 100 ist er durchschnittlich, darunter eher unterdurchschnittlich.

Nach günstigen Bedingungen schauen

Bei der Auswahl einer Unfallpolice sind großzügige Vertragsbedingungen genauso wichtig wie der Beitrag. Denn auch die höchste Progression nutzt nichts, wenn der Versicherte im Ernstfall seine liebe Not hat, die Leistungen zu erhalten. Ein Blick auf die Gliedertaxe des Versicherers ist unerlässlich. Hier wird die Schwere des Schadens in Prozent Invalidität gemessen, die wiederum die Höhe der gezahlten Summe bestimmt. Verlust oder Funktionsunfähigkeit einer Hand bedeutet laut Musterbedingungen 55 Prozent Invalidität. Beim „sehr gut“ bewerteten Tarif „UnfallMaxx“ der NV sind es jedoch 70 Prozent. Abzüge drohen Verletzten, wenn etwa ein Gelenk oder ein Knochen bereits vor dem Unfall beschädigt war. Ein Versicherer mindert die Zahlungen an das Unfallopfer wegen Vorschäden eher als ein anderer. Unterschiede gibt es auch bei den Meldefristen. Freundlich sind Gesellschaften, die dem Patienten mehr Zeit für die Mitteilung ihrer Invalidität lassen.

Angebotsvielfalt soll verwirren

Die Tester haben diesmal Schwerstarbeit geleistet. Die ausufernde Vielfalt von Policen hat nur bedingt mit besonders individuellen Angeboten zu tun. Der Variantenreichtum macht den Markt für Kunden in erster Linie unüberschaubar. So kombinieren die Unternehmen aus mehreren Bedingungswerken, etlichen Versicherungssummen und Progressionsvarianten eine Unzahl von Tarifen. Dazu bieten sie Extras an, die aber für den Kunden im Vergleich zur ausgezahlten Versicherungssumme weniger relevant sind. Das sind etwa Krankenhaustagegeld oder Service-Hotlines.

Tipps

Rabatt. Oft geben Versicherer Mengenrabatt, wenn Sie Familienpolicen abschließen. Je nach Personenzahl sind 20 bis 30 Prozent möglich. Günstig versichern können Sie sich auch über Gruppenverträge, etwa über einen Verein. Prüfen Sie aber, ob der Invaliditätsschutz ausreicht.

Antrag. Haben Sie bereits andere Unfallversicherungen, zum Beispiel über einen Verein oder über Ihre Kreditkarte, geben Sie alle an. Haben Sie die Frage im Antrag falsch beantwortet, kann Ihnen der Versicherer später die Leistung verweigern.

Senioren. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, kann es Ihnen passieren, dass der Versicherer den Vertrag gar nicht mehr oder nur zu schlechteren Konditionen fortsetzt. Wählen Sie trotzdem die leistungsstarken und günstigen Angebote aus dem Test und lassen Sie sich nicht in Seniorentarife abdrängen.

Beitragsrückgewähr. Lassen Sie sich nicht von einer Beitragsrückgewähr blenden, die große Anbieter bewerben. Die Beiträge sind in der Regel bei gleichen Leistung um ein Vielfaches höher als bei einer einfachen Police. Denn sie enthält zusätzlich eine Kapitallebensversicherung, aus deren Ertrag die Beiträge für den Unfallschutz gezahlt werden.

Beitragszahlung. Wenn Sie von monatlicher auf jährliche Beitragszahlung umsteigen, können Sie etwa 5 Prozent sparen.

Ausmisten. Schauen Sie Ihren Versicherungsordner durch und machen Sie sich ein Bild, wie viele Unfallschutzpolicen Sie besitzen. Goldene Regel: Eine gute ist meist günstiger als drei schlechte. Kündigen Sie schlechte Policen.

Kündigen. Wenn Sie kündigen wollen, müssen Sie dies bis spätestens drei Monate vor dem Ende des Versicherungsjahres schriftlich tun. Beim Aussortieren sollten Sie gleich die Termine notieren: Das Versicherungsjahr entspricht nämlich oft nicht dem Kalenderjahr. Es endet mit dem in der Police eingetragenen Ablaufdatum.

Der Text und die Tabelle wurden von unserem Kooperationspartner „Stiftung Warentest“ erstellt. Die vollständigen Informationen sind kostenpflichtig unter www.test.de abzurufen.

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